• Zwei neue Fälle der Affenpocken in Großbritannien nachgewiesen
  • Eine infizierte Person befindet sich im Krankenhaus
  • Robert Koch-Institut beschreibt mögliche Symptome

Zwei weitere Fälle von Affenpocken sind in Großbritannien erfasst worden, teilt die Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency (UKHSA) am Samstag (14. Mai 2022) mit. Demnach besteht kein Zusammenhang mit einem kürzlich bekanntgewordenem Fall. Hierbei habe sich der Erkrankte die Affenpocken auf einer Reise nach Nigeria eingefangen und sei dann nach Großbritannien eingereist.

Affenpocken: Robert Koch-Institut erläutert Symptomatik beim Mensch

Das Robert Koch-Institut erklärt, dass die Symptomatik bei den Affenpocken ähnlich wie bei den Menschenpocken sei. Bei den Affenpocken unterscheiden die Experten zwischen zwei Phasen:

Präeruptives Stadium (vor dem Durchbruch)

  • Plötzlich einsetzendes Fieber (am zweiten Tag 38,5 bis 40,5 °C) mit starken Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Halsschmerzen, Husten, Unwohlsein und Prostration (äußerste Erschöpfung der Körperkräfte), zum Teil Durchfall
  • Häufig treten Lymphknotenschwellungen vor Beginn des Exanthems (Hautausschlags) auf

Eruptives Stadium

  • Normalerweise beginnt die Krankheit am ersten Tag mit typischem Enanthem (Ausschlag im Bereich der Schleimhäute) und Exanthem (entzündlicher Hautausschlag) im Gesicht, an den Händen, Unterarmen; zentripetale Ausbreitung über den Körper mit nachfolgender Entwicklung von Rötung und pockentypischen uniformen Effloreszenz-Stadien (Makula, Bläschen, Pusteln und Krusten) innerhalb weniger Tage bei circa 80 Prozent der Patienten. In 20 Prozent polymorphes Exanthem ähnlich wie bei Varizellen. Die Läsionen heilen nach Austrocknung und Desquamation mit Narbenbildung ab.
  • Gegen Pocken Geimpfte entwickeln weniger Effloreszenzen als nicht geimpfte Personen. In der Regel biphasischer Fieberverlauf mit erstem Gipfel in den ersten 3 bis 4 Krankheitstagen, Abfall auf unter 38 °C und Wiederanstieg zumeist um den 5./6. Tag bei Übergang in Pustelstadium. Bei nicht Geimpften erscheinen häufig Ulzerationen auf den Schleimhäuten der Mundhöhle mit Pharyngitis und Tonsillitis, Konjunktivitis mit Lidödem sowie sehr schmerzhafte Läsionen im Genitalbereich. Selten treten Erblindung und entstellende Narben als Dauerschäden auf. Schwerste, tödlich verlaufende hämorrhagische Formen sind selten.
  • Milde Verlaufsformen mit weniger als 10 Pockeneffloreszenzen sind beobachtet worden.

UKHSA schätzt Risiko für Allgemeinbevölkerung als gering ein

Die seltene Virus-Erkrankung ruft nach Angaben der UKHSA meist nur milde Symptome hervor, kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen. Ansteckend seien nur symptomatisch Erkrankte bei engem Kontakt. Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung schätzt die Behörde als gering ein. Zu den Symptomen gehört unter anderem ein Ausschlag, der zunächst im Gesicht auftritt und dann vor allem Hände und Füße betrifft.

Bei den neuesten Fällen sind zwei Personen aus einem Haushalt betroffen, so die Gesundheitsbehörde. Eine befinde sich in Behandlung in einem Krankenhaus, die zweite sei in häuslicher Isolierung. Mögliche Kontaktpersonen seien informiert worden, hieß es. Wo sich die beiden Erkrankten aus Großbritannien mit den Affenpocken angesteckt haben, war zunächst unklar.