Johanniskraut blüht von Ende Juni bis in den Spätsommer hinein und ist durch seine leuchtend gelben Blüten besonders auffällig. Doch das Kraut besticht nicht nur mit seiner Optik, sondern auch durch seine medizinische Wirkung. Die innerliche Anwendung von Johanniskraut kann beruhigend wirken und die Stimmung aufhellen.

Das Kraut wird öfters zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen eingesetzt. Was genau in dem Kraut antidepressiv wirkt, ist relativ unklar und nicht ausreichend erforscht.  Laut Angaben der Apotheken Umschau sind unter Umständen die enthaltenen Wirkstoffe "Hyperforin" und "Hypericin" dafür verantwortlich.

Johanniskraut kann Medikamente abschwächen oder verstärken

In der Medizin wird Johanniskraut in Tabletten- oder Kapselform verabreicht. Man kann es aber auch als Tee oder Tinktur anwenden. Doch vor der Einnahme von Johanniskraut sollte man sich umfassend mit den Neben- und Wechselwirkungen befassen. Schwangerer und Stillende, sowie Kinder und Jugendliche sollten kein Johanniskraut einnehmen. Das Präparat schwächt die Wirkung von einigen Medikamenten ab:

  • Hormonelle Verhütungsmittel (wie die Antibabypille oder der Verhütungsring)
  • Immunsuppressiva (werden unter anderem nach Transplantationen eingenommen)
  • Arzneimittel zur Behandlung von HIV/Aids
  • Medikamente zur Blutverdünnung
  • einige Chemotherapien zur Behandlung von Krebserkrankungen
  • Arzneimittel gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Werden Johanniskraut und chemische Antidepressiva gemeinsam eingenommen, wird die Wirkung des chemischen Antidepressivum verstärkt. Was sich positiv anhört, kann tödlich enden. Durch die Kombination der zwei Wirkstoffe kann es zu einem Serotonin-Syndrom kommen. Unter anderem treten dabei Symptome wie Ängstlichkeit, Ruhelosigkeit, Verwirrung, starkes Schwitzen, Durchfall und Erbrechen, stark beschleunigter Herzschlag und Bluthochdruck auf.

Johanniskraut: Weitere Nebenwirkungen des Heilkrauts

Die in Johanniskraut enthaltene Substanz "Hypericin" kann die Haut empfindlicher gegenüber Licht machen. Dadurch kann es bei Sonneneinstrahlung vor allem bei hellhäutigen Personen zu Hautirritationen kommen, die einem Sonnenbrand ähneln. Seltener kann das natürliche Antidepressiva auch zu anderen allergischen Hautreaktionen, Müdigkeit und Magen-Darm-Beschwerden führen.

Fazit: Lassen Sie sich vor der Einnahme von Johanniskraut-Präparaten von einem Arzt beraten.