Laden...
Ottawa
Studie zu Fleisch

Überraschend: Deshalb ist Fleischverzicht für viele Menschen schlechter als Fleischkonsum

Rotes Fleisch steht schon lange in Verruf, zahlreiche Studien raten vom Verzehr ab und sogar krebserregend solle es sein. Ein Forscherteam hat die bisherigen Ergebnisse in Frage gestellt und sich ein eigenes Bild gemacht - mit einem überraschenden Ergebnis.
 
Eine neue Studie will widerlegt haben, dass der Konsum von rotem Fleisch gesundheitlichen Schäden mit sich bringt. Symbolbild: pixabay.com/free-photos
Eine neue Studie will widerlegt haben, dass der Konsum von rotem Fleisch gesundheitlichen Schäden mit sich bringt. Symbolbild: pixabay.com/free-photos

Neue Studie zum Fleischverzehr: Der Konsum von Fleisch wird derzeit mehr diskutiert als je zuvor. Zahlreiche Studien und Untersuchungen sprechen sich eindeutig gegen den Verzehr von Wurst, Steak und Co. aus. Bereits im Jahr 2015 wurde rotes Fleisch von der "International Agency for Research on Cancer" (IACR) als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft.

Fleischkonsum: Wissenschaftler stellen bisherige Forschungsergebnisse in Frage

Ein internationales Forscherteam stellte vor kurzem alle bisherigen Forschungsergebnisse in Frage und beschloss den Vorwürfen auf den Grund zu gehen. Leiter der Studie war Bradley Johnston, Wissenschaftler an der Dalhousie University in Kanada. Dieser erklärte, dass alle bisherigen Studien lediglich einen schwachen Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Krankheiten, wie Krebs und Diabetes herstellen konnten.

Zu den bisherigen Forschungsergebnissen und den Einschätzungen der IACR äußerte Johnston: "Die Empfehlungen beruhen in erster Linie auf Beobachtungsstudien, bei denen ein hohes Risiko für Störfaktoren besteht." Fundierte Aussagen über einen kausalen Zusammenhang seien daher schwierig.

Neue Studie beweist: Fleisch ist wichtig für das Wohlbefinden

Für ihre Studie analysierten Johnston und seine Kollegen die Ergebnisse von zahlreichen, bereits erschienenen Untersuchungen zum Thema Fleischkonsum. Bei der Neubewertung der Daten berücksichtigten sie bisher vernachlässigte Einflussfaktoren, wie beispielsweise im Fleisch enthaltene Konservierungsmittel. Laut Johnston zeigen die neuen Studienergebnisse, dass der Konsum von rotem Fleisch kaum Einfluss auf das Risiko einer Krebs- oder Herzerkrankung hat.

Ein unterschätzter, aber wichtiger Einflussfaktor sei allerdings das Wohlbefinden. Für viele Menschen stelle der Verzehr von rotem Fleisch einen solchen Genuss dar, dass ein Verzicht bedenklicher für die Gesundheit sei, als der eigentliche Konsum.

Menschen, die viel Fleisch essen, tun dies schlicht und einfach gern. Ein erzwungener Verzicht hätte laut Johnston negativen Einfluss auf das Wohlgefühl. Deshalb empfehlen die Forscher, dass gesunde Menschen weiterhin so viel Fleisch essen sollen, wie sie es bisher immer getan haben.