Der große Wandel im Portemonnaie? Was jetzt das Zahlungsverhalten massiv verändert

Das Bezahlverhalten hat sich weiter verschoben: Bargeld verliert an Bedeutung, das Zahlen mit Karte oder Smartphone wird immer beliebter.

Mobile Bezahlverfahren drängen Bargeld immer mehr in den Hintergrund. Apple Pay ist die meistgenutzte mobile Variante an der Ladenkasse. Im Internet bezahlen viele Deutsche mit PayPal. Die Studie zum Zahlungsverhalten 2025 in Deutschland der Bundesbank belegt diese Trends. 

Zahlt die Mehrheit der Deutschen inzwischen bargeldlos?

Die Bundesbank, die Hüterin des Geldes in Deutschland, spürt den Trends beim Zahlungsverhalten regelmäßig nach. Die Deutschen galten bisher als Bargeld-Fans. Das hat sich aber offensichtlich geändert. Inzwischen zahlen die Kunden anders: Erstmals erfolgte 2025 mehr als die Hälfte der alltäglichen Transaktionen bargeldlos. Der Anteil stieg im Vergleich zur letzten Befragung von vor zwei Jahren (2023) um sechs Prozentpunkte auf nun 55 Prozent. Gemessen am Umsatz macht das über drei Viertel aus.

Bargeldlose Zahlungsmittel werden inzwischen in vier von fünf Fällen bei Einkäufen vor Ort akzeptiert. Fast drei Viertel der 6070 Befragten befürworten diese Entwicklung. Sie begrüßen es, wenn Händler dazu verpflichtet wären, auch diese Zahlungsform anzubieten.

Trotzdem bleibt Bargeld mit 45 Prozent das wichtigste Zahlungsmittel, vor der Debitkarte, die für über ein Viertel der Zahlungen genutzt wird. Allerdings schrumpft der Anteil kontinuierlich: Vor zwanzig Jahren nutzten die Kunden Banknoten oder Münzen noch für über vier von fünf Zahlungen.

Wie viel Geld ist noch im Portemonnaie?

Der Bargeldbestand im Portemonnaie, im Geldbeutel oder in der Brieftasche schrumpft immer mehr. Im Jahr 2025 waren es im Schnitt nur noch 98 Euro, aufgeteilt auf vier Banknoten und zwölf Münzen. Frauen halten im Schnitt 90 Euro vor, Männer 106 Euro. 

Am häufigsten wird Bargeld nach wie vor im Einzelhandel, in der Gastronomie, im Freizeitbereich sowie auf den Wochenmärkten verwendet. Überdurchschnittlich häufig nutzen es außerdem Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder mit finanziellen Problemen sowie ältere Personen.

Vier Prozent der Befragten führen gar kein Bargeld mehr mit sich. Bei den unter 24-Jährigen sind es im Schnitt maximal nur noch 47 Euro. Schlechte Zeiten für Taschendiebe. 

Geht der Trend wirklich zur digitalen und mobilen Bezahlung?

Mit der rückläufigen Nutzung von Bargeld entwickeln sich digitale Zahlungsmittel zu den wahren Trendsettern. Zunehmend wird die Debitkarte in einer Wallet, also einer digitalen Geldbörse auf dem Smartphone oder der Smartwatch, hinterlegt und auch genutzt. Auch PayPal ist sehr verbreitet als Bezahllösung im Internet. 77 Prozent der befragten Internetnutzer verfügen über einen Zugang.

10 Prozent aller Zahlungen passieren mittlerweile mobil (2023 waren es noch 6 Prozent). Über ein Drittel der Kunden hat schon einmal mit dem Handy oder der Smartwatch bezahlt. Apple Pay wird dabei am häufigsten genutzt (41 Prozent), gefolgt von Google Pay und den eigenen Lösungen der Banken. Am Ende sollen die Menschen "frei wählen können, wie sie bezahlen möchten", sagt Burkhard Balz, Vorstandsmitglied der Bundesbank.

Und was schätzen die Käufer? Vor allem, dass es schnell und einfach geht. Online-Banking nutzen mittlerweile neun von zehn der Befragten. Fast jeder (98 Prozent) besitzt zumindest eine Debitkarte. Kritisch sehen die Kunden, die digital bezahlen, dass amerikanische Anbieter dominieren. Denn mit Mastercard, Visa, Apple oder Google Pay haben Firmen aus den USA den Markt in der Hand. Aktuell arbeiten aber die Europäische Zentralbank (EZB), die Bundesbank und andere Notenbanken an Alternativen zur US-Dominanz. 

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