Fürs Gehirn: So viele Tassen Kaffee sollen optimal sein
Autor: Andrea Baumann
Deutschland, Samstag, 07. März 2026
Studien zeigen: Wer regelmäßig Kaffee trinkt, könnte sein Demenzrisiko senken. Forschende erklären, welche Inhaltsstoffe im Kaffee dabei eine Rolle spielen und wann er Risiken birgt.
Kaffee und Tee können laut einer aktuellen Studie das Demenzrisiko senken. Die Auswertung von mehr als 130.000 Menschen zeigt: Wer regelmäßig zwei bis drei Tassen Kaffee am Tag trinkt, hatte im Beobachtungszeitraum ein geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken. Doch was bedeutet das konkret für dich? Und wie belastbar sind diese Ergebnisse wirklich? Wir erklären die Zusammenhänge und werten die Ergebnisse aus.
Wie stark kann Kaffee laut einer Studie das Demenzrisiko senken?
Eine aktuelle Beobachtungsstudie von Forschenden der Harvard University sorgt derzeit für Aufmerksamkeit. So analysierten die Wissenschaftler Gesundheits- und Ernährungsdaten von mehr als 130.000 Erwachsenen, um Zusammenhänge zwischen Lebensstilfaktoren und dem späteren Auftreten von Demenz zu untersuchen. Das zentrale Ergebnis: Menschen, die regelmäßig zwei bis drei Tassen Kaffee pro Tag tranken, hatten ein etwa 15 bis 20 Prozent geringeres relatives Risiko für eine Demenzdiagnose als Personen, die kaum oder keinen Kaffee konsumierten.
Entscheidend ist hier allerdings das Wort "relativ": Bei einer Beobachtungsstudie geht es um statistische Wahrscheinlichkeiten in großen Gruppen – nicht um eine persönliche Garantie. So ist laut dieser Harvard-Studie moderater Kaffeekonsum mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden. Kaffee schützt aber nicht sicher vor der Erkrankung. Viele weitere Faktoren spielen mit hinein, etwa dein Alter, deine genetische Veranlagung, Bewegung oder auch die Gesundheit deines Herz-Kreislauf-Systems.
Auffällig war zudem, dass der Zusammenhang vor allem bei koffeinhaltigem Kaffee zu sehen war. Für entkoffeinierten Kaffee zeigte sich kein vergleichbarer Effekt. Das deutet darauf hin, dass insbesondere Koffein bei der Verringerung des Demenzrisikos eine wichtige Rolle spielen könnte.
Welche Inhaltsstoffe im Kaffee könnten für das Gehirn relevant sein?
Kaffee enthält mehrere Hundert bioaktive Substanzen. Am bekanntesten ist Koffein. Es kann im Gehirn unter anderem die sogenannten Adenosin-Rezeptoren blockieren – dadurch fühlst du dich wacher und konzentrierter. Studien zeigen allerdings auch, dass Koffein das Volumen der grauen Hirnsubstanz leicht reduzieren kann, was Auswirkungen auf bestimmte Hirnfunktionen haben könnte.
Weiterhin enthält Kaffee zahlreiche Antioxidantien, darunter Chlorogensäuren. Diese Stoffe können helfen, oxidativen Stress zu verringern. Dieser entsteht durch freie Radikale und steht im Zusammenhang mit Alterungsprozessen und neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz.
Auch Entzündungsprozesse könnten eine Rolle spielen, denn chronische, niedriggradige Entzündungen gelten als Risikofaktor für verschiedene Erkrankungen des Gehirns. Einige Inhaltsstoffe im Kaffee, wie Chlorogensäuren und bestimmte Polyphenole, zeigen in Labor- und Tierstudien entzündungshemmende Eigenschaften. Hinzu kommt der Stoffwechsel: Moderater Kaffeekonsum wird seit Jahren mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht. Da Diabetes wiederum das Demenzrisiko erhöhen kann, könnte ein Teil des beobachteten Effekts indirekt auch darüber erklärt werden.