• Wirkung von Paracetamol
  • Dosierung und Anwendung
  • Nebenwirkungen
  • Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Paracetamol wird vorwiegend bei Fieber und Kopfschmerzen eingesetzt. Es ist rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich und wird von der WHO als unentbehrliches Arzneimittel eingestuft.

Wirkung von Paracetamol

Die Wirkungsweise von Paracetamol ist noch nicht vollständig bekannt. Man weiß aber, dass es nicht die gleichen Wirkmechanismen besitzt wie Aspirin oder Ibuprofen, deren Wirkung schon gut erforscht ist. Im Gegensatz zur Wirkungsweise sind die Wechsel- und Nebenwirkungen des beliebten Medikaments bekannt. Paracetamol hat außerdem eine nur geringfügig blutverdünnende Wirkung. Eine entzündungshemmende Wirkung ist allerdings nur im Laborversuch nachweisbar.

Das Medikament wirkt im Normalfall binnen einer halben Stunde. Sollte nach einer Stunde keine deutliche Linderung feststellbar sein, muss ein Arzt aufgesucht werden, anstatt die Dosis zu erhöhen.

Die Selbstmedikation sollte im Allgemeinen nach einem Versuch beendet werden, um Wechselwirkungen zu vermeiden. Eine Dosis Paracetamol hält ca. 4-6 Stunden.

Dosierung und Anwendung

Als Dosierung wird empfohlen, 10-15 mg pro kg Körpergewicht einzunehmen. Die Tageshöchstdosis bei Erwachsenen liegt bei 4000 mg. Die Einzeldosis kann also gefahrlos 3-4x wiederholt werden, jedoch über den Tag verteilt. 500 mg pro Tablette sind Standard und dadurch, dass sie leicht teilbar sind, können auch Kinder gut versorgt werden, ohne eine Überdosierung zu riskieren. Die Wirkung kann durch Koffein verstärkt werden. Zu beachten ist, dass Paracetamol nicht so magenschädlich wie beispielsweise Aspirin ist. 

Paracetamol gibt es sowohl als Tablette, als auch als Zäpfchen oder als Infusion. Eine Infusion wird aber nur durch medizinisches Personal verabreicht. 

Das Medikament ist ein hochwirksam bei Kopfschmerzen. Es kann auch für leichte Migränefälle genutzt werden. Bei häufiger Migräne wird es jedoch nicht empfohlen, da eine dazu notwendige hohe Dosierung sehr schädlich für die Leber ist. Es ist deshalb wichtig, sich stets an die Dosierungsempfehlungen zu halten. Auch bei Zahn- und Regelschmerzen ist Paracetamol ein beliebtes Mittel.

weitere Anwendungsmöglichkeiten

Bei einer Erkältung wirkt Paracetamol vor allem durch Fieber senkende und schmerzstillende Eigenschaften. Allerdings wirkt es kaum entzündungshemmend und ist deshalb nur zur Bekämpfung der Symptome sinnvoll. In dieser Anwendung wirkt es also nur unterstützend, nicht heilend.

Auch bei Fieber wird gern auf Paracetamol zurückgegriffen, da es Fieber senkende Eigenschaften besitzt. Die erhöhte Temperatur ist aber eine Schutzreaktion des Körpers, der versucht, durch die Überhitzung Krankheitserreger abzutöten. Deshalb muss nicht jedes Fieber sofort bekämpft werden. Sollte es aber so hoch sein, dass dies zu Zell- und Nervenschäden führen könnte, kann Paracetamol bis zum Eintreffen des Arztes als Schutzmedikament zur Fiebersenkung eingenommen werden. Die Temperatursenkung kann man zudem durch kühlende Wadenwickel unterstützen.

Es gibt keine eindeutigen Hinweise darauf, dass eine Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft sofort zu Folgeschäden führen kann. Allerdings gibt es starke Hinweise darauf, dass eine regelmäßige Einnahme erhebliche Folgen für das Kind haben kann, beispielsweise Verzögerungen in der Entwicklung, Anfälligkeit für Asthma, Verhaltensprobleme oder Sprachverminderung. Es sollte also bedacht mit dem Medikament in der Schwangerschaft umgegangen werden. Am besten sprichst du das mit deinen Ärzt*innen ab.

Nebenwirkungen von Paracetamol

Eine Überdosierung von Paracetamol ist sehr schädigend für die Leber. Bei einer normalen Anwendung sind Nebenwirkungen nur sehr selten und meist recht gutartig. Gelegentlich können folgende Symptome auftreten:

  • Übelkeit
  • Schweißausbrüche
  • Allergische Reaktion (Hautausschlag)
  • Blutdruckabfälle
  • Veränderung des Blutbildes (selten)
  • Verkrampfung der Atemmuskulatur

Wenn eines der Symptome auftritt, muss das ernst genommen werden, vor allem bei allergischen Hautreaktionen oder einer Verkrampfung der Atemmuskulatur. Im besten Fall lässt man sich im Vorfeld auf eine Paracetamol-Unverträglichkeit untersuchen.

Wechselwirkungen

Es gibt einige Medikamente, die sich mit einer gleichzeitigen Einnahme nicht vertragen. Diese sind im Beipackzettel aufgeführt. 

Problematisch ist beispielsweise, Paracetamol einzunehmen und gleichzeitig Alkohol zu trinken. Dabei entsteht ein giftiges Stoffwechselprodukt, welches die leberschädigende Wirkung des Medikaments erhöht. Auch mit vielen Schlafmitteln ist das der Fall. Viele Medikamente verringern oder verzögern die Wirkung, was zu einer Überdosierung verleiten könnte.

Es ist auch zu empfehlen, andere Medikamente immer auf ihren Paracetamolgehalt zu untersuchen, denn auch viele Erkältungsmittel enthalten es. Das sollte dann in die Gesamtdosierung mit eingerechnet werden, um die Gefahr einer Überdosierung auszuschließen. 

Wichtig ist also, immer die Dosis einzuhalten, Paracetamol nicht länger als drei Tage hintereinander zu nehmen und nicht öfter als 10 Tage pro Monat. Der Beipackzettel sollte sowieso immer gelesen werden.

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