• Immer mehr Menschen leiden unter Schlaflosigkeit
  • Auf diese Alarmsignale sollten Sie achten
  • Das können Sie dagegen tun

Die Deutschen schlafen immer schlechter - doch wann wird Schlaflosigkeit zur Krankheit? Nach Daten der Barmer Krankenkasse stieg die Zahl der ärztlich diagnostizierten Schlafstörungen (Insomnie) zwischen 2006 und 2017 um 63 Prozent. Zuletzt sei bei 3,8 Prozent aller Erwerbstätigen eine Ein- und Durchschlafstörung festgestellt worden. Ein Grund zur Besorgnis, denn: "Anhaltender Schlafmangel macht krank", sagte Frank Liedtke, Landesgeschäftsführer der Barmer in Hamburg, bei der Vorstellung des Gesundheitsreports.

Insomnie: Frauen leiden häufiger an Schlaflosigkeit

Frauen leiden laut Gesundheitsreport mit rund fünf Prozent deutlich häufiger unter Schlafmangel als Männer mit nur 3,3 Prozent. Als Gründe für die eigene Schlaflosigkeit wurden unter anderem die Versorgung kleiner Kinder und das Schnarchen des Partners angegeben, was Frauen häufiger trifft als Männer. Allerdings hat die Schlaflosigkeit bei Männern seit 2006 deutlich stärker zugenommen als bei Frauen.

Besonders gefährdet sind Angestellte im Schichtdienst. Bus- und Straßenbahnfahrer sowie Mitarbeitende im Sicherheitsdienst und in Call-Centern schlafen besonders schlecht, Ärzte dagegen recht gut. Ältere schlafen schlechter als Junge, Menschen mit Abitur besser als Hauptschüler. In Berlin, dem Saarland und in Bremen wurden zuletzt besonders häufig Schlafstörungen diagnostiziert, in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern dagegen eher selten.

Es sei auffällig, dass jeder vierte Patient mit einer diagnostizierten Schlafstörung auch unter einer psychischen Erkrankung leide, sagte Liedtke. Etwa jeder zweite hat eine krankhaft veränderte negative Grundstimmung (affektive Störung). Was jeweils Ursache und was Folge ist, sei schwierig festzustellen, sagte der Schlafmediziner Johannes Wiedemann. Es spreche allerdings viel dafür, dass Schlafmangel eine psychische Erkrankung fördere.

Ein guter Schlaf kann heilend wirken

Laut Barmer-Statistik sind Angestellte ohne Schlafstörungen 20 Tage pro Jahr krankgeschrieben, Angestellte mit Schlafstörungen dagegen 56 Tage. Liedtke betonte: "Ein guter Schlaf heilt." Seiner Einschätzung nach verschrieben Ärzte zu häufig Schlafmittel. Eine Verhaltenstherapie wäre oftmals sinnvoller. Als Ursache gaben die Patienten laut einer zusätzlichen Umfrage private Sorgen, gesundheitliche Probleme, beruflichen Stress und nächtlichen Harndrang an.

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Schlafmediziner Wiedemann erklärte, die Diagnose Schlafstörung werde dann gestellt, wenn der Tagesalltag unter schlechtem Schlaf leide. Wer über mehrere Wochen länger als eine Stunde zum Einschlafen brauche oder gegen vier Uhr morgens nicht mehr einschlafen könne, sei gefährdet.

Ausgewertet wurden die Daten der erwerbstätigen Barmer-Versicherten zwischen 15 und 65 Jahren. Zusätzlich wurden 4000 Bundesbürger zwischen 14 und 75 Jahren zum Thema Schlaf online befragt.

 

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