• Die richtige Reinigung der Ohren: Das solltest du auf keinen Fall tun
  • Hilfsmittel zur schonenden Reinigung deiner Ohren
  • Was ist Ohrenschmalz überhaupt?

Sicher hast du dich auch bereits einmal gefragt, wie du deine Ohren am besten und gründlichsten reinigst. Fast schon automatisch greifen die meisten von uns zielstrebig zu Wattestäbchen, um das zumeist lästige Ohrenschmalz möglichst gründlich zu entfernen. Hierbei gibt es jedoch einiges zu beachten.

Die richtige Reinigung der Ohren

Die wichtigste Information für dich gleich vorweg: Ohren reinigen sich im Grunde selbst. Hierauf weist auch die HNO-Ärztin, Dr. Ines Weinzierl, auf ihrer Internetseite hin. Versuchst du, deine Ohren mit Hilfsmitteln zu reinigen und greifst dabei zu viel und insbesondere zu tief in dein Ohr ein, riskierst du Entzündungen im Ohr.

Solltest du dich sehr unwohl dabei fühlen, auf die eigene Reinigung der Ohren zu vertrauen und dich überschüssiges Ohrenschmalz in der Ohrmuschel besonders stören, so kannst du dieses mit einem lauwarm angefeuchteten, weichen Lappen oder einem Kosmetiktuch vorsichtig entfernen. Unter der Dusche lässt sich die Haut in und hinter der Ohrmuschel auch mit Wasser und dem Finger vorsichtig säubern. Hast du danach Wasser im Ohr, gibt es verschiedene Techniken, um es aus wieder heraus zu bekommen. Störendem Juckreiz in der Ohrmuschel kannst du beispielsweise bereits mit ein paar Tropfen Mandel-, Oliven- oder Babyöl den Kampf ansagen und dir so ganz einfach Linderung verschaffen.

Laut der AOK Krankenkasse ist jedoch eines besonders wichtig: Die Reinigung deiner Ohren solltest du unbedingt auf den Bereich der Ohrmuschel beschränken. Der Eingang zum Gehörgang ist tabu.

Hilfsmittel zur Reinigung

Als mögliches Hilfsmittel denkst du sicher sofort an die in der Drogerie oder dem Supermarkt erhältlichen Wattestäbchen. Tatsächlich raten Expert*innen jedoch genau von deren Verwendung bei der regelmäßigen Reinigung der Ohren ab. Die große Gefahr bei der Ohrenreinigung mit Wattestäbchen besteht darin, dass das eigentlich zu entfernende Ohrenschmalz bis vor dein Trommelfell geschoben wird. Dort kann es eintrocknen und eine Barriere schaffen. Nicht zuletzt kann es durch den Einsatz von Wattestäbchen auch zu Verletzungen des Gehörgangs und sogar des Trommelfells kommen.  Ein entstehender Ohrenschmalzpfropf, also sich im Gehörgang sammelndes Ohrenschmalz, blockiert diesen Gehörgang und behindert die Schallübertragung auf das Trommelfell. Die Folge: Du hörst plötzlich schlechter. Zudem kann sich ein dumpfes oder unangenehmes Gefühl im Ohr einstellen und sogar Schmerzen oder andere störende Geräusche können im jeweils betroffenen Ohr entstehen. 

Ist dein Ohr einmal besonders stark mit Ohrenschmalz verstopft, so kannst du spezielle Sprays oder Spüllösungen aus der Apotheke zur Ohrreinigung verwenden. Von der Verwendung sogenannter Ohrkerzen raten HNO-Ärztinnen und -Ärzte, so auch Dr. Ines Weinzierl, dringend ab. Es besteht die große Gefahr, dass es durch den Einsatz zu schlimmen Verbrennungen kommen kann. Auch ist bisher fraglich, ob hieraus wirklich ein Reinigungseffekt erzielt werden kann.

Achtung: Alltagsgegenstände, die auf den ersten Blick aufgrund ihrer Größe und Breite für die Reinigung der Ohren geeignet scheinen, solltest du jedoch unbedingt von deinem Gehörgang fern halten. So sind weder Stricknadeln noch Büroklammern für die Entfernung von Ohrenschmalz oder auch nur zum Kratzen im Gehörgang bei Juckreiz geeignet und können mehr Schaden als Gutes anrichten.

Was ist Ohrenschmalz überhaupt?

Ohrenschmalz (med.: Cerumen) ist ein gelbliches Sekret, welches von Talgdrüsen und Haarfollikeln des äußeren Gehörgangs produziert wird und als Schutzfilm für die empfindliche Haut im Gehörgang dient. Die Farbe kann dabei variieren und stellt sich von hellgelb über bernsteinfarben bis hin zu dunkelbraun dar.

Auch wenn Ohrenschmalz zumeist als unhygienisch betrachtet wird, trifft dies nicht zu. Stattdessen hat es eine besondere Funktion. So wirkt es beispielsweise antibakteriell und schützt deine Ohren vor dem Austrocknen und dem Eindringen von Wasser.

Gleichzeitig hat das Ohrenschmalz noch eine weitere, nicht zu unterschätzende Aufgabe: Es hilft deinen Ohren bei der eigenen Selbstreinigung, wie die Techniker Krankenkasse erklärt. Fremdkörper im Ohr, wie beispielsweise Schmutz oder kleine Staubpartikel, werden umschlossen und mithilfe der Ohrhaare zur Ohrmuschel transportiert.

Fazit: Reinige deine Ohren schonend

Wie bereits aufgeführt, reinigen sich deine Ohren in der Regel von selbst. Besonderer Maßnahmen zur Reinigung bedarf es daher grundsätzlich nicht. Solltest du hierbei jedoch ein ungutes Gefühl haben und auf eine gezielte Reinigung nicht verzichten wollen, so solltest du in jedem Fall auf Wattestäbchen und sonstige Fremdkörper verzichten, um die Entstehung eines Ohrenschmalzpfropfens oder gar von Verletzungen zu vermeiden. Bei besonders hartnäckigem Ohrenschmalz, welches als störend empfunden wird, empfiehlt sich in jedem Fall der Gang zu einem HNO-Arzt oder einer HNO-Ärztin, um eine fachgemäße Reinigung zu gewährleisten.