• Revolutionärer "Super-Roboter" zur Entfernung von Hirntumoren in München
  • Behandlung soll schmerzfrei sein und nur 30 Minuten dauern
  • So funktioniert der Roboter Zap-X

Die Operation von Hirntumoren ist äußerst kompliziert. In der Regeln dauert es fünf Stunden bis das Gewebe entfernt ist, danach müssen Patienten für einen Tag auf der Intensivstation bleiben, gefolgt von einer Woche stationärem Aufenthalt und mehreren Wochen Reha. Mit dem neuen Medizinroboter Zap-X steht die Krebsbehandlung nun vor einer Revolution: Er kann Hirntumore in 30 Minuten entfernen.

Laserstrahlen statt OP: Medizinroboter "Zap-X" revolutioniert Tumorbehandlung

Ab sofort kommt der "Super-Roboter" im Europäischen Cyberknife Zentrum (ECZ) in München zum Einsatz - eine der weltweit ersten Einrichtungen, die Behandlungen mit dem Zap-X anbieten. In China und den USA wird er bisher von Medizinern benutzt, in Europa ist München nun der erste Standort, der die roboterassistierte Operation durchführen kann. Doch wie genau funktioniert das Gerät?

"Der Patient liegt auf einer Liege und mehr als 100 Photonenstrahlen, eine Art ultraharte Röntgenstrahlen, treffen punktgenau auf einen Tumor", erklärt Alexander Muacevic, Neurochirurg, Radiochirurg und medizinische Leiter des ECZ, im Fachmagazin Forschung und Wissen. Der Tumor wird auf diese Wiese in seinem Erbgut getötet und die Zellen sterben nach einigen Wochen oder Monaten ab. Das gesunde Gewebe wird dabei geschont, denn wie das ECZ auf seiner Webseite beschreibt, bekämpft Zap-X die Tumorzellen im Sub-Millimeter-Bereich.

Einer Studie von italienischen und amerikanischen Forschenden zufolge kann der Zap-X noch präziser vorgehen als andere radiochirurgische Systeme wie Cyberknife. Auch eine Studie aus China zeigt vielversprechende Ergebnisse: Krankheitssymptome wie Schmerzen oder Schwindel wurden gelindert und die Tumore der untersuchten Patienten gingen zurück. Zudem verlief die Behandlung ohne große Komplikationen. Gerade Operationen am Gehirn sind immer mit besonderen Risiken verbunden und ein kompliziertes Unterfangen für die OP-Teams. Eine wirksame und präzise Strahlenbehandlung mit einem Roboter wie Zap-X kann den Patienten somit ein Stück mehr Sicherheit geben.

Tumor in nur 30 Minuten entfernt: schmerzfrei, präzise und effektiv

Je nach Größe des Tumors wird der Durchmesser der Strahlen ausgewählt, die während der Behandlung in einer Art Revolver-System um den Patienten rotieren. Dabei wird der Tumor aus verschiedenen Winkeln bestrahlt, wie eine Computersimulation des US-Herstellers Zap Surgical zeigt. Nach etwa 30 Minuten ist der Vorgang abgeschlossen, eine Behandlung sei dabei ausreichend.

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Anders als eine klassische Gehirn-Operation ist die Behandlung zudem ambulant, benötigt keine Anästhesie und ist für die Patienten schmerzfrei. Zap-X kann verschiedene Arten von Tumoren wie Akustikusneurinome, Meningeome oder Hirnmetastasen entfernen, sie dürfen jedoch nicht größer als 3,5 Zentimeter sein. Außerdem darf der Tumor noch nicht gestreut haben, das Verfahren eignet sich also eher für Patienten im frühen bis mittleren Stadium ihrer Erkrankung.

Wie das ECZ betont, reagiert jedoch jeder Tumor anders auf die Behandlung. "Manchmal dauert das Verschwinden etwas länger, das Wachstum kann aber auch direkt gestoppt worden sein. Manchmal muss bereits bestrahltes Gewebe auch erneut behandelt werden", heißt es auf der ECZ-Website. Kontrolltermine für die Patienten sind daher wichtig. Auch eine Kombination aus einer Operation und der Behandlung mit dem Medizinroboter ist denkbar.

Großer Vorteil: Günstiger als herkömmliche Operation

ECZ-Leiter Muacevic ist davon überzeugt, dass sich Zap-X weltweit durchsetzen wird. Dabei spielen sicherlich auch die Kosten eine Rolle: Zwar kostet der Zap-X laut Bild-Informationen fünf Millionen Euro, das Gerät schirmt die Strahlung jedoch selbst nach außen ab. Die Kliniken müssen keinen extra abgeschirmten Raum schaffen. Die Behandlung an sich ist ebenfalls kostengünstiger: Der Roboter-Eingriff kostet laut Bild 7500 Euro, bei einer Operation würden 10.000 Euro anfallen. Private Krankenkassen und die AOK Bayern übernehmen die bereits die Kosten für die neuartige Behandlung. 

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