| Automodell |
Listenpreis |
Rabatte/Förderung |
Endpreis |
| BYD Sealion 7 |
49.9990 Euro
(Comfort)
|
8.000 Euro BYD E-Bonus
sowie 6.000 Euro staatliche Förderung
|
35.990 Euro |
| BYD Seal |
47.990 Euro
(Comfort)
|
9.500 Euro BYD E-Bonus
sowie 6000 Euro staatliche Förderung
|
32.490 Euro |
| Skoda Enyaq |
51.820 Euro
(Selection)
|
6000 Euro staatliche Förderung |
45.820 Euro |
Stiftung Warentest: Versicherung kostet bei chinesischen Autos oft deutlich mehr
Im aktuellen Heft Stiftung Warentest Finanzennahmen Redakteur Michael Sittig und Untersuchungsleiterin Beate Bextermöller Kfz-Versicherungen unter die Lupe. Dabei fanden sie am Beispiel der Versicherungskosten für einen BYD Seal U heraus: Eine Familie hätte beim günstigsten Anbieter rund 900 Euro pro Jahr für eine Vollkaskoversicherung auszugeben, beim teuersten Anbieter 2900 Euro pro Jahr. Als Annahmen gelten laut Sittig dabei: Fahrer aktuell in Schadensfreiheitsklasse 20, angenommene Jahreskilometerlaufleistung von 8000 Kilometern.
Die Vollkaskoversicherung für einen vergleichbaren deutschen Wagen (Skoda Enyaq) würde die Familie "nur“ zwischen 530 Euro und 1120 Euro kosten.
Warum sind chinesische Autos bei der Versicherung so teuer?
"Grund für die hohen Versicherungskosten ist versicherungstechnisch die recht hohe Typklasse des BYD", erklärt Stiftung-Warentest-Redakteur Michael Sittig auf Nachfrage der Mediengruppe Bayern. Das Modell habe Typklasse 29 in der Vollkasko; die Typklassen-Spannbreite in der Vollkasko gehe insgesamt von 10 bis 34.
Zum Vergleich: Der Skoda Enyaq hat in der Vollkasko die Typklasse 20. Darum bezahlt die Modellfamilie für die Vollkaskoversicherung dieses Autos deutlich weniger.
Anmerkung der Online-Redaktion: Der von Stiftung Warentest oben genannte BYD Seal U ist auf dem deutschen Markt seit kurzem nur noch als Hybrid neu bestellbar. Allerdings sind auch andere BYD-Autos in hohen Vollkasko-Typklassen eingestuft – etwa der Sealion 7 (Typklasse 30) und der Tang (Typklasse 29).
Was bedeutet die Typklasse bei der Kfz-Versicherung?
- In der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es laut dem Gesamtverband der Versicherer (GDV) 16 Typklassen (10-25), für die Einstufung des Modells sind die Versicherungsleistungen für geschädigte Dritte nach Verkehrsunfällen maßgeblich.
- In der Vollkaskoversicherung unterscheiden die Statistiker des GDV 25 Typklassen (10-34). In die Berechnung der Vollkaskoversicherung fließen laut GDV die Schäden am eigenen Auto nach selbstverschuldeten Unfällen sowie die Teilkaskoschäden (u. a. Autodiebstähle, Glasschäden, Wildunfälle oder Schäden durch Naturereignisse) vollkaskoversicherter Fahrzeuge ein.
Grund für die hohen Typklassen bei BYD & Co. – und damit für die hohen Versicherungskosten – dürfte laut Sittig die teure, teilweise lange dauernde Lieferung von Ersatzteilen aus China sein. "Lange Reparaturzeiten erhöhen die Kosten, die von einer Kfz-Versicherung für die Reparatur zu bezahlen sind. In der Folge bekommen solche Autos eine "schlechte“ (teure) Typklasse", erklärt er gegenüber der Mediengruppe Bayern.
Aber: Eine hohe Typklasse allein bedeutet laut GDV aber noch keinen hohen Versicherungsbeitrag. Die Typklasseneinstufung sei für die Versicherungsunternehmen unverbindlich - daher könne ein Auto mit hoher Typklasse bei einer anderen Versicherung durchaus weniger teuer sein.
BYD ist kein Einzelfall: Auch andere Autos aus China sind teuer in der Versicherung
Der BYD ist laut dem Stiftung-Warentest-Finanzen-Redakteur kein Einzelfall. Viele E-Autos von chinesischen Herstellern seien von der Versicherungswirtschaft in der Vollkaskoversicherung in eine hohe und damit teure Typklasse eingestuft. Er nennt dabei diese Beispiele:
"Dass ausnahmslos alle "Chinesen“ in der Versicherung teuer sind, lässt sich allerdings nicht sagen", so der Experte. Der MG 4 Electric ist in der Vollkasko zum Beispiel "nur“ in Typklasse 19 eingestuft, der Skoda aus dem Test in 20. Beim günstigsten Versicherer wäre der MG4 Electric aktuell für 650 Euro Jahresbeitrag zu versichern. Beim teuersten Anbieter wären 1080 Euro zu bezahlen. "Es geht, je nach Modell, also auch günstig", so Sittig gegenüber der Mediengruppe Bayern.
Was sollte man beim Kauf eines Elektroautos aus China beachten?
"Wir raten Verbrauchern, die den Erwerb eines E-Autos aus China in Erwägung ziehen, vor dem Kauf Informationen über die Typklasse einzuholen", erklärt Michael Sittig von der Stiftung Warentest Finanzen. Dies sei etwa über Internetseiten wie autoampel.de oder autoversicherungskompass.de und einen Vergleichsrechner bezüglich der Versicherungskosten zu nutzen (etwa über test.de/kfz-analyse).
Denn erst eine solche Recherche fördere zutage, ob das Auto eher teuer oder eher zu normalen Preisen versichert werden kann. "Viele chinesische Modelle sind ja deshalb so beliebt, weil sie vereinfacht gesprochen viel Technik zum guten Preis bieten. Ein hoher Versicherungsbeitrag kann die Freude über ein solches "Autoschnäppchen“ aber wieder zunichtemachen", erklärt Michael Sittig gegenüber der Mediengruppe Bayern.
Vorschaubild: © Jens Kalaene/dpa