Kostenlose Sparpläne ohne Orderkosten gibt es auch jetzt schon in vielen Aktien-Depots. Allerdings haben ETFs, wie auch andere Aktienfonds, in der Regel Verwaltungskosten.
Trade Republic bietet nach eigenen Angaben "mehrere Dutzend der beliebtesten ETFs von BlackRock, DWS und Vanguard langfristig ohne Produktkosten an". Auch Scalable Capital und Smartbroker+ werben bereits mit einer Kostenübernahme. Diese ist jedoch zeitlich und auf eine gewisse Anlagesumme begrenzt und gilt danach nur unter bestimmten Bedingungen, etwa bei einer gewissen Anzahl an Trades im Hauptdepot.
ETF-Kosten im Überblick: Was Verwaltungsgebühren üblicherweise ausmachen
Viele Aktien-ETFs bilden lediglich einen bestehenden Börsenindex nach, etwa den MSCI World oder den FTSE All World. Anders als bei vielen klassischen Investmentfonds entscheidet dabei meist kein Fondsmanagement aktiv über einzelne Käufe oder Verkäufe. Dadurch entstehen geringere Verwaltungs- und Personalkosten.
Die laufenden Kosten eines weltweit gestreuten ETFs liegen heute häufig nur bei 0,1 bis 0,3 Prozent pro Jahr. Gemeint ist damit die sogenannte Gesamtkostenquote (TER, Total Expense Ratio), also die laufenden Verwaltungskosten eines Fonds. Bei aktiv gemanagten Fonds sind dagegen Gesamtkosten von rund 1,5 Prozent oder mehr möglich, teilweise kommen zusätzlich Ausgabeaufschläge hinzu. Wie viel Unterschied die Gebühren eines ETF im Vergleich zu einem gemanagten Fonds ausmachen können, haben wir hier berechnet.
Rechenbeispiel: Wie groß der Kostenvorteil wirklich ist
Bei 150 Euro Eigenbeitrag pro Monat im Altersvorsorgedepot, also 1.800 Euro pro Jahr, ist der Unterschied im ersten Jahr extrem gering. Im Vergleich zu einem Standarddepot mit 0,1 Prozent Kosten spart der Anleger lediglich 1,80 Euro an Gebühren.
Die Kosten wachsen allerdings mit dem Depotwert: Erreicht dieser später die 100.000-Euro-Marke, machen 0,1 Prozent bereits 100 Euro pro Jahr aus. Wer bereits mit Anfang 20 anfängt und sein Altersvorsorgedepot über 40 Jahre bespart, hat am Ende, je nach Wertentwicklung und durch den Zinseszinseffekt, ein paar Tausend Euro mehr im Depot.
Allerdings ist die Auswahl der kostenlosen ETFs beschränkt. Eine Alternative sind sehr günstige ETFs wie der Vanguard FTSE Global All-Cap UCITS ETF (WKN: A42B1M, ISIN: IE000VAHT5T0), über die wir kürzlich berichtet haben.
Hintergrund: Warum Trade Republic auf ein Gratis-Angebot setzt
Das Altersvorsorgedepot ist ein riesiger Markt: Neben Neukunden kommen auch die Inhaber der rund 14,7 Millionen Riester-Verträge (Stand Ende 2025) als potenzielle Wechsler infrage. Die Bild-Zeitung zitiert Trade-Republic-Mitgründer Christian Hecker mit den Worten: "Damit verdienen wir kein Geld. Aber wir verlieren auch keins".
Seine Hoffnung sei, dass Kunden, die ein Gratis-Altersvorsorgedepot abschließen, später auch kostenpflichtige Produkte kaufen.
Die Stiftung Warentest empfiehlt auf ihrer Internetseite, dass Verbraucher nicht in Hektik verfallen sollten. Die allgegenwärtige Werbung verschleiere, dass kein Grund zur Eile besteht. Denn die staatliche Förderung für das gesamte Jahr 2027 gibt es auch noch im Dezember 2027 rückwirkend.
Anleger hätten daher noch genügend Zeit, sich vor einem Kauf umfassend zu informieren. "Schließlich gehört die Altersvorsorge für die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher zu den wichtigsten finanziellen Entscheidungen im Leben", so die Tester.
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