Online-Broker bietet 4,5 % Tagesgeldzinsen – das ist der Haken am Angebot
Autor: Christoph Eberle
Deutschland, Freitag, 23. Oktober 2026
Die Tagesgeldzinsen in Deutschland gehen nach oben. Am 21. Oktober 2026 zahlt der Spitzenreiter "bis zu" 4,5 Prozent Zinsen. Das Angebot hat aber einen Haken.
Die Tagesgeldzinsen in Deutschland gehen nach oben. Am 21. Oktober 2026 zahlt der Spitzenreiter "bis zu" 4,5 Prozent Zinsen. Das Angebot hat aber einen Haken.
EZB erhöht Leitzinsen: Inflation bleibt hoch – Folgen für Sparer
Als höchstes Beschlussgremium der Europäischen Zentralbank (EZB) hat sich der EZB-Rat im September dazu entschieden, die drei Leitzinssätze jeweils um 25 Basispunkte zu erhöhen. Der Grund: Wie die Bundesbank erklärte, sorge die angespannte Lage im Nahen Osten weiterhin für einen erhöhten Inflationsdruck, wodurch die Teuerung voraussichtlich über längere Zeit deutlich oberhalb des Zielwerts von 2,0 Prozent verharren dürfte.
Die aktuellen Projektionen der Fachleute der EZB sehen demnach im "Basisszenario" für die kommenden Jahre folgende durchschnittliche Gesamtinflation vor, so die Bundesbank weiter: 2026 erwarten sie 3,0 Prozent, im Jahr 2027 rechnen sie mit 2,5 Prozent und 2028 mit 2,1 Prozent. Zuletzt trugen vor allem hohe Energiepreise dazu bei, dass die Inflationsrate weiter stieg. Allerdings räumt die Bundesbank ein, dass dieser Ausblick "mit hoher Unsicherheit behaftet" sei. Die Risiken für die Inflation sei aufwärtsgerichtet, das Wirtschaftswachstum abwärtsgerichtet.
Der Einlagezinssatz liegt seitdem bei 2,5 Prozent. Das ist ungünstig für Menschen, die gerade einen Kredit benötigen – für Sparerinnen und Sparer bedeutet es laut den deutschen Sparkassen hingegen: Ein höherer Zinssatz kann den Spielraum für attraktivere Tagesgeldangebote vergrößern. Wer flexibel bleiben und dennoch von steigenden Zinsen profitieren möchte, findet bei Tagesgeldkonten aktuell interessante Optionen.
Tagesgeld: Zinssätze der Lockangebote steigen an
Tatsächlich stiegen auch die Zinsen der Lockangebote bereits an. Dabei handelt es sich um hohe Zinsen – oft vier Prozent und mehr –, die sich an Neukunden richten. Das ist oft schon der erste Haken dabei: Für Bestandskunden gilt meist ein niedrigerer Zinssatz. Der zweite Haken: Die hohen Zinsen gibt es nur befristet oder bis zu einer gewissen Anlagesumme.
Spitzenreiter in Deutschland war bis vor kurzem die als Audi-Formel1-Sponsor bekannte Neobank Revolut, die 4,25 Prozent Zinsen bot. Über den Haken an diesem Angebot, beziehungsweise was Interessenten wissen sollten. hatten wir hier berichtet.
Den – Stand 21. Oktober – höchsten Zinssatz bietet nun der Online-Broker XTB: Dieser wirbt mit "bis zu 4,5 Prozent Zinsen".