• Forscher entdecken neue Behandlung bei Herzschwäche
  • Entzündete Zellen sollen bei Heilung helfen
  • Patent für Therapiemethode angemeldet

Atemnot, Bluthochdruck oder sogar Herzinfarkt: Rund zwei Millionen Deutsche leiden an Herzschwäche, die beispielsweise durch einen Herzklappenfehler oder eine Hypertonie ausgelöst werden kann. Die sogenannte Herzinsuffizienz zählt damit zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Sie entsteht, wenn das Organ nicht mehr in der Lage ist, genügend Blut durch den Körper zu pumpen. Lebenswichtige Organe und Muskeln werden dann nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover haben nun eine neue Therapiemethode entwickelt, die geschwächte Herzen heilen soll.

Herzschwäche: Deutsche Forscher entwickeln neue Therapiemethode

Bei einer Herzschwäche wird oft auch eine Entzündung des Herzmuskelgewebes diagnostiziert. Diese entzündeten Stellen mit Medikamenten zu behandeln, verlief bisher jedoch ohne medizinischen Erfolg. Prof. Dr. Kai Wollert und seine Kollegen, die an der MHH auf den Bereich Molekulare und Translationale Kardiologie spezialisiert sind, konnten jetzt als erstes Forschungsteam nachweisen, dass die Entzündung erkrankten Herzen sogar helfen kann.

Die Wirkungsweise dahinter wirkt auf den ersten Blick paradox: Pumpt ein krankes Herz nicht mehr genügend Blut, nimmt das Organ an Muskelmasse zu und wächst, um damit das Defizit auszugleichen, erklärt Prof. Dr. Johann Bauersachs von der Hannover Kardiologie-Klinik. Aber: Das Herz wird dadurch permanent überbelastet und schwächer. Hinzukommen noch weiße Blutkörperchen, die das Muskelgewebe rund um das Herz entzünden.

Dabei gibt es allerdings auch medizinische Ausnahmen – und genau hier setzt das Therapiemodell von Prof. Wollert an: Treffen bestimmte Entzündungs- und Herzmuskelzellen bei erhöhtem Herzdruck aufeinander, entsteht der Wachstumsfaktor „MYGDF“. Dieser hemmt wiederum das Herzwachstum und verbessert die Leistungsfähigkeit des Organs. Nach einem Infarkt kann der Faktor beispielsweise den Kalziumvorrat des Herzens wiederherstellen, da dieser bei jedem Herzschlag neu aufgefüllt werden muss.

Blutproben bestätigen positive Wirkung

Das Forschungsteam der MHH konnte die Wirkung bei herzschwachen Patienten bereits bestätigen: Deren Blutproben belegten, dass der MYDGF-Spiegel bei einer Herzinsuffizienz tatsächlich steigt, wenn das Herz unter höherem Druck schlägt. Mithilfe einer künstlichen Herzklappe pendelten sich die MYDGF-Werte wieder auf Normalniveau ein. Die Erkenntnisse der Kardiologen machen deutlich, dass entzündungshemmende Behandlungen zukünftig im Falle einer Herzinsuffizienz überdacht werden sollten. Eventuell könnte der MYGDF-Faktor sogar selbst zur Therapie verabreicht werden. „Bei Mäusen funktioniert das schon ziemlich gut“, erklärt Wollert. Das Patent für die neue Therapiemethode wurde bereits angemeldet.

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