Die Zeitschrift Öko-Test hat im August 2019 24 Magnesium-Präparate getestet und anschließend ein vernichtendes Urteil gefällt: Fast die Hälfte der Produkte waren "mangelhaft" oder "ungenügend", keines ist empfehlenswert.

Die vier besten Präparate schnitten ebenfalls nur mit dem Gesamturteil "befriedigend" ab.

Magnesium: Ein lebenswichtiger Mineralstoff für den menschlichen Körper

Magnesium zählt - wie Eisen oder Zink - zu den Mineralstoffen. Es ist für viele Vorgänge im Körper essenziell. So unterstützt Magnesium den Zell- und Knochenaufbau und ist wichtig für die Nerven- und Muskeltätigkeit des Körpers. Der Tagesbedarf an Magnesium variiert je nach Alter und Geschlecht. Jugendliche haben einen höheren Bedarf als Erwachsene - Männer benötigen mehr als Frauen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt  zwischen 300 und 400 Milligramm Magnesium pro Tag.

Ob bei Muskelkrämpfen, in der Schwangerschaft oder bei hoher sportlicher Belastung - schnell wird zum Magnesium-Präparat gegriffen. In Form von Pulver, Kapsel oder Tablette ist es das meistverkaufte Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland.

Das Verbraucherschutzmagazin hat vergangenes Jahr 24 Magnesium-Präparate genauer unter die Lupe genommen. Testkriterien waren unter anderem die Dosierung, enthaltene Zusatzstoffe und Warnhinweise auf den Verpackungen. Es wurden ausschließlich Produkte untersucht, die nur Magnesium enthalten (ohne Zusätze wie Zink oder Vitamin D). Die untersuchten Produkte stammten aus Discountern, Apotheken, Drogerien und Supermärkten.

Auch Vitamin-D-Präparate erzielten bei Öko-Test ein mangelhaftes Ergebnis.

Magnesium im Test: Keines der 24 Präparate ist empfehlenswert - die besten kommen von Discountern

Das Testergebnis ist vernichtend. Keines der 24 getesteten Nahrungsergänzungsmittel ist zu empfehlen - im Gegenteil. Fast die Hälfte fällt durch. Die besten vier Produkte bekamen immerhin das Gesamturteil "befriedigend". Sie stammen alle von Discountern (Rewe, Edeka, Penny und Norma). Neun Produkte erhielten ein "ausreichend" und elf schnitten mit "mangelhaft" oder "ungenügend" ab.

Der Hauptkritikpunkt von Öko-Test: Die Nahrungsergänzungsmittel sind viel zu hoch dosiert. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, das Nahrungsergänzungsmittel höchstens 250 mg Magnesium enthalten sollen. Von 24 untersuchten Produkten überschritten 17 diese Empfehlung. Laut Öko-Test enthielten einzelne Präparate sogar die doppelte Menge. Darüber hinaus kritisierte Öko-Test, dass bei einigen Produkten Warnhinweise fehlten. Bei einer magnesiumreichen Ernährung können zusätzliche Nahrungsergänzungsmittel abführend wirken. Ein darauf verweisender Warnhinweis fehlt bei acht Herstellern.

Nur bei Magnesiummangel empfiehlt es sich, auf ein Magnesium-Präparat zurückzugreifen. Bei ausgewogener und abwechslungsreicher Ernährung muss Magnesium nicht zusätzlich eingenommen werden, so Öko-Test. Bananen, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte sind zum Beispiel wertvolle natürliche Magnesium-Quellen und reichen aus, um den täglichen Bedarf zu decken. Eine zusätzliche Einnahme von Magnesium kann sogar schädlich sein. Zu viel Magnesium kann zu Verdauungsbeschwerden bis hin zu Durchfällen führen. Das bestätigt auch die Verbraucherzentrale. Sie unterstreicht die Sorgen vor zu hohem Magnesium-Konsum sowie irreführenden Werbebotschaften. 

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