Druckartikel: Heizung nachts ausschalten oder besser durchlaufen lassen?

Heizung nachts ausschalten oder besser durchlaufen lassen?


Autor: Julian Löhner

Deutschland, Donnerstag, 29. Januar 2026

In der Heizperiode fragen sich viele Menschen, wie sie möglichst effektiv heizen, ohne dabei zu viel zu zahlen. Sollte man die Heizung nachts komplett abdrehen?
Ist es bei tiefen Temperaturen effektiver, die Heizung in der Nacht durchlaufen zu lassen, statt auszuschalten? (Symbolbild)


Das Thema Heizen bereitet wegen der steigenden Kosten derzeit vielen Menschen Sorge. Im Internet finden sich verschiedene Tipps, mit welchen Methoden am effizientesten Energie gespart werden kann. An der Frage, ob nachts die Heizung abgedreht werden kann oder man lieber durchheizen sollte, scheiden sich jedoch häufig die Geister. Wir versuchen in diesem Artikel, etwas mehr Klarheit in die Thematik zu bringen. 

Darüber, dass nachts nicht dieselbe Temperatur im Raum herrschen muss wie tagsüber, sind sich eigentlich alle einig. Der Weg dorthin scheint bloß unterschiedlich angegangen zu werden. Befolgt man die Ratschläge des Umweltbundesamts, kommt man zum Ergebnis, dass nachts die Raumtemperatur in Wohn- und Arbeitsräumen um etwa 5 °C gesenkt werden kann.

Heizung über Nacht ausschalten oder durchlaufen lassen?

Die Heizung komplett abzudrehen, scheint dafür ebenfalls eine effektive Lösung zu sein. Das Ergebnis: Der Raum ist kälter als am Tag. Prinzipiell sind also beide Methoden - das Herunterdrehen und das komplette Abschalten - geeignet, um das Ziel zu erreichen. Die Temperatur lediglich abzusenken, ist effizienter, als die Heizung komplett abzudrehen. Ähnlich verhält es sich, wenn man nicht zu Hause ist. Zu diesem Schluss kommen auch die meisten Energieexperten. Das völlige Abschalten führt dazu, dass Räume und insbesondere Wände und Decken nachts zu stark auskühlen. Um diese am Morgen wieder aufzuheizen, wird mehr Energie benötigt, als durch das nächtliche Ausschalten eingespart wird. Zusätzlich erhöht ein vollständiges Abschalten das Risiko für Schimmelbildung

Legt man feste Raumtemperaturen (meist um die 16 bis 18 °C) fest, fällt die konkrete Absenkung über Nacht leichter. So kann Energie gespart werden, ohne dass die Räume vollständig auskühlen. Die Zahlen und Zeichen auf dem Heizthermostat sind dabei ein geeignetes Hilfsmittel. Eine optimale Einstellung hängt aber auch von der Dämmung und dem Heizungssystem des jeweiligen Gebäudes ab.

Neben der richtigen Raumtemperatur und der Temperaturregelung sind Faktoren wie richtiges Lüften, Abdichten oder die regelmäßige Wartung der Heizkörper wichtig für das richtige Heizverhalten. 

Spezialfall Schlafzimmer: Die ideale Schlaftemperatur

"Schlaf ist das wichtigste Regenerations- und Reparaturprogramm des Menschen", zu dieser Erkenntnis kommt Schlafforscher Dr. Hans-Günter Weeß in seinen Forschungen. Umso wichtiger ist es also, ein paar Regeln beim Schlafengehen zu beachten. Interessante Tipps zu gesundem Schlaf, Schlafstörungen und Schlafhygiene könnt ihr im Podcast "Auf Herz und Ohren" der AOK mit Dr. Weeß nachhören.

Eine der Kernaussagen ist, dass der Schlaf einen hochindividuellen Prozess darstellt und man das Schlafzimmer einer Wohlfühloase gleichsetzen sollte. Die richtige Schlaftemperatur kann maßgeblich dazu beitragen. Hier steht ebenfalls wieder das persönliche Empfinden im Vordergrund.

Trotzdem können gewisse Temperaturen zur Orientierung herangezogen werden. Das Umweltbundesamt empfiehlt speziell für das Schlafzimmer 17 °C. Ziel sollte also sein, so zu heizen und zu lüften, dass sich die Temperatur ungefähr bei diesem Wert einpendelt. Übermäßig im Schlafzimmer zu heizen, kann neben dem erhöhten Kostenfaktor auch gesundheitliche Auswirkungen haben. 

Weitere Tipps zum Heizen

Entscheidende Fragen und die dazugehörigen Tipps zu Themen wie "Heizung ausschalten während des Lüftens" oder "wie man durch das richtige Einstellen der Heizung Geld sparen kann", bleiben in jeder Heizperiode relevant und sollten immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden.

Eine Werbekampagne des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz mit dem Namen "80 Millionen gemeinsam für Energiewechsel" klärt über Energiesparmaßnahmen auf. Neben generellen Informationen finden sich auch wertvolle Tipps in Videoform zum Thema Energiesparen. Der Blick auf die Seiten des Ministeriums lohnt sich also.

Heizen ist eines der zentralen Themen in den kühleren Monaten und betrifft sämtliche Alltagssituationen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass man in jeder Alltagssituation mit simplen Tricks etwas zum Energiesparen beitragen kann.