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Basel
Erkältungspräparate

Hustensaft wirkungslos? Schweizer Studie zeigt ernüchternde Ergebnisse

Vier Milliarden Euro geben Menschen weltweit für Erkältungspräparate aus. Die Wirkung dieser Präparate ist jedoch nur selten untersucht worden. Forscher haben nun herausgefunden, dass Hustensaft in den meisten Fällen gar keinen Nutzen bringt.
 
Eine Erkältung mit Husten ist störend und lästig. Wissenschaftler der Universität Basel haben die Wirkung von Hustensaft untersucht und sind zu einem ernüchternden Ergebnis gekommen. Symbolbild: nastya_gepp/pixabay.com
Eine Erkältung mit Husten ist störend und lästig. Wissenschaftler der Universität Basel haben die Wirkung von Hustensaft untersucht und sind zu einem ernüchternden Ergebnis gekommen. Symbolbild: nastya_gepp/pixabay.com

Hustensäfte haben einen stolzen Preis: Zwischen zehn und zwanzig Euro kosten die Präparate, die gegen die lästigen Erkältungssymptome helfen sollen. Doch bringen die teuren Mittelchen tatsächlich etwas gegen den lästigen Hustenreiz?

Forscher der Universität Basel haben in einer Studie die Wirkung von Hustensäften untersucht und festgestellt, dass die meisten der Säfte keinen Nutzen bei Beschwerden bringen. In dem Fachmagazin "British Journal of General Practice" veröffentlichten sie ihre ernüchternden Ergebnisse.

Husten als Begleiterscheinung einer Infektion

Der oftmals mit einer bakteriellen Infektion einhergehende Husten ist laut der "Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)" ein wichtiger Schutzmechanismus, um Fremdkörper, Staub oder Schleim aus den Atemwegen wieder heraus zu befördern und somit Bakterien möglichst wenig Nährboden zu geben. Hören das Kratzen im Hals und der Reizhusten aber auch nach zwei bis drei Wochen nicht auf, spricht man von subakutem Husten.

Säfte als wirksames Mittel gegen Husten? Schweizer Wissenschaftler behaupten das Gegenteil

Oftmals greifen die Deutschen in diesem Fall zu Hustensaft - von vier Millionen Euro, die jährlich für Erkältungsmedizin ausgegeben werden, sei Deutschland laut Angaben des Spiegelsmit allein 1,4 Milliarden ganz vorne dabei. In der Schweizer Studie allerdings konnten die Wissenschaftler feststellen, dass dieser nicht die gezielte Wirkung bringt, sondern der Husten meist nach einer etwas längeren Zeit (rund acht Wochen) dennoch von selbst wieder aufhört.

Der in zwei Formen - entweder als Schleimlöser oder Hustenstiller - erhältliche Hustensaft ist oft auf Basis verschiedener Kräuter oder natürlicher Stoffe wie Thymian, Primel oder isländisches Moos . Die Forscher konzentrierten sich hauptsächlich auf die Inhaltsstoffe Kodein, Salbutamol und Gelatine. Dabei stellten sie bei zwei der sechs Versuchsdurchgängen zwar einen Vorteil gegenüber den Placebo-Gruppen zeigten, jedoch brachte keines der Präparate eine deutlich schnellere Verbesserung der Symptome mit sich.

Reizhusten und Schleim als wichtige Abwehrmechanismen des Körpers

Der Körper versucht bei Husten zunächst, sich mit bestimmten Mechanismen selbst zu reinigen: Der Schleim ist ein wichtiges Hilfsmittel des Körpers, um Krankheitserreger besser aus dem Körper entfernen zu können. Dadurch verkleben aber auch die Flimmerhärchen in den Bronchien, wodurch sie in ihrer Funktion zur Entsorgung von fremden Stoffen in den Atemwegen beeinträchtigt werden. Folglich sammelt sich immer mehr Schleim an. Das reizt die Hustenfühler und führt zu noch mehr Husten.

Zeit ist das beste Heilmittel

Auch Antibiotika, nach denen viele Patienten verlangten, sei kein geeignetes und wirkungsvolles Mittel gegen den Hustenreiz. Das beste Mittel ist laut den Schweizer Experten rund um den klinischen Epidemiologen Lars G. Hemkens immer noch Zeit.

Halte der Hustenreiz auch nach mehr als acht Wochen noch an, rät die "DGP" allerdings dazu, weitere Untersuchungen durchzuführen und gegebenenfalls einen Lungenfacharzt aufzusuchen, um zum Beispiel einen Tumor oder eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung auszuschließen.