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Obstbaumschnitt

Apfelbaum schneiden: So klappt der Obstbaumschnitt im Spätwinter

Apfelbäume werden üblicherweise im Spätwinter zurückgeschnitten. Das regt die Blüte im Sommer an und die Ernte im Herbst fällt üppiger aus. Was du beim Apfelbaumschnitt beachten solltest, erfährst du bei uns.
Apfelbaum schneiden: Tipps für Ihren Baumschnitt im Spätwinter
Im Spätwinter sind Apfelbäume wieder bereit für ihren Schnitt! Diese simplen Tricks werden Ihnen den Baumschnitt sicher erleichtern. Foto: hans/pixabay.com Foto: Hans
  • Verjüngungsschnitt für den Apfelbaum im Spätwinter
  • Die wichtigsten Tipps auf einem Blick 
  • Diese Äste und Triebe musst du jetzt entfernen 

Apfelbäume sind robuste und pflegeleichte Obstbäume und lassen sich an vielen Orten kultivieren. So gibt es für alle Orte die passenden Formen und Arten. Eine wichtigste Pflegemaßnahme ist der jährliche Schnitt. Durch ihn bleibt der Obstbaum gesund, kräftig und ertragreich. Dabei hängt die Erfolgsgarantie beim Schnitt von an ein paar entscheidenden Faktoren ab: Schnittzeitpunkt, Schnittform und Schnitttechnik.

Vorbereitung auf den Apfelbaumschnitt im Spätwinter

Der klassische Schnitt am Apfelbaum findet zwischen Januar und März statt. In dieser Zeit ruht der Baum und durch die fehlende Belaubung können die kranken Äste erkannt werden. Aber auch im Sommer lohnt sich hier und da ein Nachschnitt. Besonders betroffen sind ältere Bäume, die einen überaus starken Wuchs entwickelt haben.

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Mit dem richtigen Werkzeug gelingt der Schnitt am Apfelbaum reibungslos. Diese Werkzeuge solltest du parat haben: 

  • Eine standfeste Leiter (für größere Bäume)
  • Eine scharfe Baumschere
  • Eine Säge

Überblick: alle Schnittarten für Apfelbäume

Im Grunde geht es bei allen Schnittvarianten darum, die kranken, toten, verkeilten, beschädigten, dürren und blütenlosen Triebe zu entfernen. So kann die Energieversorgung gezielt in die Äste und Triebe gehen, die hauptsächlich für den Fruchtertrag verantwortlich sind. Zusätzlich wird die Baumkrone belichtet und das Sonnenlicht kann auch das Innere der Krone erreichen. Je nachdem welche Jahreszeit es ist und wie alt der Apfelbaum ist, kommen verschiedene Schnittformen und Techniken infrage.

  • Der Pflanzschnitt: Dieser Baumschnitt wird bei jungen Bäumen angewendet und gibt ihnen die richtige Kronenform. Er passiert direkt nach dem Pflanzen und entscheidet darüber, welche Triebe hauptsächlich für den Fruchtertrag verantwortlich sind. Was heißt das für dich? Du suchst dir, neben dem geraden Mittelstamm, vier bis fünf Seitenäste aus. Die restlichen Seitentriebe können am Mittelstamm in Richtung Wuchs entfernt werden. Schneide nun ungefähr 1/3 von den übrig gebliebenen Ästen und vom Mittelstamm ab.
  • Der Erziehungsschnitt: Ab dem zweiten Jahr steht der Erziehungsschnitt auf dem Programm. Er hilft den auserwählten Seitentrieben kräftiger zu werden und fördert den ersten Blütenansatz. Dafür müssen alle Triebe, die zum Inneren der Baumkrone wachsen, entfernt werden. Langsam sollte die Apfelbaumkrone einer Pyramidenform gleichen. 
  • Der Erhaltungsschnitt: Der Erhaltungsschnitt sollte nicht vor dem sechsten Lebensjahr eines Baumes ausgeübt werden. Erst dann trägt der regelmäßig Früchte und hat seine Balance zwischen Fruchtertrag und Wachstum gefunden. Entferne beim Erhaltungsschnitt alle Konkurrenzäste und alle blütenlosen und kranken Triebe. Zusätzlich sollten die Wassertriebe ausgelichtet werden. Der Erhaltungschnitt wird alle drei bis fünf Jahre wiederholt.
  • Der Verjüngungsschnitt: Beim Winterschnitt handelt es sich um den Verjüngungsschnitt. Durch ihn wird der Baum neu belebt und die Blühtfähigkeit wird angeregt. Der Zeitraum zwischen Ende Januar und März bietet sich gut an, da Temperaturen selten unter -5 °C fallen und somit keine Frostschäden mehr entstehen können. Es kann aber vorkommen, dass durch den Wachstumsschub im Frühjahr aus den Schnittstellen neue Triebe wachsen. Das ist nicht weiter schlimm und tritt häufig bei älteren und kräftigeren Bäume auf. Befreie den Baum im Sommer von den neugewachsenen Trieben.
  • Der Sommerschnitt: Ein Sommerschnitt soll die Nähstoffzufuhr zu den richtigen Trieben leiten. Er findet kurz vor der Apfelernte zwischen Juni und August statt. Hier werden nicht-tragende Äste abgeschnitten, damit die Nährstoffe gezielt zu den tragenden Ästen gelangen und die Früchte in ihrer letzten Reife an Qualität und Größe gewinnen. So kann auch die Lichtzufuhr zum Inneren der Baumkrone wird verbessert werden. Ein Vorteil des Sommerschnitts: die Schnittstellen heilen schneller ab und der Baum ist nicht so anfällig auf Schädlinge und Krankheiten.
  • Säulenbaum schneiden: Säulenobst eignet sich perfekt für jeden Balkon oder jede Terrasse. Mit seinem schmalen Wuchs passt er auch auf noch so kleinsten Raum. Im Gegensatz zu einem regulären Apfelbaum braucht der Säulenbaum keinen regelmäßigen Schnitt. Manche Sorten brauchen sogar gar keinen Schnitt. Wenn dir aber lange, abstehende Seitentriebe auffallen, kannst du sie ganz einfach zwischen Juni und August abschneiden.

Was passiert nach dem Apfelbaumschnitt?

Durch einen Baumschnitt entstehen Wunden an der Baumrinde, in denen sich Schädlinge und Krankheiten einnisten können. In Fachkreisen wird diskutiert, ob Wundwachs das Erkranken verhindern kann.

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Es heißt, dass Wundwachs den Schädlings- und Schimmelbefall vorbeugen kann. Doch mit dem Auftragen von Wundwachs lernt der ein junger Baum nie sich selber gegen Schimmelbefall oder andere Krankheiten zu wehren. Zusätzlich kann Wundwachs nach einiger Zeit rissig wird und besonders dann zu einem beliebten Platz für Schimmelbefall wird.

Neben der Schnittwunden Versorgung müssen die abgeschnittenen Äste entsorgt werden. Natürlich kann ein Großteil im Biomüll oder auf dem Kompost entsorgt werden. Doch der ein oder andere Ast kann im Garten noch weiter verwendet werden – zum Beispiel als Rankhilfe. 

Im Sommer Rücksicht auf Vögel nehmen 

Durch die fehlende Belaubung im Winter, kann man gut erkennen, ob sich im Apfelbaum ein Vogel ein Nest gebaut hat oder nicht.

Doch wer sich den Sommerschnitt vorgenommen hat, sollte unbedingt vorher nachschauen, ob sich nicht doch irgendwo ein Nest versteckt. Hier ist als Vorsicht angesagt.

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