Seit Monaten ist die Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg wegen Sanierung komplett gesperrt. Die angekündigte Wiedereröffnung am 10. Juli verschiebt sich.
Die Deutsche Bahn berichtet erneut von Verzögerungen bei einer ihrer sogenannten Korridorsanierungen: Die seit Februar für eine umfassende Modernisierung gesperrte Strecke Nürnberg-Regensburg kann nicht wie geplant am Freitag wieder in Betrieb genommen werden, teilte der bundeseigene Konzern mit. Neuer Eröffnungstermin ist nun der 31. Juli. Der Grund dafür sind Verzögerungen bei der Sicherheitsüberprüfung der Stellwerktechnik.
Der durchgehende Zugverkehr wird damit erst wieder zum Beginn der Sommerferien in Bayern möglich sein, hieß es. Der Ersatzverkehr mit Bussen und die Zugumleitungen bleiben bis zur späteren Wiederinbetriebnahme bestehen.
"Sicherheit an erster Stelle": Bahn erklärt Verzögerung
"Wir bitten in aller Form um Entschuldigung", teilte der für die Infrastrukturplanung verantwortliche Vorstand der Bahn-Infrastrukturgesellschaft InfraGo, Gerd-Dietrich Bolte, mit. "Gleichzeitig gilt: Sicherheit steht im Eisenbahnbetrieb an erster Stelle. Wir werden mit den beteiligten Firmen alles daransetzen, die verbleibenden Arbeiten in Bayern schnellstmöglich zu erledigen." Es ist in diesem Jahr bereits die zweite Verspätung bei den sogenannten Generalsanierungen, mit denen die Bahn bis Mitte der 30er Jahre mehr als 40 wichtige Verkehrskorridore umfassend erneuern will.
Die Strecken werden dafür jeweils für mehrere Monate komplett gesperrt. Das Konzept ist insbesondere bei den Wettbewerbern der Bahn und Teilen der Politik unbeliebt, da es etwa für den Güterverkehr lange Umwege vorsieht und auch für betroffene Fahrgäste in den Regionen eine erhebliche Belastung darstellt. Im Juni ging die Bahnstrecke Hamburg-Berlin mit sechswöchiger Verspätung wieder in Betrieb.
Hier hatte im Frühjahr der Frost dafür gesorgt, dass Tiefbauarbeiten nicht durchgeführt werden konnten. Die erste sogenannte Korridorsanierung der Bahn in Bayern zwischen Nürnberg und Regensburg läuft seit Februar.
Täglich mehr als 350 Züge auf Strecke Nürnberg - Regensburg
Statt viele Bauarbeiten im laufenden Betrieb einzeln über einen langen Zeitraum zu planen, sollte die stark frequentierte Strecke während einer fünfmonatigen Vollsperrung umfassend erneuert werden, damit die Züge dort langfristig zuverlässiger verkehren können - mit weniger Störungen und Verspätungen. Zusätzlich finden an 20 Haltestellen entlang der Strecke Bauarbeiten statt.
Auf der Route sind laut Bahn täglich normalerweise mehr als 350 Fern-, Regional- und Güterzüge unterwegs. Zur Halbzeit der Sanierungsarbeiten Ende April hatte die Bahn noch verkündet, die Wiederinbetriebnahme wie geplant am 10. Juli zu schaffen.