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Dünger aus Bananenschalen: Wie gut funktioniert es wirklich?

Dünger aus Bananenschalen ist der neuste Trend rund ums nachhaltige Gärtnern. Solche Trends kommen immer wieder an die Oberfläche, zuletzt war es das Düngen mit Kaffeesatz. Doch was können die nachhaltigen Pflanzendünger? Wir haben das Ganze mal genauer unter die Lupe genommen.
 
Dünger aus Bananenschalen: So gut funktioniert es wirklich
Dünger aus Bananenschalen funktioniert wirklich! Wir zeigen, wie es geht. Foto: alexas_fotos/pixabay.com
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Können Bananenschalen als Dünger genauso gut funktionieren wie die aus dem Gartencenter? Die Meinungen der Experten spalten sich. Wo auf der einen Seite viel Zuspruch und Überzeugung steht, trifft man auf der anderen Seite auf Skepsis. Eins steht schon mal fest: Ein Dünger aus Küchenabfällen ist nachhaltig und klimafreundlich. Herkömmliche Dünger sind oft mit umweltschädlichen Schadstoffen versetzt, Bananenschalen haben das nicht

In Deutschland verspeisen wir im Jahr ungefähr 12 Kilogramm Bananen pro Kopf, wobei die Bananenschale fast immer im Müll landet. In der Bananenschale stecken eine Unzahl an Mineralien, etwas Schwefel und kleine Mengen Stickstoff. Sie beinhaltet also genau das, was Pflanzen von einem Dünger erwarten können. 

Doch muss man die Erwartungen an diesen Dünger etwas herunterschrauben. Er gibt bestimmten Pflanzen die Nährwerte, die sie brauchen, doch kann er den herkömmlichen Dünger keinesfalls im ganzen Umfang ersetzten.

Unsere Meinung: Der Dünger aus Bananenschalen ist eine solide und nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Pflanzendüngern, bei den Pflanzen, bei denen er auch was bringt. Mit Bananenschalendünger Rase zu düngen, wäre Schwachsinn, da Rasen einen viel höheren Stickstoffgehalt braucht. Probieren Sie den Dünger auf jeden Fall mal aus! 

Verwenden Sie Bio-Bananen

Wenn Sie den Dünger aus Bananenschalen herstellen, sollten Sie ausschließlich Bio-Bananen verwenden. Andere Bananen werden regelmäßig mit Fungiziden behandelt, um Pilzinfektionen vorzubeugen. Die Bananenschalen nehmen diese Fungizide auf und können diese während einer Düngerbehandelung auch an Pflanzen abgeben.

Lesen Sie auch: So können Sie aus Küchenabfällen nachhaltige Dünger herstellen

Da die erwähnte Pilzinfektion in Europa so gut wie nie vorkommt, brauch sie bei unseren Pflanzen auch nicht behandelt zu werden. Die Fungizide können ihre Pflanzen dadurch sogar eher schaden. 

Dünger Zweierlei: Flüssigdünger oder Trockendünger

Aus Bananenschalen lassen sich zwei Arten von Dünger herstellen: Trockendünger und Flüssigdünger. Beide sind in der Herstellung, bis auf ein paar Schritte, ähnlich. Beide Herstellungswege werden im Folgenden erklärt:

Trockendünger 

Die Herstellung des Trockendüngers sind auch gleichzeitig die ersten Schritte für den Flüssigdünger. Nehme Sie sich Ihre Bananenschale und zerkleinern Sie sie mit einem Messer oder einer Küchenmaschine in kleine Fetzten. Bananenschalen sind oft sehr glitschig und robust, es ist sinnvoll ein sehr scharfes Messer zu verwenden. 

Ist die Bananenschale zerkleinert, muss sie nur noch trocknen. Lagern Sie die Schale luftdurchlässig und nicht in geschlossenen Gefäßen, damit sie richtig austrocknen kann. Sie können die Schale auch bei 80 °C für mehrere Stunden in den Ofen legen. So trocknen die Bananenschalen schneller und können bereits am selben Tag verarbeitet werden.

Flüssigdünger 

Ein Flüssigdünger hat dieselbe Wirkung wie ein Trockendünger, das Nährstoffkonzentrat ist nur flüssig. Die Zubereitung ist prinzipiell auch dieselbe. Schneiden Sie die Bananenschale in kleine Stücke. Kochen Sie das Ganze mit einer Zusammensetzung aus 100 Gramm auf 1 Liter Wasser auf und lasse Sie es über Nacht ziehen. Am nächsten Tag können Sie die Schalenstücke aus dem Sud sieben und haben Ihren fertigen Pflanzendünger. Der Dünger aus Bananenschalen ist allerdings nur wenige Tage im Kühlschrank haltbar. 

So wenden Sie den Dünger an 

Durch den hohen Mineraliengehalt und dem geringen Stickstoffanteil können Sie beim Düngen wenig falsch machen. Es ist ein sehr seichter Dünger und kann bei "Überdüngung" wenig kaputt machen. Sie können also so viel oder so wenig Düngen wie Sie mögen.

Je nachdem für welche Düngervariante Sie sich entschieden haben, ändert sich auch die Anwendung. Beim Trockendünger werden die Bananenschalenstückchen in die Erde eingegraben. Beim Flüssigdünger wird der Sud mit einem Verhältnis 1:4 mit Wasser vermengt und kann als ganz normales Gießwasser verwendet werden. 

Mit der Anwendung zeichnet sich auch ab, welcher Dünger für welche Pflanzen besser geeignet ist. Der Trockendünger eignet sich besonders für Beete oder große Töpfe, wo ein untergraben möglich ist. Der Flüssigdünger ist dementsprechend gut für Topf- und Zimmerpflanzen. 

Welche Pflanzen können mit dem Dünger behandelt werden?

Im Grunde genommen alle Pflanzen, die nicht allzu viel Stickstoff von einem Dünger erwarten. Man sagt aber, dass besonders Rosen und Blütenstauden gut auf den Bananenschalendünger reagieren. Sie werden dadurch gesünder, bekommen mehr Blüten und sind mit ordentlich viel Kalium für den Winter gestärkt. 

Aber auch Zimmerpflanzen lassen sich super mit dem nachhaltigen Flüssigdünger bearbeiten. Besonders Orchideen oder andere tropische Pflanzen freuen sich über eine zusätzliche Mineralien-Zufuhr. 

Weiter Pflegetipps rund um die Bananenschale

Mit der Bananenschale kann man nicht nur Dünger für das Wurzelwerk einer Pflanze herstellen, sondern auch Blattpflege betreiben. Besonders im Winter haben Zimmerpflanzen häufig mit trockener Heizungsluft und Staub zu kämpfen. Sie können sich hierfür einfach eine Bananenschale schnappen und mit dem Inneren die Blätter säubern und bestäuben. Durch die leicht feuchte Substanz der Schaleninnenseite bleibt Staub an ihr haften. Und keine Sorge: Ihre Pflanzen fangen danach nicht an zu stinken oder geschweige denn zu schimmeln.