Die Zukunft des deutschen Rentensystems wird derzeit wieder stark diskutiert. Wie ist der Ruhestand in anderen Ländern geregelt?
Wie wird die Rente in Deutschland künftig aussehen? Darüber berät momentan eine Rentenkommission. Auch abseits dessen gibt es Vorschläge. So sprach sich Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir gegenüber dem Handelsblatt für einen flexiblen Renteneintritt je nach Job aus - ohne starre Altersgrenzen. Auch Jens Spahn (CDU) plädierte im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen für eine Alternative zu Altersgrenzen - er rückt dabei die Lebensarbeitszeit in den Fokus.
Die Linke fordert zudem: Arbeitgeber sollten aus ihrer Sicht mehr in die Rentenversicherung einzahlen als Arbeitnehmer. Bei den vielen offenen Fragen lohnt sich unter Umständen ein Blick über die Grenzen hinaus: Macht es Österreich besser – oder die Schweiz und Schweden?
Rentensysteme im Vergleich: Österreich, Schweiz und Schweden im Fokus
Unter anderem das Nachrichtenportal derwesten.de hat sich mit dem Ruhestand in Österreich und Schweden befasst und entscheidende Unterschiede herausgestellt. Eines der grundlegenden Probleme: Deutschland setzt als eines der letzten europäischen Länder auf eine Rente, die sich fast ausschließlich am Erwerbseinkommen orientiert.
Anderswo gibt es eine Mindestrente – unabhängig vom Verdienst. Seit 2021 existiert zwar auch in Deutschland die sogenannte Grundrente - allerdings bekommen diese nur Senioren, wenn sie über viele Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, aber in ihrer Arbeitszeit nur ein sehr geringes Einkommen hatten. Die Grundrente betrug durchschnittlich zuletzt circa 97 Euro. Der CDU-Wirtschaftsrat fordert derzeit jedoch eine Abschaffung der Grundrente.
Österreich lässt laut Beitrag zudem seine Altersvorsorgesysteme zusammenlaufen. Beamte und Selbstständige zahlen dort ebenfalls in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Ein Ansatz, den sich auch in Deutschland viele wünschen. Eine Umfrage des Sozialverbands Vdk Ende 2025 zeigte: Rund drei Viertel der Befragten stimmen dafür, auch Beamte und Selbsständige in das System einzubinden.
Länder-Vergleich: So viel Prozent des vorherigen Einkommens bekommen Rentner
Für unsere Nachbarn scheint das System gut zu funktionieren. Laut einem Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) bekamen Durchschnittsverdienende, die 2024 eine vollständige Erwerbsbiografie seit dem Alter von 22 Jahren aufwiesen, im Schnitt in der Rente 63 Prozent ihres vorherigen Einkommens ausbezahlt. Das Spektrum reiche dabei von 35 Prozent in Irland und Litauen über 90 Prozent in den Niederlanden, Portugal und der Türkei.
In Österreich liegt die Quote demnach bei 86,8 Prozent. Schweden kann eine Einkommensersatzrate von 66,3 Prozent vorweisen. In der Schweiz hingegen liegt die Zahl deutlich unter dem Niveau in Deutschland: Dort beträgt die Quote 47,5 Prozent. Laut dem Portal Einwandern-Schweiz gilt diese Zahl jedoch nur für die erste, also die staatliche Säule der Schweizer Systems. Beziehe man auch die 2. Säule, die Pensionskasse mit ein, liege die Ersatzrate bei circa 60 Prozent. In Deutschland werden Rentnern im Schnitt laut OECD 53,3 Prozent ihres vorherigen Einkommens ausgezahlt. Deutschland liegt damit auch im Länder-Vergleich unter dem Durchschnittswert.
Aber, und das gehört auch zur Renten-Wahrheit: In Österreich werden auch "im Schnitt vier Prozent mehr Rentenbeiträge gezahlt". Laut der Frankfurter Rundschau (FR) ist es ein Rentenbeitrag von 22.8 Prozent. Und weiter heißt dazu, dass davon auf die Arbeitnehmer 10,25 Prozent entfallen. Den Rest zahlen dann die Arbeitgeber. In Deutschland zahlen beide Seiten zusammen hälftig nur 18,9 Prozent des Bruttolohns.
Rente in Österreich – Wartezeit ist deutlich höher
Zu Österreich gibt es aber noch einen anderen gravierenden Unterschied: die Rentenwartezeit. Laut FR ist sie mit 15 Jahren dreimal so lang wie in Deutschland. Wer nur eine geringere Beitragszeit erreichen kann, geht demzufolge leer aus.
Rentenwartezeit
Laut der Deutschen Rentenversicherung ist die Wartezeit somit eine Mindestversicherungszeit: "Für die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren und die Wartezeiten von 15 Jahren und 20 Jahren werden Beitrags- und Ersatzzeiten sowie Monate aus dem Versorgungsausgleich und aus geringfügiger versicherungsfreier Beschäftigung berücksichtigt".
Außerdem muss man wissen, dass sich die Alpen-Republik einen höheren Steuerzuschuss an die Rentenkasse leistet, wenn man die Wirtschaftsleistung betrachtet. Der Bericht zeigt auch, dass "die Anpassung der Renten anders berechnet wird". Rentner in Österreich erhalten demnach einen Inflationsausgleich (Stand 2024/2025). In Deutschland richtet sich die Anpassung nach der Lohnentwicklung.
Rente: In Schweden setzt man auf Grundrente und Fonds
Und auch die Schweden machen für den Ruhestand einiges anders. Ein festes Rentenalter gibt es nicht, sondern einen Korridor, der von 63 bis 69 Jahre reicht. Das Richtalter für die volle Rente liegt bei 67 Jahren. Beamte und Selbständige müssen außerdem auch hier in die Versicherung einzahlen. Der Beitragssatz liegt laut FR bei 18,5 Prozent. Davon werden "2,5 Prozentpunkte für eine Prämienrente verwendet". Diese werden in einem Fonds angelegt.
In Schweden können Versicherte aus einem Angebot unterschiedlicher Fonds eine Auswahl treffen. Findet jemand nicht das passende, dann geht das laut FR-Bericht in einen Staatsfonds, der es dann anlegt.
In der Vergangenheit hätte dies immer wieder hohe Renditen für die Versicherten gebracht. Gut ausgebaut ist auch die betriebliche Altersvorsorge. Hier führen Arbeitgeber in der Regel 4,5 Prozent des Lohnes dafür ab. Und auch eine Garantierente gibt es in Schweden. Die Garantierente sichert ein Mindesteinkommen im Alter.
Doch es gibt auch Kritik an dem Schweden-System. Der FR zufolge hat es aus Sicht der Hans-Böckler-Stiftung einen entscheidenden Haken. Rentenexperte Florian Blank erklärt dazu: "Die Altersvorsorge in Schweden birgt Risiken für Einzahlende, Rentnerinnen und Rentner.“
Renten könnten mit diesem System auch sinken. Das würde immer dann passieren, wenn es "bei den Löhnen oder an den Aktienmärkten nicht gut läuft". Blank: "Das deutsche System wirkt da stabiler."
In der Schweiz wird das Rentensystem überarbeitet - Sparen bei der Witwenrente
In der Schweiz gilt derweil laut derTagesschau: Ab einem Grundeinkommen von 2.400 Franken pro Jahr ist jeder Bürger verpflichtet, einen festen Prozentsatz seiner Einkünfte für die Rente einzahlen. Dabei gibt es jedoch anders als in Deutschland keine Beitragsbemessungsgrenze, ab der keine Beiträge mehr anfallen. Es gilt zudem ein Drei-Säulen-Modell (staatliche Vorsorge, berufliche Vorsorge, private Vorsorge). Die obligatorische 2. Säule (BVG) kostet zusätzlich ca. 7 bis 18 Prozent des Lohns
Zudem ist die Höhe der gesetzlichen Rente in der Schweiz begrenzt. Aktuell erhält demnach niemand mehr als 2.520 Franken pro Monat - egal, wie viel man eingezahlt hat. Erreicht werden kann die Maximalsumme jedoch nur, wenn man Beiträge für ein Jahreseinkommen von circa 88.000 Franken eingezahlt hat. Wird dieses Jahreseinkommen überstiegen, bleibt der Betrag dennoch der gleiche. Außerdem wird in der Schweiz seit 2026 die 13. AHV-Rente ausbezahlt - und zwar jeweils im Dezember als zusätzliche Monatsrente.
Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen
Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.
Allerdings: Wie die Jungen der CDU argumentieren, gebe es für Reiche in der Schweiz dafür geringe Steuern. Dort erfolge die Umverteilung also über die Sozialbeiträge, in Deutschland finde diese hingegen bei den Steuern statt.
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