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Krebserkrankung

Hirntumor-Symptome: Tumor erkennen und schnell reagieren

Ein Hirntumor kann sich durch neuartige starke Kopfschmerzen, neurologische Ausfälle oder auch hormonelle Schwankungen erstmals bemerkbar machen. Auch Sehstörungen oder Übelkeit können ein erster Hinweis sein.
 
Kopfschmerzen können ein Symptom für einen Hirntumor sein. Foto:  Adrian Swancar/unsplash.com.
Kopfschmerzen können ein Symptom für einen Hirntumor sein. Foto: Adrian Swancar/unsplash.com.
  • Bei einem Hirntumor handelt es sich um einen Krebsbefall des Gehirns
  • Die Krankheit tritt nicht besonders häufig auf 
  • Mehrere Symptome können auf einen Hirntumor hinweisen

Was ist ein Hirntumor? Ein Gehirntumor ist ein Krebsbefall des Gehirns. Aber Tumor ist nicht gleich Tumor: Es gibt sowohl gutartige (benigne), als auch bösartige (maligne) Tumore. Während ein gutartiger Tumor erst einmal nicht schädlich ist, da er weder in das Gewebe hineinwächst, noch Metastasen bildet, ist ein maligner Tumor umso gefährlicher. Diese bösartigen Tumore wachsen zügig in Organe und Gewebe hinein und bilden Metastasen, die sich schnell im ganzen Körper verteilen können. 

So erkennen Sie einen Gehirntumor und können schnell reagieren

Auch die Art des Gehirntumors lässt sich unterscheiden: Liegt ein primärer Gehirntumor vor, ist dieser direkt aus Gewebe des Gehirns entstanden. Ein sekundärer Gehirntumor ist jedoch in einem anderen Teil des Körpers entstanden - es handelt sich um eine sogenannte Metastase, die sich im oder am Gehirn angesiedelt hat. 

Es gibt einige Symptome, die erste Hinweise auf einen Gehirntumor liefern können. Sollten Sie Bedenken haben, weil eines oder mehrere Symptome bei Ihnen auftreten, wenden Sie sich am besten an Ihren Hausarzt. 

Diese Symptome zeigen sich bei einem Gehirntumor

Die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. listet einige Symptome auf, die potentiell auf einen Hirntumor hinweisen können. Diese Symptome können auftreten - müssen aber nicht. Es gibt auch Gehirntumore, die keinerlei Kopfschmerzen verursacht haben. Das Fatale an einem Hirntumor ist, dass er oftmals erst spät entdeckt wird, da er zu Beginn keine Beschwerden verursacht und so unentdeckt bleibt. Allerdings sollten Sie bei diesen Symptomen hellhörig werden:

  • Sie verspüren neuerdings häufiger Kopfschmerzen, unter denen Sie bisher nicht gelitten haben. Achten Sie darauf, ob diese vor allem nachts und früh morgens auftreten. Wenn Sie liegen, verschlimmern sich die Kopfschmerzen, über den Tag verschwinden sie jedoch. Dieser Schmerz im Kopf ist für Sie völlig neu und verstärkt sich über wenige Wochen deutlich. Schmerzmedikamente wirken kaum oder gar nicht. 
  • Ihnen ist übel und Sie müssen brechen. Diese Übelkeit verspüren Sie in erster Linie morgens und wenn Sie länger nichts gegessen haben.
  • Sie leiden unter vorher nicht dagewesenen Sehstörungen. Das kann eintreten, wenn sich ein Tumor an der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) angesiedelt hat, da diese nah am Sehnerv liegt. 
  • Sie leiden unter Krampfanfällen. Diese können einer Epilepsie gleichkommen oder eine Körperhälfte oder Extremität zuckt unkontrollierbar.
  • Symptome, die darauf hinweisen, das etwas mit dem Gehirn nicht stimmt: gelähmte Körperteile, Störungen der Sprache, Koordinationsschwierigkeiten. Sie verhalten sich gehäuft ungewohnt "schusselig" und ungeschickt.
  • Sie können sich Dinge nur noch sehr schwer merken und haben eine verzögerte Auffassungsgabe.
  • Sie oder andere bemerken einen Wandel in Ihrer Persönlichkeit. Gegebenenfalls werden einige Persönlichkeitsmerkmale auch verstärkt und andere abgeschwächt.
  • Außerdem können Störungen des Hormonhaushaltes auftreten. Auch hier liegt der Tumor unter Umständen an der Hirnanhangdrüse. Es kann sein, dass der dort ansässige Tumor Hormone produziert, die identisch zu denen der Drüse sind. Das führt dann zu Unstimmigkeiten im Hormonhaushalt, da sich die doppelte Menge dieser Hormone in Ihrem Körper befindet. 

So untersucht der Arzt bei Verdacht auf einen Hirntumor

Sollten Sie nun den Verdacht hegen, an einem Gehirntumor erkrankt zu sein, empfiehlt sich der Besuch eines Neurologen. Ihr Hausarzt wird Sie an diesen weiterleiten. Um einen Hirntumor zu diagnostizieren, verwendet der behandelnde Arzt eine Computertomographie (CT). Dabei wird das Gehirn mit Röntgenstrahlen durchleuchtet, wodurch es in Schnitten dargestellt werden kann. So kann der Arzt einen möglichen Tumor, aber auch andere Auffälligkeiten des Gehirns erkennen.

Heutzutage aber wesentlich populärer ist der Kernspintomograph oder auch Magnetresonanztomograph (MRT). Dadurch ist es dem Arzt noch besser möglich, jedwede Unregelmäßigkeit im und am Gehirn zu erkennen. Die MRT wird bei Verdacht eines Gehirntumors grundsätzlich angewendet, selbst wenn eine vorher durchgeführte CT keinen Grund zur Sorge geliefert hat. Es gibt allerdings noch weitere Diagnosemethoden wie das Elektroencephalogramm (EEG) oder die Liquor-Untersuchung (Untersuchung des Nervenwasser). 

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Diagnose Gehirntumor: die vier Grade des Tumors

Nachdem der Tumor diagnostiziert wurde, folgt die Gradierung. Dabei wird eingeordnet, ob es sich um einen bösartigen oder um einen gutartigen Tumor handelt. Diese Einordnung erfolgt in vier Graden:

  • Grad I: Gutartig - der Tumor wächst sehr langsam.
  • Grad II: Nicht mehr zu 100 Prozent gutartig, der Tumor verändert sich schon leicht.
  • Grad III: Bösartig.
  • Grad IV: Bösartig und schnell wachsend. 

So wird ein Hirntumor behandelt

Es gibt diverse Möglichkeiten, wie ein Gehirntumor behandelt werden kann. Wie vorgegangen wird, entscheiden die behandelnden Ärzte. Die Heilungschancen eines Hirntumors sind besser, je früher der Tumor erkannt wird. Beispiele für eine Behandlung sind:

  • Neurochirurgische Entfernung des Hirntumors: Bei der operativen Entfernung des Tumors kann er sowohl komplett, als auch nur teilweise entfernt werden. Im schlechtesten Fall kann der Tumor jedoch nicht entfernt werden, wenn er in sensiblen Gehirnarealen liegt.
  • Strahlentherapie: Bei der Strahlentherapie soll das Tumorwachstum durch Bestrahlung mit Photonen oder Elektronen gehemmt werden. Die Strahlentherapie wird solo oder in Kombination mit einer Chemotherapie (Radio-Chemo-Therapie) oder einer Operation durchgeführt.
  • Chemotherapie: Eine Chemotherapie ist eine medikamentöse Therapie. Dabei wird versucht, den Tumor durch die Injizierung bestimmter Chemo-Medikamente abzutöten.
  • Klinische Studien: Es ist ebenso möglich, sich nach laufenden klinischen Studien umzusehen. Dort werden neue medizinische Therapie-Ansätze getestet.

Wie häufig ist ein Gehirntumor?

Gehirntumore zählen zu den Krebserkrankungen*, die nur sehr selten auftreten - in den Industrieländern bei einem von 10.000 Menschen. In Deutschland erkranken pro 100.000 Menschen 9,8 Männer und 7,7 Frauen an einem Gehirntumor, auch Kinder erkranken. Unter den Krebserkrankungen von Kindern ist der Hirntumor mit rund einem Viertel die am häufigsten auftretende Krebserkrankung nach der Leukämie. Je höher das Alter, umso wahrscheinlicher wird eine Tumorerkrankung des Gehirns. Dabei können sich die Tumore sowohl aus dem Gehirn selbst bilden, als auch durch bösartige Veränderungen der Hirnhäute. 

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) erkrankten im Jahr 2016 rund 492.000 Menschen an Krebs. Für das Jahr 2020 erwartet Prof. Dr. Lothar Wieler, Präsident des RKI, sogar eine Steigerung: Bei rund 510.00 Menschen soll dieses Jahr eine Krebserkrankung diagnostiziert werden. Das hängt unter anderem mit dem zunehmenden Alter der Bevölkerung zusammen: Bei Menschen ab 60 Jahren liegt ein erhöhtes Risiko vor, an einem Gehirntumor zu erkranken. 

Wer zählt zur Risiko-Gruppe für einen Gehirntumor?

Die Experten sind sich nach wie vor unklar darüber, wieso ein Gehirntumor bei manchen Menschen entsteht. Es wird angenommen, dass weder Alkohol-, noch Tabakkonsum das Tumorwachstum beeinflussen. In seltenen Fällen soll eine Erbkrankheit als Risikofaktor infrage kommen, das ist jedoch nicht bei der Mehrheit der Hirntumor-Erkrankungen der Fall.

Auch eine nervliche Belastung wie Stress oder Umweltfaktoren sollen nichtig für die Entstehung eines Hirntumors sein. Selbst eine Kopfverletzung, bei der Schädel und Hirn in Mitleidenschaft gezogen wurden, stellen keine Ursache dar. 

Kann ich einem Gehirntumor vorbeugen?

Die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. geht nicht davon aus, dass man einem Gehirntumor vorbeugen kann. Spezielle Programme zur Früherkennung gibt es nicht. Auch Risiko-Gruppen sind wenige bekannt, lediglich Personen, die an einigen seltenen Erbkrankheiten leiden, sollten sich regelmäßig untersuchen lassen. Sind diese Erbkrankheiten häufiger in der Familie aufgetreten, wird das Gehirn regelmäßig vorbeugend ärztlich kontrolliert. 

Generell empfiehlt sich aber ein gesunder Lebensstil: Das bedeutet vor allem Verzicht auf Alkohol und Rauchen. Ob ein gesunder Lebensstil verhindern kann, ob eine Tumorerkrankung des Gehirns eintritt, ist zwar unklar - aber zumindest ist er förderlich für die Verhinderung anderer Krebsarten, wie etwa Darm- und Leberkrebs und Krebs* in den oberen Atemwegen und im Verdauungssystem. Auch Übergewicht und Adipositas sollten unbedingt vermieden werden. 

Fazit: Kopfschmerzen, Sehstörungen und neurologische Ausfälle können Symptome für einen Hirntumor sein

Es gibt einige Symptome, die einen Hirntumor ankündigen können. Dazu zählen unter anderem neu auftretende starke Kopfschmerzen, hormonelle Probleme, neurologische Ausfälle und Sehstörungen. Aber auch Veränderungen der Persönlichkeit, Übelkeit und Krampfanfälle können erste Anzeichen für eine Tumorerkrankung des Gehirns sein. Diese Symptome können eintreten - müssen aber nicht. Im Zweifelsfall empfiehlt sich immer ein Besuch bei einem Arzt.

 

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