• Darum sind Zecken so gefährlich
  • Warum Kokosöl gegen Zecken sinnvoll sein kann, worauf du achten solltest und wie du es anwendest
  • Mehr Tipps zur Zeckenstich-Proyphylaxe

Es ist nicht nur unangenehm und lästig, wenn sich eine Zecke in die Haut einnistet. Zecken sind auch Überträger von gefährlichen Krankheiten. Die Spinnentiere kommen weltweit vor und in Deutschland nimmt die Verbreitung der FSME-Risikogebiete immer mehr zu. Grund genug, sich gegen die lästigen Blutsauger zu schützen. Neben den chemischen Repellents scheint auch Kokosöl ein wirksames und gleichzeitig natürliches Mittel gegen Zecken zu sein. 

Darum sind Zecken so gefährlich

Die Hauptgefahr, die von Zeckenstichen ausgeht, ist deren Übertragungsfähigkeit von bestimmten Infektionskrankheiten. In Europa übertragen Zecken vor allem die Erreger der FSME und der Lyme-Borreliose. Überträger der Viren, die FSME auslösen kann und der Borrelien, die die Lyme-Borreliose auslösen können, ist die Zeckenart Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus). Zecken werden bei einer Mindesttemperatur von etwa 5 °C aktiv, welche in unseren Breiten auch im Herbst und Winter erreicht werden kann und nicht nur in den milderen Jahreszeiten.

FSME ist die Kurzbezeichnung für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Hinter dem Begriff verbergen sich Entzündungen, die im Bereich des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks auftreten können. Hervorgerufen wird FSME durch bestimmte Viren, die nach dem Zeckenstich in den Blutkreislauf gelangen. Innerhalb der FSME-Verbreitungsgebiete in Deutschland sind etwa 0,1 bis 5 % der Zecken mit den Viren infiziert. Sehr selten kann eine Infektion auch über virusinfizierte Rohmilch von Ziegen, Schafen und Kühen übertragen werden. Menschen können sich untereinander allerdings nicht infizieren. Nach einer Inkubationszeit von durchschnittlich sieben bis 14 Tage können erste Symptome auftauchen, wobei die Krankheit meist in zwei Phasen (biphasisch) verläuft. Nach grippeähnlichen Beschwerden kommt es nach einem kurzen symptomfreien Intervall zu den neurologischen Erscheinungen wie Hirnhautentzündung (Meningitis), Gehirnentzündung (Enzephalitis) und Rückenmarksentzündung (Myelitis). Allerdings verläuft diese zweite Entzündungsphase in 70 bis 95 % ohne Symptome oder die zweite Phase bleibt ganz aus. Bei schweren Verläufen ist jedoch mit bleibenden neurologischen Ausfällen zu rechnen und bei etwa einem Prozent der Erwachsenen verläuft die Erkrankung tödlich. Gemäß Infektionsschutzgesetz muss der direkte oder indirekte Nachweis des FSME-Virus, soweit er auf eine akute Infektion hinweist, namentlich gemeldet werden. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt bestimmten Personengruppen eine FSME-Impfung

Zecken mit Erregern der Lyme-Borreliose kommen bundesweit vor: Der Name leitet sich von dem Ort Lyme in Connecticut, USA ab, da hier auffällig oft Gelenkentzündungen nach Zeckenstichen auftraten. Verbreitet ist die Lyme-Borreliose auf der Nordhalbkugel und in Asien und gilt in Europa als die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit. Hier werden keine Risikogebiete beschrieben, denn man geht hier von einer Infektionsgefährdung in sämtlichen deutschen Gebieten aus, wobei die Häufigkeit von Borrelien in Zecken stark schwankt. Da die Lyme-Borreliose nicht meldepflichtig ist, ist die genaue Erkrankungshäufigkeit unbekannt. Fachleute gehen davon aus, dass etwa 0,3 bis 1,4 % der Menschen, die von Zecken gestochen werden, Symptome entwickeln. Nach dem Stich wandern die Borrelien aus dem Darm der Zecke in die Speicheldrüsen und werden dort mit dem Zeckenspeichel auf den menschlichen Organismus übertragen. Es ist also eine mehrstündige Saugdauer der Zecke nötig, bis eine Übertragung erfolgt ist. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass du die Zecke schnellstmöglich entfernst. Bis zum Auftreten der ersten Symptome können drei bis 30 Tage vergehen. Häufig zeugt sich dann rund um die Einstichstelle die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans). Die Neuroborreliose, bei der das Nervensystem befallen wird, dauert meist nur unwesentlich länger. Anders ist es bei der Spät-Neuroborreliose, der Lyme-Arthritis mit Gelenkbeschwerden, der Lyme-Karditis mit Herzbeschwerden und weiteren Hauterscheinungen, die noch Monate bis Jahre später auftreten können. Im Frühstadium kann die Lyme-Borreliose mit geeigneten Antibiotika behandelt werden. Eine Impfung gibt es bisher nicht

Warum Kokosöl gegen Zecken sinnvoll sein kann, worauf du achten solltest und wie du es anwendest

Zecken werden aktiv, wenn die Temperaturen über 5 °C steigen und wir durch Wiesen, Sträucher und Wälder streifen. Dann lassen sich die winzigen Blutsauger von Halmen und Zweigen abstreifen und beißen sich mit ihren mächtigen Kieferwerkzeugen in der Haut fest. Dabei sind nicht nur Menschen betroffen, sondern auch Haustiere, die die Spinnentiere auch mit ins Haus bringen können. Zecken lassen erst wieder von ihrem Opfer ab, wenn sie sich vollgesaugt haben. Umso wichtiger, dass es gar nicht erst zum Zeckenstich kommt. 

Kokosöl - die natürliche Zeckenabwehrkraft wurde wissenschaftlich bewiesen: Grund für die zeckenabwehrende Wirkung von Kokosöl ist die enthaltene Laurinsäure (Dodecansäure, DDA), wie Mitarbeiter*innen eines Berliner Labors bei einer Studie feststellten. Sie setzten eine zehnprozentige Laurinsäurelösung ein und beobachteten, dass zwischen 81 und 100 % aller Zecken von der getesteten Oberfläche abließen. Eine weitere Studie verglich die Wirkung von Kokosöl mit einem chemischen Repellent. Die Forschenden stellten fest, dass Kokosöl zwei Zeckenarten besser abhielt als das chemische Mittel. Dabei hielt die Wirkung etwa acht Stunden an. Zecken scheinen auf den Geruch der Laurinsäure stark zu reagieren und meiden Hautpartien, auf denen sich die Säure befindet. Da unbehandeltes Kokosöl bis zu 60 % Laurinsäure enthält, kann es als mögliches Zeckenabwehrmittel eingesetzt werden. Der große Vorteil dabei: Kokosöl enthält keine chemischen Inhaltsstoffe, die Nebenwirkungen und allergische Reaktionen auslösen können. Im Gegensatz zu chemischen Wirkstoffen ist Kokosöl sehr hautverträglich und kann auch bei Kindern angewendet werden. Bevor du Kokosöl großflächig anwendest, solltest du zuerst auf dem Handrücken eine kleine Fläche bestreichen, um eine Unverträglichkeit auszuschließen. 

Kokosöl wird aus dem getrockneten Fruchtfleisch der Kokosnuss (Kopra) gewonnen. Es enthält zwischen 60 und 70 % Fett und entsprechend viel Laurinsäure, bei der es sich um eine mittelkettige, gesättigte Fettsäure handelt. Da bei der industriellen Herstellung das Fruchtfleisch erhitzt, gepresst und raffiniert, gebleicht und desodoriert wird, solltest du beim Kauf auf naturbelassenes und biozertifiziertes Kokosöl achten, das eine Kaltpressung durchlaufen hat und dem keine chemischen Zusätze beigemischt wurden. Achte auf den Zusatz "nativ", denn dann kannst du sicher sein, dass das Öl ohne Wärmezufuhr gepresst und nicht weiter behandelt wurde. 

So wendest du Kokosöl zur Zeckenabwehr richtig an

Vor dem Spaziergang solltest du freiliegende Hautpartien - also vor allem Arme, Beine, Hals und Nacken - mit Kokosöl einreiben. Wenn du dich längere Zeit draußen aufhältst, solltest du die Prozedur über den Tag mehrmals wiederholen. In der Regel sollte die Wirkung etwa sechs Stunden anhalten.

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Wenn du Wälder, Wiesen und Sträucher durchstreifst, solltest du vorsichtshalber zusätzlich langärmelige Oberteile, lange Hosen und Socken tragen und nach dem Ausflug deinen Körper sorgfältig nach Zecken absuchen. Solltest du eine oder sogar mehrere Zecken entdecken, entferne sie schnellstmöglich mit einem geeigneten Werkzeug und desinfiziere die Wunde sorgfältig. Beobachte die Wunde anschließend über mehrere Wochen und suche einen Arzt oder eine Ärztin auf, falls sich eine Wanderröte zeigt.

Kokosöl ist ein natürliches Produkt, dass du auch auf das Fell deiner Haustiere zum Schutz vor Zecken auftragen kannst. Am besten reibst du deinen Hund oder deine Katze vor dem Ausflug an Ohren, Nacken und Rücken mit Kokosöl ein, um das Risiko eines Zeckenstiches zu verringern. 

Nebenwirkungen von konventionellen und natürlichen Repellents

Der Begriff Repellent stammt vom lateinischen Wort repellere ab, was so viel bedeutet wie zurücktreiben oder abhalten. Somit wird die Wirkung dieser Produkte auch schnell klar. Sie werden auf die Haut oder die Kleidung aufgebracht und sollen auf chemische oder biologische Weise lästige Insekten vertreiben. Neben Zecken werden dadurch auch Bremsen, Fliegen, Stechmücken, Bienen und Wespen abgeschreckt. Ziel der Repellents ist es, Stiche oder Bisse von Insekten zu verhindern

Fachleute nehmen an, dass die Stoffe einen schützenden Duftmantel über die Haut verteilen, der entweder die Insekten abhält oder deren Duftrezeptoren blockiert. Dann können die Insekten den Eigengeruch des Körpers, wie zum Beispiel die Milchsäure im Schweiß, weniger gut wahrnehmen und lassen deshalb von der Haut des Menschen ab. Zu den gängigsten chemischen Wirkstoffen zählen DEET und Icaridin. Daneben zeigen auch verschiedene ätherische Öle Wirkung und der synthetisch hergestellt Wirkstoff PMD aus dem ätherischen Öl einer Eukalyptuspflanze. Wichtig ist zudem, dass beim Auftragen Augen, Mund und Nasenöffnungen ausgespart werden und der Wirkstoff nicht auf Wunden oder Schleimhäute gelangt. Als mögliche Nebenwirkungen werden genannt:

  • DEET (Diethyltoluamid): Der Stoff kann lokale Haut- und Schleimhautreaktionen, Hautreizungen, allergische Reaktionen, Juckreiz, Angioödeme (Schwellungen durch Wassereinlagerungen in der Haut, die plötzlich und meist im Gesicht auftreten) und Nebenwirkungen auf das Nervensystem verursachen. Es sollte nicht bei Kindern unter drei Jahren sowie bei Schwangeren und Stillenden angewendet werden.
  • Icaridin: Es können Haut- und Schleimhaut­reizungen, allergische Hautreaktionen, Urticaria (Nesselsucht), sowie Nasenbluten auftreten. Für Kinder unter zwei Jahren wird Icaridin nicht empfohlen 
  • PMD (para-Menthane-3,8-diol): Es gibt noch wenige toxikologische Studien, weshalb Kinder unter drei Jahren PMD nicht nutzen sollten. 
  • Ätherische Öle wie Nelken-, Teebaum-, Bergamott-, Zitronellöl: Diese Öle haben ein allergenes Potenzial. Daneben sind auch Haut-, Augen- und Schleimhaut­reizungen möglich.

Mehr Tipps zur Prophylaxe und Behandlung von Zeckenstichen

So schützt dich vor Zeckenstichen:

  • Körperoberfläche weiträumig bedecken: Wenn du durch Sträucher oder hohes Gras wanderst, trage lange Hosen, langärmelige Oberteile, festes Schuhwerk und stecke die Hosenbeine in die Socken. Helle Kleidung erleichtert zudem das Auffinden von Zecken.
  • Verwende Repellents, wenn du in Risikogebiete reist: Als wirksam gelten Repellents mit den Wirkstoffen DEET oder Icaridin, die zum Beispiel bei Tropenreisen empfohlen werden. Kokosöl scheint ebenfalls einen zeckenabwehrenden Effekt zu haben, muss aber öfter aufgetragen werden.
  • Suche deinen Körper sorgfältig ab: Wenn du dich in einem Gebiet aufgehalten hast, in dem sich möglicherweise Zecken aufhalten, suche deinen kompletten Körper ab, um die Zecke(n) noch vor dem Stich abzusammeln. 
  • Untersuche auch deine Haustiere: Wenn du Haustiere besitzt, untersuche auch diese auf mögliche Zecken, da sie sonst auch dein Tier stechen und eventuell noch aktive Zecken abfallen können und dann durch deine Wohnung krabbeln. 
  • Lasse dich gegebenenfalls impfen: Für die FSME wird eine Impfung angeboten, die vor allem Menschen empfohlen wird, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten oder durch Freizeit oder Beruf häufig in der Natur unterwegs sind. Informiere dich über die Empfehlungen für Reisen in FSME-Risikogebiete, bevor du eine Reise antrittst.

Falls du von einer Zecke gestochen wurdest:

  • Entferne die Zecke umgehend: Wichtig ist, dass du möglichst alle Teile der Zecke mit einer Pinzette oder einem geeigneten Werkzeug zur Zeckenentfernung herausziehst.
  • Desinfiziere die Wunde sorgfältig: Nach Entfernung der Zecke solltest du die Wunde desinfizieren.
  • Beobachte die Einstichstelle: Sollte sich eine Wanderröte entwickeln, suche eine Arztpraxis auf, damit eine geeignete Antibiotikabehandlung eingeleitet werden kann. 

Fazit

Eine Prophylaxe gegen Zeckenstiche ist sehr wichtig, da die Spinnentiere gefährliche Krankheitserreger übertragen können. Vor dem Hintergrund, dass die FSME-Risikogebiete sich auch in Deutschland immer weiter ausdehnen und auch die Lyme-Borreliose im gesamten Bundesgebiet auftritt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, von einer Zecke gestochen zu werden, die die gefährlichen Erreger in sich trägt.

Zunächst solltest du bei Ausflügen in die Natur darauf achten, entspreche, möglichst helle Kleidung zu tragen, die den Körper großflächig abdeckt. Hilfreich ist es zudem, die Hosenbeine in die Socken zu stecken. Zusätzlich kannst du Repellents anwenden, um die Zecken abzuwehren. Chemischen Wirkstoffe können zum Teil Nebenwirkungen entwickeln und sind auch für Kleinkinder, Schwangere und Stillende teilweise nicht zugelassen.  Kokosöl kann hier eine mögliche Alternative sein, denn für Kokosöl sind kaum Nebenwirkungen bekannt und es ist zudem günstig in der Anschaffung. Die Wirkung ist allerdings weniger stark und langanhaltend. Deshalb solltest du Kokosöl über den Tag wiederholt auftragen. Wenn du allerdings in FSME-Endemiegebiete oder in die Tropen reist, solltest du dich vorab über die geeignete Prophylaxe informieren. 

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