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London

Neue Studie: Aspirin beugt Darmkrebs vor

Darmkrebs ist eine weitverbreitete Krebsart. Vor allem eine gesunde Lebensweise wird als wirksames Mittel gegen eine Erkrankung bezeichnet. Nun kommt eine Studie zu dem Ergebnis, dass auch Aspirin das Erkrankungsrisiko senken kann.
 
Aspirin hilft nicht nur gegen Schmerzen, sondern auch gegen vergilbte Kleidung. Symbolfoto: Martin Gerten/dpa
Aspirin hilft nicht nur gegen Schmerzen, sondern soll laut einer neuen Studie auch vorbeugend gegen Darmkrebs helfen. Symbolfoto: Martin Gerten/dpa

Deutschlandweit erkranken etwa 60.000 Personen jährlich an Darmkrebs. Die Krebsart ist weitverbreitet, eine Prävention ist nach bisherigen Kenntnissen vor allem operativ möglich. Ein gesunder Lebensstil ("Fünferregel") kann das Risiko einer Darmkrebserkrankung allerdings senken.

Auch das Medikament Aspirin scheint eine vorbeugende Wirkung zu haben. Zu diesem Schluss kommt nun eine Studie, die von britischen und finnischen Forschern veröffentlicht wurde.

Aspirin senkt das Risiko einer Darmkrebserkrankung

Bei den Teilnehmern der Untersuchung handelt es sich um Personen, bei denen das Lynch-Syndrom nachgewiesen wurde. Das Syndrom bringt ein erhöhtes Risiko einer Krebserkrankung, unter anderem für Darmkrebs mit sich. Grund dafür ist ein spezielles Gen, welches die Betroffenen in sich tragen: Es verursacht einen Fehler in der DNA-Mismatch-Reperatur.

Um den möglichen Effekt von Aspirin zu prüfen, wurden die Teilnehmer der Studie nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen geteilt: Eine der Gruppen (427 Teilnehmer) bekam zwei bis vier Jahre Aspirin verabreicht, die Kontrollgruppe (434 Teilnehmer) hingegen ein Placebo. Zudem wurden alle Teilnehmer bis zu zwanzig Jahre medizinisch überwacht.

Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "The Lancet" publiziert und legen einen positiven Effekt von Aspirin nahe: Von den Teilnehmenden, die täglich 600 mg Aspirin zu sich nahmen, erkrankten 40 Personen an Darmkrebs (9 % der Gruppe). Aus der anderen Gruppe erkrankten 58 Teilnehmer (13 % der Gruppe). Verhältnismäßig kam es damit in der Aspirin-Gruppe zu weniger Darmkrebserkrankungen. 

Forscher warnen vor möglichen Nebenwirkungen

Trotz des scheinbar positiven Effekts von Aspirin geben die Autoren der Studie zu bedenken, dass es Nebenwirkungen geben kann. So können Blutungen und Magengeschwüre durch die regelmäßige Einnahme einer hohen Dosis Aspirin entstehen.

Die Forscher wollen nun die richtige Balance finden. Einerseits soll der positive Effekt - die Reduzierung des Darmkrebsrisikos - beibehalten werden. Andererseits sollen Risiken wie eine Magen-Darm-Blutung weitgehend eliminiert werden. Dazu sollen weitere Analysen mit verschiedenen Dosen Aspirin (100 mg, 300 mg und 600 mg täglich) durchgeführt werden. 

Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise. Er darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden und kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.