Pflegeversicherung: Kinderlose zahlen ab 2027 deutlich mehr
Autor: Christoph Eberle
Deutschland, Dienstag, 27. Oktober 2026
Ab 2027 erhöht sich der Beitrag zur Pflegeversicherung für Kinderlose spürbar. Die Bundesregierung plant einen Zuschlag, der Millionen betrifft.
Für Menschen ohne Kinder wird die Pflegeversicherung ab Januar 2027 voraussichtlich teurer: Der Zuschlag zum Beitrag soll um 0,3 Prozentpunkte angehoben werden – von bisher 0,6 auf dann 0,9 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen. Das bedeutet für viele Versicherte künftig spürbare Mehrkosten. Anfang Oktober teilte die Bundesregierung mit, dass das Bundeskabinett den entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen hat. Der Gesetzentwurf soll zügig in Bundestag und Bundesrat eingebracht werden, damit die neue Regelung zum Jahreswechsel in Kraft treten kann.
Bei einem beitragspflichtigen Bruttogehalt von 4000 Euro wären das 12 Euro mehr im Monat beziehungsweise 144 Euro im Jahr. Der allgemeine Beitragssatz soll zunächst bei 3,6 Prozent bleiben. Anders als den Zusatzbeitrag zur Krankenkasse tragen Beschäftigte den Zuschlag allein.
Pflegeversicherung 2027: Mehrkosten nach Gehalt
Wie stark sich die geplante Erhöhung auswirkt, zeigen die folgenden Rechenbeispiele:
| Bruttomonatsgehalt | Mehr pro Monat | Mehr pro Jahr |
|---|---|---|
| 2000 Euro | 6 Euro | 72 Euro |
| 3000 Euro | 9 Euro | 108 Euro |
| 4000 Euro | 12 Euro | 144 Euro |
| 5000 Euro | 15 Euro | 180 Euro |
Zusätzlich sollen 2027 die Beitragsbemessungsgrenzen in der Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung steigen. Das könnte im Extremfall pro Jahr weitere 1200 Euro Mehrkosten ausmachen. Für die soziale Pflegeversicherung gilt die gleiche Beitragsbemessungsgrenze wie für die gesetzliche Krankenversicherung. Deshalb müsste der Kinderlosenzuschlag auch auf ein höheres Einkommen gezahlt werden als im laufenden Jahr.
DGB kritisiert den Zuschlag für Kinderlose
Die Pläne der Bundesregierung stoßen beim Deutschen Gewerkschaftsbund auf Kritik. "Auch Kinderlose zum wiederholten Male mit höheren Beiträgen dafür bestrafen zu wollen, dass sie – aus welchen Gründen auch immer – keine Kinder haben, löst die strukturellen Probleme der Pflegeversicherung absehbar nicht, und kinderlose Menschen werden ohne Not diskriminiert", erklärte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel in einem Statement auf der Internetseite des Gewerkschaftsbunds.
Wer den Beitragszuschlag für Kinderlose zahlen muss
Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums müssen kinderlose Mitglieder der sozialen Pflegeversicherung seit 2005 zusätzlich zum "normalen" Beitragssatz einen Zuschlag entrichten. Dabei spielt es keine Rolle, aus welchem Grund jemand keine Kinder hat – ob aus bewusster Entscheidung oder krankheitsbedingt.
Von der Zahlung ausgenommen sind: