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Gesundheit

Schmerzmittel-Studie: Cannabis bei Schmerzen besser als Aspirin?

Hoffnung für Schmerzpatienten: Kanadische Forscher bestätigen, dass Cannabis bei Schmerzen 30-mal besser als Aspirin helfen soll. In Deutschland ist Cannabis als Arzneimittel nur unter bestimmten Voraussetzungen zugelassen.
 
Cannabis
Forscher aus Kanada haben die Cannabis-Pflanze nun bis auf Molekülebene untersucht und die schmerzlindernde Wirkung bestätigt. Symbolfoto: Foto: 7raysmarketing/pixabay.com

Cannabis ist 30-mal wirkungsvoller als Aspirin: Bereits seit Jahrzehnten sind einige positive Eigenschaften der Cannabis-Pflanze bekannt. In Deutschland ist der Einsatz als Arzneimittel seit 2017 unter bestimmten Voraussetzungen zugelassen, auch die Übernahme der Kosten durch die gesetzliche Krankenkasse ist in bestimmten Fällen möglich.

Nun ist auch das Geheimnis um die heilenden Bestandteile der Pflanze gelüftet: Ein kanadisches Forscherteam der University of Guelph hat in einer Studie die Zusammensetzung der Cannabisblüten näher untersucht und herausgefunden, dass diese schmerzlindernde Moleküle erzeugen, die 30-mal wirkungsvoller sind als das Schmerzmittel Aspirin.

Cannabis als Arzneimittel: Hilfe bei chronische Schmerzen

Laut dem Ärzteblatt gelten in Deutschland etwa acht Millionen Menschen als chronisch schmerzkrank. Rund einem Viertel dieser Patienten sei mit herkömmlichen Medikamenten nicht ausreichend zu helfen. Dazu zählen Patienten mit Krebs im fortgeschrittenen Stadium, multipler Sklerose (MS) und Aids. Für diese Menschen sei die Behandlung mit in Cannabis enthaltenen Cannabinoiden und Opioiden eine mögliche Alternative.

Die klassische Behandlung chronischer Schmerzpatienten mit aus Opium gewonnenen Substanzen bringe zwar auch eine schmerzlindernde Wirkung mit sich, allerdings sei das Risiko für erhebliche Nebenwirkungen und Sucht groß. Beim Einsatz von Cannabis können auch Probleme drohen: In einem Artikel warnt das Ärzteblatt sogar vor schlimmen Nebenwirkungen wie einer Schizophrenie-Erkrankung.

Mit biochemischen und genomischen Verfahren konnten die kanadischen Forscher zwei wichtige Moleküle nachweisen: Die zu den Flavonoiden gehörenden Atomverbindungen Cannflavin A und Cannflavin B könnten die Grundlage für neue Schmerzbehandlungen ohne die bisherigen Nebenwirkungen und Suchtgefahr sein.

Molekülverbindungen als Grundlage für neue Schmerzbehandlung

Die neu entdeckten Moleküle aus der Cannabispflanze bekämpfen eine Entzündung direkt an der Quelle und seien deswegen fast 30 Mal effektiver als der in Aspirin enthaltene Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS).

"Das Problem mit diesen Molekülen ist jedoch, dass die Cannflavine im Cannabis nur im geringen Maße vorhanden sind", erklärt Professor Steven Rothstein aus dem Studienteam. Deshalb müsste weiter geforscht werden, um die sekundären Pflanzenstoffe in großer Menge herstellen und tatsächlich als Alternative zu herkömmlichen Schmerzmitteln, beispielsweise in Cremes, Pillen oder Pflastern, verwenden zu können.

Schon länger setzen sich viele Organisationen für eine vereinfachte Zugänglichkeit der Cannabispflanze in der Medizin ein. Der Deutsche Hanfverband fordert eine Lockerung der Gesetzeslage für Nutzhanfbauer in Deutschland, die auch heutzutage noch durch "rückständiges Verhalten der Bundesregierung" in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt seien.

Cannabis bald als Genussmittel freigegeben?

Im Februar hat sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für eine Neuklassifizierung von Cannabis und einer damit vereinfachten medizinischen Nutzung ausgesprochen. Bislang  war die Pflanze ebenso wie Heroin, Kokain oder Chrystal Meth als Substanz ohne medizinischen Nutzen klassifiziert worden.

Die Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen hat gemäß der Empfehlung der WHO Cannabis und Haschisch aus der Liste der gefährlichsten Drogen gestrichen. Die Neubewertung könnte dazu führen, dass Cannabis in machen Ländern nicht nur als Heilmittel, sondern auch als Genussmittel freigeben wird. In Ländern wie Kanada oder Urugay ist dies jetzt schon der Fall. 

inFranken.de-Redakteur Robert Wagner ist bereits seit einiger Zeit der Meinung, dass die Legalisierung von Cannabis nicht aufzuhalten ist. Im Jahr 2019 hat in Würzburg das erste Cannabis-Café Deutschlands eröffnet.inFranken.de hat das "Cannameleon" bereits besucht.