Saunieren stärkt den Körper: Der regelmäßige Gang in die Dampfkammer baut das Immunsystem auf, reguliert Stresshormone und senkt das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Herzinfarkte, Schlaganfälle und Herzschwäche. Trotzdem bedeutet das nicht, dass der Saunagang nicht auch eine enorme Belastung für den Körper sein kann. 

Doch was passiert beim Saunieren eigentlich mit dem Körper? Zu Beginn steigt die Körpertemperatur stark an. Dabei kann die Marke von 40 Grad schnell geknackt werden. Das sorgt wiederum dafür, dass sich die Blutgefäße stark weiten. Man provoziert dadurch sozusagen ganz absichtlich einen künstlichen Fieberschub, der sich auch auf das Herz auswirkt - das pumpt nämlich nun 80 Prozent häufiger als üblich. Gesunde Menschen verkraften diesen Schub ohne weitere Probleme. Der Körper kommt mit diesem Zustand in der Regel gut zurecht und das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt. Menschen, die allerdings gesundheitlich vorbelastet sind, sollten sich langsam an die Saunagänge gewöhnen. 

Vorbelastete Menschen müssen besonders aufpassen 

Regelmäßiges Saunieren soll laut der Deutschen Hochdruckliga e.V. eine positive Wirkung auf die Blutdruckregulation haben. Laut Studien konnten Patienten und Patientinnen, die zweimal wöchentlich eine Sauna besuchten, ihren Blutdruck in drei Monaten von 166/101 auf 143/92 senken. Sportwissenschaftler der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg kamen ebenfalls zu dem Schluss, dass Saunieren gut für den Körper ist. Ihren Forschungsergebnissen zufolge kamen Saunagäste beim Saunieren auf die gleichen Blutdruck- und Herzfrequenzwerte wie ein Proband, der auf einem Fahrrad bei einer Belastung von 100 Watt fuhr. Demnach sei der Saunagang ein besonders gutes Training für den Körper. Vorbelastete oder herzkranke Menschen müssen sich dieser Belastung dennoch bewusst und besonders vorsichtig sein. 

Daher sollten Menschen, die an Herz- oder -Kreislaufproblemen leiden, folgende Hinweise beachten:

  1. Sofern die letzte körperliche Belastung schon länger zurückliegt, sollte unbedingt ein Belastungs-EKG vor dem Saunagang gemacht werden, um abzuchecken, ob das Herz mit der Belastung zurechtkommen wird. Außerdem sollte der Saunabesuch vorher von einem Arzt abgeklärt werden. 
  2. Die Hitze sollte beim Saunieren langsam gesteigert werden. Dies ist entspannender für den Körper und einfacher für den Kreislauf.
  3. Zusätzlich sollte auf ein entsprechendes Zeitfenster geachtet werden. Drei bis fünf Minuten reichen völlig aus. 
  4. Anschließend sollte man lauwarmes Wasser nutzen, um sich abzubrausen. Hier sollte mit den Füßen begonnen werden. Der Sprung ins Eisbad oder kalte Wasser kann dagegen zu Herzbeschwerden führen und ist daher für vorbelastete Menschen nicht zu empfehlen. 
  5. Nach dem Saunagang braucht der Körper Ruhe. Eine halbe Stunde Auszeit ist zu empfehlen.  Sich zu setzen und hinzulegen ist besonders wichtig, um nach dem Saunieren gut durchzuatmen. Das entspannt den Kreislauf. 
  6. Der Körper braucht vor allem Wasser - daher sollte auf ausreichend Flüssigkeit geachtet und genug getrunken werden.