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Tagesgeld im Oktober 2026: Bis zu 4,5 % Zinsen – das ist der Haken am Angebot


Autor: Christoph Eberle

Deutschland, Mittwoch, 21. Oktober 2026

Die Tagesgeldzinsen in Deutschland gehen nach oben. Am 21. Oktober 2026 zahlt der Spitzenreiter "bis zu" 4,5 Prozent Zinsen. Das Angebot hat aber einen Haken.
Der XTB-Aktionszins Tagesgeld 4,5 Prozent: Banken bieten aktuell hohe Tagesgeld-Zinsen für Neukunden an. Doch oft sind diese Angebote befristet und an Bedingungen geknüpft, Vergleichen lohnt sich daher besonders.


Der EZB‑Rat hat laut Bundesbank im September beschlossen, die drei Leitzinssätze der EZB um jeweils 25 Basispunkte anzuheben. Der Konflikt im Nahen Osten erzeugt weiterhin Inflationsdruck, und die Inflation dürfte für einen längeren Zeitraum deutlich über dem Zielwert von 2,0 Prozent bleiben. Zuletzt befeuerten hohe Energiepreise die Inflationsrate.

Der Einlagezinssatz liegt seitdem bei 2,5 Prozent. Schlecht ist das für Leute, die einen Kredit brauchen. Für Sparerinnen und Sparer bedeutet das laut den deutschen Sparkassen hingegen: Ein höherer Zinssatz kann den Spielraum für attraktivere Tagesgeldangebote vergrößern.

Tagesgeld: Zinssätze der Lockangebote steigen an

Tatsächlich stiegen auch die Zinsen der Lockangebote bereits an. Dabei handelt es sich um hohe Zinsen – oft vier Prozent und mehr –, die sich an Neukunden richten. Das ist oft schon der erste Haken dabei: Für Bestandskunden gilt meist ein niedrigerer Zinssatz. Der zweite Haken: Die hohen Zinsen gibt es nur befristet oder bis zu einer gewissen Anlagesumme.

Spitzenreiter in Deutschland war bis vor kurzem die als Audi-Formel1-Sponsor bekannte Neobank Revolut, die 4,25 Prozent Zinsen bot. Über den Haken an diesem Angebot, beziehungsweise was Interessenten wissen sollten. hatten wir hier berichtet. 

Den – Stand 21. Oktober – höchsten Zinssatz bietet nun der Online-Broker XTB: Dieser wirbt mit "bis zu 4,5 Prozent Zinsen". 

Was steckt hinter dem Lockangebot mit 4,5 Prozent Zinsen?

Die Online-Redaktion hat das Angebot unter die Lupe genommen. Das sollten Sie dazu wissen:

  • Die Aktion gilt laut "Kleingedrucktem" für Neukunden, die zwischen dem 14.10. und dem 31.12.2026 ein Konto eröffnen.
  • Der Willkommenszins gilt demnach nur für die ersten 90 Tage ab Vertragsabschluss. Danach gilt ein Zinssatz von 1,1 Prozent.
  • Er bezieht sich "auf freie Mittel bis zu insgesamt 20.000 Euro über alle Konten des Kunden hinweg".
  • Um von der Aktion zu profitieren, muss der Kunde pro Kalendermonat zudem mindestens eine Transaktion mit Aktien oder ETFs durchführen. 
  • Zudem ist der Zinssatz laut XTB "variabel" und könnte somit auch vor Ablauf der 90 Tage schon geändert werden.

Wie viel bringen die befristeten 4,5 Prozent Zinsen an Mehrwert?

Bei drei Monaten bringen die 4,5 Prozent Zinsen – wenn man die höchstmögliche Summe von 20.000 Euro nimmt – 221,92 Euro an Zinsen. Zinseszinseffekte spielen bei dieser kurzen Anlagedauer kaum eine Rolle.

Zum Vergleich: Ein dauerhaftes Angebot von 2,0 Prozent Tagesgeldzinsen würde im selben Zeitraum bei 20.000 Euro Anlagesumme 98,63 Euro an Zinsen abwerfen.

Der Vorteil des Lockangebots wären also hier 123,29 Euro. 

Soll das Geld länger – etwa für ein Jahr – angelegt werden, kippt die Rechnung sogar:

  • 90 Tage à 4,50 % bringen 221,92 Euro an Zinsen.
  • die restlichen 275 Tage à 1,10 % nochmal 165,75 Euro
  • Aufs ganze Jahr gerechnet sind das 387,67 Euro

Ein fester Satz von 2,00 % bringt über 12 Monate hingegen 400 Euro, also rund 12 Euro mehr. Ab Ende der Aktion ist das Lockangebot damit unattraktiver als ein stabiler 2-Prozent-Satz.

Abgeltungsteuer nicht vergessen

Bei Kapitalerträgen fällt unter Umständen noch Abgeltungsteuer (25 Prozent) plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer an. Es gilt ein Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro (Single) bzw. 2.000 Euro (Paare).

Tagesgeld-Hopping: Vergleichen lohnt sich

Bei manchen Anlegern ist Tagesgeld- oder Zins-Hopping beliebt. Wie es das Vergleichsportal Verivox beschreibt,  "hüpft" der Sparer hier von Konto zu Konto, von Bank zu Bank, immer zum besten Angebot. Hier lohnt sich ein regelmäßiger Vergleich.

Denn: Grundsätzlich gilt laut den deutschen Sparkassen, dass Banken unterschiedlich auf Leitzinsänderungen reagieren und ihre Konditionen nicht unbedingt zeitgleich oder im selben Umfang anpassen.

Deutlich stressfreier – und in der Regel renditestärker – ist ein Sparplan in ETFs. Infos dazu haben wir hier zusammengefasst. Experten empfehlen dabei aber auch: Nicht zu viel Geld in einen ETF oder Aktien stecken – ein Notgroschen sollte bei Bedarf ständig verfügbar sein. Hier eignet sich ein Tagesgeldkonto sehr gut. Wie hoch die finanzielle Reserve sein soll, lesen Sie in diesem Ratgeber-Artikel.