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Bamberg
Eine Pflanze stellt sich vor

Misteln: vom Weihnachtsbrauch bis zur Heilpflanze 

Der Brauch des Mistelzweigs begleitet uns durch die Weihnachtszeit und damit ist die Halbschmarotzerpflanze ein fester Bestandteil der Weihnachtszeit geworden. Wir haben uns mal angeschaut, womit es sich bei dem Brauch auf sich hat und wo man den Mistelzweig in der Natur so findet.
 
Die Mistel, immergrüne Blätter und weiße Früchte im Winter. Foto: Monika Schuetz
Die Mistel, immergrüne Blätter und weiße Früchte im Winter. Foto: Monika Schuetz
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Der Mistelzweig gehört zu den bekanntesten Weihnachtsbräuchen. Er läuft uns in weihnachtlichen Filmen, Gedichten oder Liedern im Winter ständig über den Weg. Doch was steckt eigentlich hinter dieser Pflanze?
In der Natur ist die Mistel (lt. Viscum) nicht so beliebt. Sie haftet sich als Halbschmarotzer an andere Bäume und Sträucher. Durch ihre immergrüne Art, kommt sie besonders in den Wintermonaten zur Geltung. 
Die Mistel ist ein weitverbreitetes Gewächs, das zum einen in tropischen Bedingungen vorkommt, aber auch in gemäßigten Zonen ihr Zuhause gefunden hat. In Europa kommt vor allem die Weißbeerige Mistel (Viscum abum) vor und ist besonders auf Laubbäumen zu finden.

Standort - hier wächst die Mistel 


Die Mistel ist eine Halbschmarotzerpflanze. Das heißt, sie ist eine parasitische Blütenpflanze und überlebt dank einer Wirtspflanze. Im Gegensatz zu Vollschmarotzerpflanzen ist sie dennoch in der Lage Fotosynthese zu betreiben. 
Man erkennt die Mistel an ihrem grünen, kugelförmigen Wuchs, der besonders im Winter ins Auge sticht. Die Pflanze ist immergrün und mehrjährig und schmückt im Winter die kahlen Bäume und Sträucher. Die Mistel bohrt sich ihre Wurzeln durch die Rinde ins Holz und zapft sich dort an die Leitungsbahnen an. Am wohlsten fühlt sich die Mistel oben in den Baumkronen, da sie dort auch am meisten Sonne abbekommt. Dort ist sie hartnäckig und widerstandsfähig, so überlebt sie fast jeden Sturm. 
Die Mistel trägt zur Adventszeit etwa einen Zentimeter große weiße Beere. Diese sind nicht giftig, aber auch nicht für den Verzehr geeignet. Die Beeren spielen eine große Rolle bei der Vermehrung der Halbschmarotzer. Die Samen der Beeren sind von einem klebrigen Fruchtfleisch umhüllt. Vögel fressen die Beeren regelmäßig und scheiden die Samen samt Fruchtfleisch auf anderen Bäumen wieder aus. Die Misteldrossel, zum Beispiel, frisst die Mistelbeeren häufig und ist somit auch zu ihrem Namen gekommen. Die Mistel wächst nur sehr langsam. Es kann bis zu drei Jahre dauern, bis man von der Mistel erste Ansätze erkennt. 
Für Bäume ist die Mistel ein unerwünschter Gast. Als Halbschmarotzer bedient sich die Mistel an den Wassereinlagerungen und Nährstoffen des Baumes. Besonders in Trockenperioden kann die Mistel dann ein Problem für den Baum bedeuten. 

Diesen Nutzen haben Misteln 


Auch wenn die Mistel für Bäume keinen Nutzen übrighat, kann Sie dem Menschen so einiges guttun. Besonders in der Naturheilkunde ist die Mistel ein beliebtes Präparat gegen Arthrose oder hohen Blutdruck. Zurzeit wird auch diskutiert, ob MIstelpräparate die Lebensqualität von Krebspatienten verbessert. Die Ergebnisse stehen aber noch aus. 
Für die Regulierung des Bluthochdrucks eignet sich auch ein Mistel-Tee, den Sie entweder kaufen können oder auch gut selbst hergestellt können. Achten Sie aber darauf, dass die Pflanzenteile leicht giftig sind und nicht zum Verzehr geeignet sind!

Misteltee - Rezept

  1. Zwei Teelöffel geschnittenes Mistelkraut in ein Gefäß geben und kaltes Wasser füllen. 
  2. Die Mischung über Nacht oder ein paar Stunden stehen lassen.
  3. Das Mistelkraut gründlich entfernen. Am besten Sieben Sie es aus, damit keine Pflanzenteile mehr im Tee sind
  4. Das Gebräu vor dem Trinke erwärmen 

Anbautipps


Auf die weißen Beeren der Mistel, die jetzt heranreifen, haben die Amseln, Drosseln und viele andere Vogelarten sehnlich gewartet. Beim Verzehr der Frucht bleibt das sehr klebrige Samenkorn am Schnabel hängen. Der botanische Name der Mistel Viscum bedeutet nämlich Leim. Wetzt der Vogel das Samenkorn dann an einem Zweig ab, bleibt es dort hängen. Die keimende junge Pflanze schickt ihre Wurzeln bis in das Innere des Holzgewebes. Ein neuer Mistelbusch kann damit entstehen.
Wer Misteln selber anbauen will, kann das jetzt mit den weißen Beeren machen, die meist an den gekauften Zweigen hängen. Man braucht nur den Vorgang, den uns die Vögel zeigen, nachzuahmen. Gern werden Apfelbäume und von den Laubholmisteln angenommen. Da es bei Misteln männliche und weibliche Pflanzen gibt, sollte versucht werden, gleich mehrere Exemplare anzusiedeln. So kann es später zu einer Befruchtung kommen, die neue Samenkörner hervorbringt.

Mistelzweig – ein Brauch der Fragen aufwirft 

Eine alte Sitte ist es, zu Weihnachten an der Zimmerdecke oder über der Haustür, Mistelzweige aufzuhängen. Dahinter steckt der Glaube, das Mistelgrün andauerndes Glück bringt. Die immergrüne Farbe gilt als Symbol der Fruchtbarkeit und des Wachstums. Gut angesehen ist bei Liebenden der Brauch, sich unter einem Mistelzweig zu küssen. Angeblich verheißt diese Geste Glück in der Liebe.
Der Ursprung dieses Brauches ist nicht eindeutig geklärt. In der Geschichte gibt es aber schon lange Aufzeichnungen der Mistelpflanze. Sie galt als heilig, da sie keine irdischen Wurzeln besaß und auf mysteriöser Weise aus Bäumen hervorspross. Die Druiden erkannten damals schon die heilende Wirkung, die das Mistelkraut hatte und brauten Tränke aus ihm. 
Die Legende vom Mistelzweig hat also viele Ursprünge. Ein geläufiger Ursprung ist das römische Fest der Saturnalien, an dem man sich als Zeichen der Freundschaft Mistelzweige schenkt. 

Mistel als Weihnachtsdekoration


Durch den Kuss-Brauch sind Mistelzweige in der Weihnachtszeit als Zeichen der Liebe in vielen Türrahmen zu finden. Daneben machen sich die Zweige aber auch gut in Adventskränzen oder Gestecken. Sie sind sehr pflegeleicht und können lange ohne Wasser auskommen. Sie bleiben mehrere Wochen draußen, sowohl auch drinnen, grün.