Welche Risiken gibt es bei der Aktienrente?
Die Aktienrente zielt auf Generationengerechtigkeit ab, indem sie junge Beitragszahler entlastet, birgt aber Marktrisiken. Ein großer Nachteil ist: Aktien schwanken stark. Selbst über 30 Jahre gab es Perioden mit niedrigen Renditen, wie 2000 bis 2017 mit nur 3 Prozent real. Kosten für Fonds (bis 1,5 Prozent p. a.) schmälern Erträge, und Kreditzinsen für das Generationenkapital müssen bedient werden. Bei Marktrückgängen könnte der Staat nachzahlen müssen.
Es gibt auch deutliche Kritik an den Aktienrente-Plänen von Bundeskanzler Friedrich Merz. Gewerkschaften wie die IG Metall werfen ihm vor, die gesetzliche Rente abzuwerten und durch private Vorsorge zu ersetzen, was die Finanzlobby stärkt und Arbeitgeber entlastet.
Grüne und Linke kritisieren, dass der Paradigmenwechsel die solidarische Rente schwächt und Altersarmut fördert. Verdi-Vorsitzender Frank Bsirske nennt die Ideen "wirklich verstörend", da sie die gesetzliche Altersvorsorge gefährden.
Wie sieht die Altersvorsorge in anderen Ländern aus?
Wie es auch gehen kann, zeigen internationale Modelle für Altersvorsorge. Die Niederlande erreichen mit ihrem Drei-Säulen-Modell (Staat, Arbeitgeber, privat) eine Nettoersatzrate von über 90 Prozent, dank starker kapitalgedeckter betrieblicher Vorsorge. Schweden nutzt ein sogenanntes Notional-Defined-Contribution-System mit Fondsanteilen, das Renditen einbezieht und flexibel anpasst. In den USA dominieren 401(k)-Pläne mit Aktien, was hohe Renditen, aber auch Ungleichheit bringt. Deutschland liegt im Mittelfeld mit 61 Prozent Nettoersatzrate und könnte von hybriden Modellen lernen.
Für die junge Generation könnte die Rentenreform nach dem Merz-Modell Renditechancen bieten: höhere Auszahlungen durch Kapitalerträge statt reiner Umlage. Gleichzeitig trägt sie die Kosten für Kredite und Risiken, die Beiträge nur mäßig dämpfen (von 22,3 auf unter 22 Prozent bis 2035).
Langfristig wird Eigenverantwortung gefördert, die Abhängigkeit von Älteren reduziert, es gibt aber Unsicherheiten bei Marktschwankungen. Die Balance zwischen den Säulen sichert Vielfalt, abhängig von deiner Risikobereitschaft.
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