Speiseöl statt Sprit in den Auto-Tank - geht das?

Dieselpreise hoch: Ist Speiseöl eine Alternative im Tank?
In Frankreich nutzen Fahrer alter Dieselautos Frittieröl als günstige Diesel-Alternative.
Öl, Pflanzenöl, Speiseöl
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Speiseöl im Supermarkt kaufen und in den Autotank schütten - das ist keine gute Idee. (Symbolfoto)
Mineralöl in Speiseölen: Welche Produkte sind sicher?
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Speiseöl in den Autotank? Das ist kein guter Ersatz für Benzin oder Diesel...
Speiseöl verunreinigt
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Viele Autofahrer in Frankreich tanken wegen hoher Dieselpreise gebrauchtes Frittieröl. Warum das in Deutschland problematisch ist und was der ADAC dazu sagt.

Aufgrund der anhaltend hohen Kraftstoffpreise greifen Medienberichten zufolge in Frankreich zahlreiche Fahrer älterer Dieselfahrzeuge auf gebrauchtes Frittieröl als preiswerte Option zurück, wie etwa der Sender „TV5 Monde Info“ meldete. Zum Vergleich: Der Dieselpreis lag laut ADAC am Freitag, 9. Oktober, in Frankreich im Schnitt bei 2,36 Euro je Liter. Gebrauchte Speiseöle können dagegen laut einem Bericht des Schweizer Mediums „20 min“ teilweise für rund 80 Cent je Liter bezogen werden.

Vor der Verwendung im Tank werde das Öl mehrere Tage stehen gelassen und danach fein gefiltert. Dem Diesel werde es den Berichten zufolge je nach Jahreszeit in unterschiedlichen Mengen beigemischt. Besonders geeignet seien ältere Fahrzeuge mit indirekter Einspritzung.

Speiseöl als Dieselersatz – finanziell wäre es attraktiv

Auch deutsche Dieselfahrer könnten da schnell auf die Idee kommen, altes Frittierfett zu sammeln – oder gleich im Supermarkt zu tanken. Denn selbst frisches Öl ist aktuell oft deutlich günstiger als Treibstoff. Eine Recherche der Online-Redaktion zeigt etwa bei Rewe 1,69 Euro pro Liter für Speiseöl der Eigenmarke „ja“.

Diesel kostet selbst mit Tankrabatt und zum günstigsten Zeitpunkt kurz vor 12 Uhr mittags 2,17 Euro (Stand: 9. Oktober). Das macht 48 Cent Ersparnis pro Liter.

Das sagt der ADAC zur Spar-Idee mit Speiseöl

Wenn moderne Kraftstoffe teils ebenfalls auf pflanzlichen Rohstoffen basieren, müsste doch auch Raps- oder Sonnenblumenöl aus dem Supermarkt funktionieren. Genau das ist laut ADAC ein Irrtum. Handelsübliches Pflanzenöl ist dem Automobilclub zufolge technisch kein Ersatz für Diesel.

Der Grund: Es ist für moderne Dieselmotoren zu zähflüssig. Dadurch könnten Einspritzpumpe und Einspritzdüsen beschädigt werden.

Mit E20 wird ein anderer Ansatz diskutiert: Der Kraftstoff enthält 20 Prozent Bioethanol, und einige Hersteller haben bereits Freigaben für ihre Modelle erteilt. Welche Fahrzeuge E20 tanken dürfen und warum der Verbrauch etwas höher ausfallen kann, erklärt der Überblick zur neuen Spritsorte.

Warum Tanken im Supermarkt Steuerhinterziehung ist

Wer Speiseöle aus dem Supermarkt tankt, hat zudem auch ein rechtliches Problem – weil er Steuerhinterziehung begeht. Denn anders als auf den Diesel an der Tankstelle wird laut dem Magazin „Auto, Motor, Sport“ auf das Öl aus dem Supermarkt keine Kraftstoffsteuer erhoben. Die wolle der Staat aber auf jeden Fall kassieren. Bei Pflanzenöl, das zum Tanken verwendet wird, liegt der Steuersatz seit 2013 bei 45,03 Cent je Liter. Normaler Diesel wird mit 47,04 Cent je Liter besteuert.

Laut ADAC müssten Salatöl-Sparfüchse also nach dem Tanken zu ihrem zuständigen Hauptzollamt, den Tankvorgang dort anmelden und die fällige Steuer entrichten. Von den 48 Cent Ersparnis aus der Beispielrechnung oben bleibt dann fast nichts mehr übrig.

Auch der französische Spar-Trick mit dem Frittieröl ist dort eigentlich illegal – und laut Medienberichten nur für landwirtschaftliche Nutzung zugelassen.

Warum das Speiseöl besser auf dem Teller landet, zeigte eine Untersuchung von Stiftung Warentest: Günstige Discounter-Eigenmarken schnitten zum Teil besser ab als teurere Premium-Produkte.