Hilft der Konsum von Cannabis vor und nach dem Sport? Diese Frage hat eine US-Studie jetzt beantwortet: Wer Cannabis konsumiert, ist faul, entspannt und vor allem inaktiv. So stellen sich viele die "Drogenjunkies" vor. Meistens sind das Menschen, die nie Erfahrung mit den Rauschmitteln sammeln konnten. Denn dann wüssten sie vielleicht, dass diese Aussage so nicht zu 100 Prozent stimmt.

Die University of Colorado Boulder hat in einer umfangreichen Studie die Wirkung der Drogen auf den Körper und der damit verbundenen Aktivität untersucht. "Es gibt ein Klischee, dass Cannabiskonsum dazu führt, dass Menschen faul im Bett liegen und nicht körperlich aktiv sind, aber die Daten deuten darauf hin, dass dies nicht der Fall ist", wird die Autorin der Studie, Angela Bryan, in einer Pressemitteilung der Universität zitiert.

Mehr Motivation und mehr Bewegung

Der Konsum vor oder während Sportwettkämpfen ist verboten - auch in den USA, wo in bereits zehn Bundesstaaten Cannabis erlaubt ist. An der Studie, die die Universität durchgeführt hat, haben 600 Kosumenten teilgenommen. Auf die Frage, ob sie Cannabis vor (Zeitraum eine Stunde) oder nach (Zeitraum vier Stunden) dem Training eingenommen haben, antworteten 82 Prozent mit einem Ja. 70 Prozent der Befragten taten diese, weil der Konsum sie motiviere, sich zu bewegen. Acht Prozent mehr sagten sogar, dass die Regeneration deutlich besser MIT Cannabis verliefe.

 

Cannabinoide würde die Schmerzwahrnehmung dämpfen, so die Studie. Die Forschenden hätten sogar Hinweise darauf gefunden, dass "die Rezeptoren, an die sich Cannabis im Gehirn bindet, den Rezeptoren sehr ähnlich sind, die auf natürliche Weise während des Hochs der Läufer aktiviert werden", sagt Arielle Gillman, ebenfalls Autorin der Studie. Dieses Phänomen bezeichne man als Runner's High.

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Kein empfohlenes Mittel

Die Regeneration mit Cannabis verlaufe besser, da die Droge entzündungshemmend wirke und dadurch Muskeln schneller genesen können. Trotzdem empfehlen die Forschenden Cannabis nicht als Mittel für das eigene Training. Zumal die Befragten allesamt regelmäßige Konsumenten gewesen seien.