Franken
Seltene Erkrankungen

Fischgeruch-Syndrom, Wandelnde Leiche und Alien-Hand: Diese 7 Krankheiten sind echt

Sie klingen unglaublich, aber es gibt sie wirklich: Kälteallergie, das Alien-Hand-Syndrom oder das Fischgeruch-Syndrom. Wir erklären, was es mit diesen sieben Krankheiten auf sich hat.
 
Das Fischgeruch-Syndrom ist eine Stoffwechselkrankheit, bei der Betroffene eine unangenehm riechende Substanz in ihrem Schweiß absondern. Symbolfoto: pasja1000/Pixabay.com
Das Fischgeruch-Syndrom ist eine Stoffwechselkrankheit, bei der Betroffene eine unangenehm riechende Substanz in ihrem Schweiß absondern. Symbolfoto: pasja1000/Pixabay.com

Zum Tag der seltenen Krankheiten wirft inFranken.de einen Blick auf sieben Krankheiten, die unfassbar klingen, aber dennoch Realität sind. Weltweit gibt es nur wenige bekannte Fälle.

Die Bezeichnungen der Krankheiten klingen seltsam - die Symptome der Betroffenen sind aber häufig sehr ernst.

1. Das Alien-Hand-Syndrom

Wem hier Szenarien aus einem Horror-Film in den Kopf kommen, der liegt gar nicht mal so falsch. Das Alien-Hand-Syndrom ist eine neurologische Störung, bei der eine Hand ein unkontrollierbares Eigenleben führt.

Oft arbeitet die "Geisterhand" sogar gegen die andere Hand. Mediziner vermuten, dass das Alien-Hand-Syndrom von einer Störung des Corpus callosum herrührt, der die rechte und die linke Gehirnhälfte miteinander verbindet.

Ist dieser Hirnteil etwa durch einen Tumor oder Schlaganfall geschädigt, ist der Informationstausch zwischen beiden Gehirnhälften unterbrochen und eine Hand von der Informationsversorgung abgeschnitten. Behandlungsmöglichkeiten gibt es momentan noch keine. Patienten müssen lernen, mit der Erkrankung umzugehen

2. Das Wandelnde-Leiche-Syndrom

Nicht weniger gruselig als das Alien-Hand-Syndrom ist das Cotard-Syndrom (oder im Englischen: Walking Corpse Syndrome). Betroffene halten sich selbst für tot. Sie "fühlen" ihren Körper verrotten und weigern sich daher, etwas zu essen oder sich zu waschen.

Die Krankheit kann psychotisch oder neurologisch bedingt sein. Erkrankten fehlt möglicherweise die Verbindung bestimmter Hirnareale zur Gesichtserkennung und emotionalen Verknüpfung. So wirkt selbst das eigene Spiegelbild fremd. Abhilfe schaffen Psychopharmaka oder Elektrokrampftherapien.

Kälteallergie

Niemand friert gerne. Doch einigen wenigen Menschen bereitet Kälte tatsächlich körperliche Schmerzen. Sie leiden an einer Kälteallergie beziehungsweise an Kälteurtikaria. Auf frostige Außentemperaturen, kaltes Badewasser oder gekühlte Getränke reagieren sie mit allergieähnlichen Symptomen wie Hautausschlag und schmerzhaften Schwellungen.

Zur Behandlung setzen Mediziner auf Antihistaminika. Erkrankte sollten die Kälte weitestgehend meiden, bis die Allergie meist von selbst wieder zurückgeht.

Das Münchmeyer-Syndrom

Das Münchmeyer-Syndrom (auch: Fibrodysplasia ossificans progressiva) ist eine folgenschwere genetische Erkrankung. Die Wundheilung der Patienten funktioniert nicht richtig. Bei oberflächlichen Wunden oder auch tiefergehenden Zerrungen und Prellungen werden anstelle normalen Narbengewebes Knochenstrukturen gebildet.

Durch die Verknöcherung versteift der Körper zusehens. Wichtige (Organ-)Funktionen werden eingeschränkt. Methoden zur Behandlung oder Prävention sind noch nicht bekannt.

Das Alice-im-Wunderland-Syndrom

In der Geschichte von "Alice im Wunderland" verändert ein Bissen von einem Pilz die Größe der Titelheldin. Auf einmal erscheinen ihr Alltagsgegenstände riesig. Ähnlich geht es Patienten mit dem Alice-im-Wunderland-Syndrom. Sie leiden an einer visuellen Wahrnehmungsstörung, die sie Objekte in ihrer Umgebung unverhältnismäßig klein oder groß (Mikropsie oder Makropsie) wahrnehmen lässt.

Das Alice-im-Wunderland-Syndrom kann als Begleiterscheinung von Migräne, als Anzeichen eines epileptischen Anfalls, als Symptom des Epstein-Barr-Virus sowie unter Drogeneinfluss auftreten und Orientierungslosigkeit oder Übelkeit auslösen. Wie das News-Portal Watson berichtet, soll Lewis Carrol, der Autor des namensgebenden Kinderbuchs, selbst an dieser Erkrankung gelitten und seine Erfahrungen in der Geschichte verarbeitet haben.

Das Hyperthymestische Syndrom

Sowohl der Name als auch die Symptome dieser Krankheit hören sich beeindruckend an. Betroffene des hyperthymestischen Syndroms können sich detailliert an jeden einzelnen Tag ihres Lebens erinnern - angefangen in ihrer Kindheit oder frühen Jugend. Was praktisch klingt, kann jedoch sehr belastend sein. Im Alltag brechen über Erkrankte oft zahllose Erinnerungen hinein.

Das Fischgeruch-Syndrom

Das Fischgeruch-Syndrom (auch: Trimethylaminurie) ist sowohl für Patienten, als auch für ihre Umgebung unangenehm. Wer an dieser Stoffwechselkrankheit leidet, sondert zu viel Trimethylamin in seinem Urin und Schweiß ab - und riecht infolgedessen nach Fisch.

Grund dafür ist ein fehlendes Enzym in der Leber, das den Stoff normalerweise geruchsneutral umwandelt. Immerhin gibt es Medikamente, mit denen das Fischgeruch-Syndrom therapiert werden kann.