Du bist auf der Suche nach einem neuen sportlichen Hobby? Diese 10 Sportarten machen in jedem Alter Spaß und halten fit – plus einige Alternativen, die oft unter dem Radar fliegen.
Zu Beginn des Jahres kommt bei vielen der Wunsch auf, sich (wieder) mehr zu bewegen oder ein neues sportliches Hobby zu finden. Aber nicht jede Sportart passt zu den eigenen körperlichen Voraussetzungen oder zum aktuellen Alltag.
Die Herausforderung liegt weniger im "Ob", sondern im "Wie". Statt immer wieder über die bekannten Klassiker wie Joggen und Radfahren zu reden, stellen wir dir hier 10 Sportarten vor, die Bewegung, Spaß und Alltagstauglichkeit verbinden – mit weiteren Ideen für alle, die noch nicht fündig geworden sind.
Deshalb ist es wichtig, eine "Lifetime-Sportart" zu finden
"Lifetime-Sport" ist ein Trendwort aus den USA und beschreibt Sportarten, die von Menschen jeder Altersstufe und daher ein Leben lang ausgeübt werden können. Gemeint sind Aktivitäten, die anpassbar sind und langfristig motivieren – also Bewegung, die sich an den Körper anpasst, und nicht umgekehrt.
Viele klassische Sportarten wie Fußball, Handball oder Basketball bringen zwar viel Spaß, aber auch ein erhöhtes Verletzungsrisiko mit sich. Vor allem durch Zweikämpfe, Körperkontakt, Sprünge und abrupte Richtungswechsel. Sportverletzungen, die man mit 20 noch locker weggesteckt hat, können später schnell zu ernsthaften Folgen führen. Deshalb setzen Lifetime-Sportarten weniger auf Tempo und mehr auf Technik, Ausdauer, Koordination und kontrollierte Bewegungen.
Gut zu wissen: Zuschüsse über die Krankenkasse
Für viele Bewegungs- und Gesundheitskurse gibt es Zuschüsse von den Krankenkassen. Besonders Kurse aus dem Bereich Prävention, wie Gymnastik, Krafttraining, Walking oder Entspannung, werden häufig anteilig oder sogar vollständig erstattet. Ein kurzer Blick auf die Website der eigenen Krankenkasse lohnt sich also, bevor man startet.
10 Sportarten, die in jedem Alter Spaß machen und fit halten
Sobald es um Sportarten für höhere Altersklassen geht, fallen eigentlich immer diese drei Vorschläge: Wandern, Radfahren und Schwimmen. Aber keine Sorge, diese Klassiker findest du nicht auf unserer Top-10-Liste. Denn altersfreundliche Bewegung kann viel abwechslungsreicher sein. Es gibt viele Sportarten, die deinen Körper fordern, ohne ihn zu überfordern. Wir stellen dir unsere Top 10 vor, die den einen oder anderen vielleicht auf neue Ideen bringen.
1. Tischtennis
Die meisten haben es schon in ihrer Jugend gespielt, und auch viele Jahre später macht es noch genauso viel Spaß – Tischtennis gehört für alle Altersgruppen zu den beliebtesten Sportarten. Neben dem Spaßfaktor hat Tischtennis weitere entscheidende Vorteile: Der Sport fördert die Konzentration, die Reaktionszeit, die Hand-Auge-Koordination und die motorischen Fähigkeiten. Zusätzlich stärkt er das Gleichgewicht und die Flexibilität, ohne großes Verletzungsrisiko. Studien zeigen, dass diese Sportart sogar die Lebensqualität bei Demenz steigern und den Krankheitsverlauf potenziell verzögern kann.
In vielen Gemeinden gibt es Tischtennisvereine ohne Altersbeschränkung. Und wer besonders talentiert ist, kann auch an einem der nationalen Wettkämpfe teilnehmen. Der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) veranstaltet Wettbewerbe wie den Deutschlandpokal für Seniorenmannschaften sowie Einzel-, Doppel- und Mixed-Turniere, gestaffelt in den Altersgruppen Ü40, Ü50, Ü60 und Ü70. Manche der internationalen Wettkämpfe sind sogar Ü80.
Wassergymnastik ist eine gelenkschonende und effektive Methode, um Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer und Koordination zu fördern. Da im Wasser rund 70 % deines Körpergewichtes reduziert werden, ist es besonders schonend für Gelenke und Wirbelsäule und hilft bei Rücken- oder Gelenkproblemen. Deshalb ist Wassergymnastik vor allem für Betroffene von Arthrose die ideale Sportart.
Experten empfehlen, Wassergymnastik mindestens ein- bis zweimal pro Woche durchzuführen. Wer seine Beweglichkeit und Ausdauer verbessern möchte, kann auch häufiger trainieren, je nach körperlicher Verfassung. Bereits Einheiten à 30 Minuten sind ausreichend, um Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit nachhaltig zu steigern. Kurse werden in fast allen Schwimmbädern angeboten und die Kosten werden in vielen Fällen sogar ganz oder teilweise von der Krankenkasse übernommen.
3. Tanzen
Tanzen verbindet Bewegung, Musik und Lebensfreude. Ob Standard-, Lateintänze, Discofox, Line Dance oder freie Tanzformen und Sitztanz: Die Auswahl ist groß und lässt sich an unterschiedliche Vorlieben und Fitnesslevels anpassen.
Tanzen verbessert Ausdauer, Koordination und Gleichgewicht und aktiviert alle Muskelgruppen. Auch dein Gedächtnis wird beim Tanzen trainiert, schließlich müssen Rhythmen und Schrittfolgen verinnerlicht werden. Für alle, die ihren Körper stärken wollen, ohne dass es sich wie klassisches Krafttraining anfühlt, ist dieser Sport ideal. Neben Tanzvereinen und Tanzschulen bieten auch viele kleine Orte lokale Tanzgruppen oder offene Tanzabende in Gemeindehallen an. Organisationen wie das Rote Kreuz (DRK) bieten ebenfalls Kurse an.
4. Gezieltes Krafttraining
Krafttraining muss nicht nur im Fitnessstudio stattfinden. Viele Übungen lassen sich problemlos zu Hause umsetzen, mit dem eigenen Körpergewicht oder auch mit Widerstandsbändern oder kleinen Gewichten. Die kurzen Einheiten und das flexible Zeitmanagement machen Krafttraining zu einer der beliebtesten Sportarten.
Regelmäßiges Krafttraining sorgt nicht nur für mehr Muskelkraft, sondern verbessert auch Koordination und Gleichgewicht – so lassen sich unter anderem Stürze vermeiden. Gleichzeitig profitiert der Körper durch einen gesenkten Blutdruck, eine bessere Durchblutung und eine erhöhte Sauerstoffaufnahme. Die aktiven Muskeln nehmen nach dem Training mehr Nährstoffe auf, was sich günstig auf Blutzucker und Blutfettwerte auswirkt – besonders für Diabetiker ist das ein großer Vorteil. Außerdem werden durch das Training die Knochen gestärkt und das Risiko für Osteoporose sinkt.
Gymnastik steht für kontrollierte, funktionelle Bewegung. Dehn-, Kräftigungs- und Mobilitätsübungen fördern Beweglichkeit, Koordination und Körperspannung. Auch der Einstieg ist unkompliziert. Viele Sportvereine bieten Gymnastikgruppen ohne Leistungsdruck. Wer lieber für sich trainiert, kann Gymnastik mithilfe von Videos auch ganz einfach zu Hause umsetzen.
Diese Sportart ist extrem anpassungsfähig an das eigene Leistungsniveau. Gerade die ruhigen Abläufe machen Gymnastik zu einer idealen Grundlage für regelmäßige Bewegung. Für alle, die sich nicht so sicher fühlen, ist Hockergymnastik eine gute Alternative. Die Übungen werden zwar im Sitzen ausgeführt, bieten aber dieselben positiven Effekte.
6. Tai Chi
Tai Chi, oder auch Schattenboxen genannt, ist eine alte chinesische Kampfkunst, die sich seit dem Ende der Ming-Dynastie (1368 -1644 n. Chr.) entwickelte. Ursprünglich als Selbstverteidigung konzipiert, wird Tai Chi heute vor allem als ganzheitliche Form der Bewegung praktiziert.
Dabei handelt es sich nicht nur um körperliches Training zur Gesundheitsförderung, es aktiviert auch Geist und Charakter und soll die Lebensenergie im Körper harmonisch fließen lassen. Charakteristisch sind langsame, fließende Bewegungsabfolgen, die bewusst und kontrolliert ausgeführt werden. In Kombination mit kontrollierter Atmung macht das Tai Chi zu einer attraktiven Alternative zu klassischen Sportarten. Zudem kann sich Tai Chi bei Arthrose, COPD und Parkinson positiv auswirken sowie die kognitive Leistungsfähigkeit steigern.
7. Walking/Nordic Walking
Walking ist eine der unkompliziertesten Sportarten überhaupt und doch vielseitiger, als es auf den ersten Blick wirkt. Je nach Tempo, Gelände und Strecke lässt sich die Belastung sehr gut steuern. Beim Nordic Walking kommen zusätzlich spezielle Laufstöcke zum Einsatz, die den Oberkörper aktiv einbinden und so für noch mehr ganzheitliches Training sorgen.
Die Verbindung von Ausdauer und Technik macht Walking zu einer beliebten Sportart. Es ist draußen möglich, erfordert wenig Ausrüstung und lässt sich sowohl allein als auch in einer Gruppe ausüben. Gesundheitlich wirkt sich Walking vorrangig auf das Herz-Kreislauf-System aus, fördert die Ausdauer und bringt den Stoffwechsel in Schwung. Regelmäßiges Gehen an der frischen Luft kann auch das Gleichgewicht und das allgemeine Wohlbefinden verbessern.
Pilates zielt darauf ab, den gesamten Körper systematisch zu trainieren. Dafür werden Dehnungs-, Kräftigungs- und Atemübungen kombiniert. Im Gegensatz zu Yoga hat Pilates keinen spirituellen Hintergrund und speziell entwickelte Pilates-Geräte und anderes Pilates-Zubehör können in das Training integriert werden.
Im Zentrum des Trainings steht das Powerhouse, anders gesagt: die Korsett-Muskulatur in der Körpermitte. Mit verschiedenen Übungsfolgen können Kraft, Beweglichkeit und Balance verbessert werden. Auch eine verbesserte Haltung, ein entspannter Schulter-Nackenbereich und ein verbessertes Körperbewusstsein gehören zu den Vorteilen von Pilates.
9. Badminton
Badminton macht in jedem Alter Spaß – und hält fit. Die Dynamik des Badmintonspiels verbessert die körperliche Kondition, indem sie Schnelligkeit, Kraft und Flexibilität fördert. Dabei kommt es darauf an, schnell zu reagieren und die Spielweise der Gegnerin oder des Gegners vorausschauend einzuschätzen.
Ähnlich wie beim Tennis gehört auch dieser Teamsport zu den internationalen und nationalen Wettkampfsportarten. Bis zu Ü80-Turniere und andere Liga-Angebote werden regelmäßig von dem Deutschen Badminton-Verband (DBV) und anderen Verbänden organisiert. Es gibt sowohl zahlreiche Vereine als auch Freizeitgruppen für Badminton. Viele Sporthallen bieten sogar feste Spielzeiten für Hobbyspieler an, bei denen man auch ohne Vorkenntnisse einsteigen kann.
Singen gilt zwar nicht als Sportart, fordert aber den Körper und die Gesundheit mehr als viele vermuten. Singen trainiert den Körper ähnlich wie leichte Sportarten oder Dehnübungen. Bereits 10 bis 15 Minuten bewusstes und kräftiges Singen genügen, um das Herz-Kreislauf-System spürbar zu aktivieren. Das Atemtraining und der Einsatz von Zwerchfell und Rumpfmuskulatur machen Singen zu einer aktiven Tätigkeit.
Kirchenchöre und Gesangsvereine gibt es fast überall und Vorkenntnisse sind auch nicht nötig. Entscheidend ist nur die Freude an der gemeinsamen Aktivität. Und auch die Auswirkungen auf die mentale Gesundheit sollten nicht unterschätzt werden: Gemeinsames Singen kann Stress reduzieren, die Konzentration fördern und die Stimmung heben.
Nicht Top 10, aber definitiv einen Blick wert
Natürlich gibt es noch viele weitere Sportarten, die alle ihre eigenen Vorteile mit sich bringen. In unseren Top 10 ist nichts Passendes für dich dabei?
Hier sind noch einige andere, oft vergessene Sportarten, die auch für höhere Altersklassen geeignet sind:
Padel: Ähnlich wie Tennis, aber auf einem kleineren Feld und mit Wänden, was für schnelle Ballwechsel und viel Dynamik sorgt.
Boccia: Ein Präzisionsspiel, das ideal für jedes Alter und auch im Freien spielbar ist.
Sport- & Bogenschießen: Hier stehen Konzentration, Körperspannung und Zielgenauigkeit im Mittelpunkt.
Billard: Ein ruhiger, taktischer Präzisionssport, der Geschick und strategisches Denken fördert.
Kegeln & Bowling: Zwei gesellige Kugelsportarten, bei denen das Ziel ist, mit möglichst wenigen Würfen alle Pins oder Kegel umzuwerfen.
Frisbee: Eine nicht zu unterschätzende Sportart, die sich auch super im Park mit Freunden spielen lässt und die Koordination fördert.
Stand-up-Paddling: Ein Ganzkörpertraining mit Urlaubsfeeling.
Golf: Ein Präzisionssport, bei dem du zudem die Natur genießen kannst.
Dart: Beim Werfen auf die Zielscheibe sind eine ruhige Hand, Körperspannung und Konzentration gefragt.
Leider gibt es nicht immer die passenden Möglichkeiten in der direkten Umgebung. Das sollte aber kein Grund sein, den Gedanken gleich wieder zu verwerfen. Es gibt mehr Menschen, die auf der Suche nach einem neuen Hobby sind, als man denkt.
Ein Blick auf das Schwarze Brett im Ort kann bereits erste Kontakte schaffen. Auch soziale Netzwerke wie Facebook sind sehr hilfreich, um Gleichgesinnte zu finden. Traue dich auch, den ersten Schritt zu machen: Eine kleine Freizeitgruppe zu gründen, benötigt keine perfekte Organisation!
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