Spritpreisdeckel 2027: Warum freie Tankstellen gegen den Entwurf sind
Autor: Christoph Eberle
Deutschland, Montag, 02. November 2026
Ab 2027 soll ein Spritpreisdeckel gelten. Was der Gesetzentwurf von Wirtschaftsministerin Reiche vorsieht und warum der Bundesverband Freier Tankstellen Kritik übt.
Die Koalition hat sich darauf verständigt, spätestens zum 1. Januar 2027 einen Spritpreisdeckel einzuführen. Das Ministerium von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat nun erste Eckpunkte für den Gesetzentwurf vorgelegt, wie am Montag zuerst das "Handelsblatt" berichtete. Unterdessen kritisierte der Bundesverband Freier Tankstellen und Unabhängiger Deutscher Mineralölhändler e.V. (bft) am Montagnachmittag die Pläne in einer Pressemitteilung.
Der billigste Sprit ist - unabhängig von der Diskussionen - derjenige, den man gar nicht erst verbraucht: Einfache Sprit-Spartipps haben wir hier in diesem Ratgeber-Artikel zusammengefasst. Eine schlechte Idee ist es hingegen, günstiges Speiseöl in den Tank zu füllen. Welche Konsequenzen hier drohen können, lesen Sie in diesem Ratgeber-Artikel.
Was ist der Spritpreisdeckel überhaupt und wie funktioniert er?
Ein Spritpreisdeckel ist eine staatlich festgelegte Obergrenze für den Preis von Benzin und Diesel. Die Koalition orientiert sich dabei am Vorbild Luxemburgs und Belgiens, wo man auf ein "dynamisches Marktmodell" setzt.
Eine staatliche Behörde berechnet nach ADAC-Angaben anhand einer transparenten, mit der Mineralölwirtschaft verhandelten Formel regelmäßig den erlaubten Höchstpreis für Benzin und Diesel an Tankstellen. Allerdings handle es sich hier nicht um einen starren Höchstpreis, sondern um eine Variable Obergrenze.
Was passiert mit dem Tankrabatt ab 2027?
Der seit 1. Oktober bestehende Tankrabatt in Deutschland läuft Ende Dezember 2026 aus. Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel ist bist Jahresende um rund 14 Cent je Liter reduziert. Rechnet man die Mehrwertsteuer ein, ergibt sich laut Bundesregierung an der Zapfsäule eine rechnerische Entlastung von 17 Cent pro Liter.
Der geplante Spritpreisdeckel soll lückenlos als Anschlussregelung gelten - und das Gesetz ab 1. Januar 2027 in Kraft treten. Derzeit befindet sich der Gesetzesentwurf aber noch in der sogenannten Frühkoordinierung - es kann sich also noch etwas ändern.