Jeder sollte derzeit zu Hause bleiben, um sich und seine Mitmenschen vor dem grassierenden Coronavirus zu schützen. Viele tragen nun aus Vorsicht bei ihrem Wocheneinkauf eine  Atemschutzmaske oder Handschuhe. Doch bringt der zusätzliche Schutz überhaupt etwas? 

OP-Masken sind in vielen Krankenhäusern immer noch Mangelware. Doch genau diese sind dort für die Patienten lebensnotwendig. Was viele Besitzer dieser Masken nicht wissen, ist, dass genau diese OP-Masken nicht wirklich das Virus abhalten können. Es gibt nun aber immer mehr Initiativen und Menschen, die  sich ihre eigenen Masken nähen, um so den Berufsgruppen, die  OP-Masken dringender benötigen, den Vortritt zu lassen.

Jeder sollte einen Mundschutz tragen - nur keine OP-Masken!

Laut dem Virologen Christian Drosten, der in dem neuesten NDR-Podcast seine Meinung kundtat, ist es trotzdem wichtig, in der Öffentlichkeit eine Maske zu tragen. Nicht als Eigen-, sondern als Fremdschutz. Denn auch Tage bevor die üblichen Krankheitssymptome eintreten, könnten wir mit dem Coronavirus infiziert sein. Deswegen gilt vor allem für Leute mit einer Atemwegserkrankung das Tragen einer Maske als besonders sinnvoll. Wenn wir alle eine Maske aufsitzen hätten, könnte das Risiko sinken, andere unbewusst anzustecken. Jedoch es sollten es laut Drosten keine Masken sein, die man dem Krankenhauspersonal wegnimmt.

Es gibt drei bekannte Varianten von Atemschutzmasken: Zum einen existieren klassische OP-Masken, die nur gegen größere Tröpfchen schützen, aber kaum eine Barriere für das Virus sind.  Außerdem gibt es weitere Atemschutzmasken wie die FFP- Mundschutz-Masken in den Klassen Zwei oder Drei. Hierbei handelt es sich um Masken, die das Virus wirklich effektiv abhalten könnten.  Aber auch diese sollten Sie vorsorglich öfters wechseln. Zudem ist es geboten, stets die Hände vor und nach dem Tragen gründlich zu reinigen.  

Zuletzt gibt es noch die selbstgemachten Atemschutz-Masken. Diese haben kaum eine Schutzbarriere, sind aber dennoch besser als gar kein Mundschutz. Sie sollten darauf achten, die Masken oft zu wechseln - erst recht, wenn sie durch den Atem feucht geworden sind. Denn dann lässt der Stoff die Tröpfchen leichter durch.  Aber gerade, wenn Sie erkältet sind oder entsprechende Symptome haben, ist so ein Mundschutz denkbar besser als gar kein Schutz.  Fazit: Verzichten Sie auf OP-Masken, die für Krankenhäuser wichtig sind.

Handschuhe sind nicht unbedingt notwendig

Viele tragen zur Sicherheit gegenwärtig auch Handschuhe. Denn laut dem Robert-Koch-Institut könnte das Virus  möglicherweise auch über kontaminierten Oberflächen übertragen werden - hierbei handelt es sich um sogenannte Schmierinfektionen. Das bedeutet, dass Körperflüssigkeiten anderer auch über Gegenstände an die eigene Haut gelangen könnten.

Falls Sie Handschuhe möchten: Hier sehen Sie die Nitril Handschuhe von SF Medical Products GmbH

Doch auch hier gilt: Handschuh ist nicht gleich Handschuh. Stoff- oder Lederhandschuhe bringen wenig, da auch hier die Fasern die Viren zum größten Teil durchlassen.  Besser geeignet sind: Latex- und Nitrilhandschuhe. Die Handschuhe sollten aber nur für den einmaligen Gebrauch dienen. 

Das Tragen von Handschuhen ist ein umstrittenes Thema: Denn auch hier ist es wichtig, dem Pflegepersonal und Ärzten nicht die für sie wichtigen Handschuhe wegzunehmen. Schließlich kommen diese Berufsgruppen im  direkten Kontakt mit kranken Menschen in Berührung. 

Lieber öfters Hände waschen, als Handschuhe tragen

Auch der Arzt Dr. Thomas Voshaar (Vorstandsvorsitzender des Verbands Pneumologischer Kliniken und Chefarzt eines Lungenzentrums) erzählt im Interview mit der Zeitschrift Brigitte, dass das Tragen von Handschuhen sinnlos wäre. Er ist gegen das Tragen von Handschuhen denn,  "wenn Sie die Handschuhe anhaben, können Sie ja alles Mögliche überallhin auch verteilen. Wir lehnen das ganz strikt ab. Die Leute sollen um Himmels willen keine Handschuhe tragen".

Denn viele Menschen fassen sich auch mit Handschuhen in das Gesicht, was ebenso die Erreger ins Gesicht bringt.  Es ist laut Voshaar besser,  sich vor und nach dem Einkauf gründlich die Hände zu waschen, anstatt Handschuhe zu tragen.  Auch nach dem Einräumen der Lebensmittel empfiehlt er, sich noch einmal die Hände zu säubern. 

Laut dem Bundesministerium für Gesundheit, sollte man es außerdem unterlassen, sich in die Augen, Nase oder an den Mund zu fassen, denn die Hände sind einer der häufigsten Krankheitsüberträger. Es gilt nach wie vor, sich lieber öfters die Hände zu waschen, zu Hause zu bleiben - wenn möglich - und Abstand zu anderen Menschen zu halten.