• Aufbau der Studie
  • Diese Faktoren sind für unseren Musikgeschmack verantwortlich
  • Das sind die unbeliebtesten Genres
  • Warum wir manche Genres nicht hören können - daran liegt es
  • Reaktionen: Können Freundschaften aufgrund unterschiedlicher Geschmäcker brechen?

Der Opa hört Volksmusik, die Mama Oldies und das Kind Deutschrap. Es gibt eine gigantische Vielzahl an Musikgenres und Subgenres, die kaum einer in ihrer Gänze fassen kann. Die Geschmäcker gehen dabei nicht nur von Generation zu Generation auseinander. Es kommt auch darauf an, wo auf der Welt du wohnst, was Familie und Freunde hören, ob du musikalisch sozialisiert bist und welche politischen Überzeugungen du hast. So sehr wir manche Musik lieben, so sehr verabscheuen wir aber auch bestimmte Lieder, Interpret*innen oder Genres. Am Max-Planck-Institut (MPI) für empirische Ästhetik in Frankfurt wurde erforscht, welche Gründe dahinter stecken. Sogar Freundschaften sollen an unterschiedlichen Musikpräferenzen brechen können.

So haben die Forschenden gearbeitet

Eine Studie, an der allerdings lediglich 21 Personen teilgenommen haben, sollte Erkenntnisse bringen. Die Personengruppe war dabei bunt durchmischt. Zu den 18- bis 64-jährigen Musikhörer*innen zählten etwa gleich viele Männer und Frauen mit unterschiedlichen Bildungsabschlüssen. Größtenteils waren sie selbst musikalisch tätig. In fünf Altersgruppen unterteilt, wurden mit den Teilnehmenden ausführliche Interviews geführt.

Hier sollten die Interviewpartner*innen eine Liste erstellen mit der Musik, die sie nicht mögen. Jeder aufgelistete Punkt sollte dabei begründet werden. Die Interviews wurden von den Forschenden mithilfe einer Inhaltsanalyse qualitativ ausgewertet - das heißt, die Antworten wurden verschiedenen Kategorien zugeordnet. 

Die Kategorien bestanden aus der Art der Abneigung, aus Bezugspunkten für die Begründung der Befragten und Gründen für die Abneigung. Außerdem interessierten sich die Wissenschaftler*innen dafür, wie Menschen reagieren, wenn sie Musik hören, die ihnen nicht gefällt. Auch das Genre der unbeliebten Musik wurde ermittelt.

Diese Genres waren bei den Befragten unbeliebt

Das Ergebnis der Studie: Dass man bestimmte Musik einfach nicht leiden kann, hat eine Vielzahl von Gründen. Die Abneigung von Musik erfüllt in jedem Fall soziale Funktionen. Die Musikhörer*innen nannten als häufigste Art der Abneigung den Musikstil (44,4 %). 29,1 % mochten bestimmte Künstler*innen nicht, zu 13,1 % war das Genre allgemein entscheidend. Aber auch bestimmte Songs, Instrumente oder TV-Sendungen im Fernsehen waren ausschlaggebend dafür, bestimmte Musik nicht zu mögen.

Schlager ist ein No-Go - zumindest unter den Befragten der Studie. Aber auch Techno und House schnitten bei den Musikstilen nicht besonders gut ab. Wenn es um Musiker*innen ging, waren es meist Rocker, die nicht besonders beliebt waren. Und auch die Oper als Musikgenre mochten einige der Befragten nicht. Aber was ist nun der Grund dafür, dass wir bestimmte Musik nicht ausstehen können?

Die Studie unterteilte die Gründe in objektbezogene Gründe, wenn es an der Musik oder dem Text selbst liegt, in subjektbezogene Gründe, wenn die Musik dich emotional nicht anspricht oder nicht zu deiner Identität passt und in soziale Gründe. Ein sozialer Grund kann sein, dass man in einem sozialen Umfeld lebt, in dem ein bestimmter Musikgeschmack typisch ist und man sich mit dem gleichen Geschmack zugehörig zu dieser Gruppe fühlt.

Darum hören wir bestimmte Musik nicht gern

Laut der Studie will man mit seinem Musikgeschmack eine gute Stimmung in der Gruppe bewahren. Welche Musik man hört und welche nicht, zeigt Freunden beispielsweise auch, wie man tickt. Der Musikgeschmack ist quasi Teil der eigenen Identität. Jugendliche, die "Cro" hören, ziehen sich gegenseitig an und grenzen sich damit gleichzeitig von ihren Eltern ab, die vielleicht am Wochenende in die Oper gehen. Eine bestimmte Musik abzulehnen, stärkt also den Gruppenzusammenhalt.

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Wie reagieren wir, wenn wir Musik hören, die uns nicht gefällt? An dieser Stelle wird die Studie besonders spannend. Manche Menschen stellen die Musik leiser, schalten sie ab, verlassen den Raum oder brechen sogar den Kontakt zu Fans dieser Musik ab. Das aber nur in Extremfällen - und zwar dann, wenn diese Musik nicht mit den eigenen politischen oder religiösen Einstellungen vereinbar ist.

In den meisten Fällen können die Befragten unbeliebte Musik allerdings für eine gewisse Zeit ertragen. Wem das schwerfällt, vermeidet brenzlige Situationen. Leute, die keinen Schlager mögen, gehen beispielsweise nicht auf die Mallorca-Party am Wochenende. Außerdem hängt die Höhe deiner Toleranz auch davon ab, mit wem du unterwegs bist. Mit Freunden lässt sich manches doch leichter aushalten. Und manche Teilnehmenden finden es sogar interessant, sich auf andere, neue Musik einzulassen.

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