Ruhephase: Diese solltest du unbedingt einhalten. Im September und Oktober benötigt die Amaryllis weder Dünger noch solltest du sie gießen. Stelle sie jetzt an einen kühlen und dunklen Ort mit ungefähr 15 Grad. Für diesen Zeitraum eignet sich beispielsweise der Keller. Während der Ruhephase trocknen die Blätter ab, das ist normal und sollte dich nicht beunruhigen. Du kannst sie bedenkenlos entfernen, da die Amaryllis ihre ganze Kraft für die nächste Blütezeit benötigt.
Blütephase
Ungefähr einen Monat (vier bis sechs Wochen) vor der Blütezeit endet die Ruhephase. Wenn im November die ersten Knospen zu sehen sind, solltest du die Amaryllis in einen größeren Topf mit humusreicher Erde umsetzen. Gibst du etwas Ton dazu, bleibt sie gleichmäßig feucht. Selbstverständlich eignet sich auch normale Blumenerde zum Einpflanzen. Achte darauf, dass sich die Zwiebel nur zur Hälfte in der Erde befindet.
Der Blumentopf sollte nur etwas größer als die Knolle sein. Während der Blütephase solltest du die Amaryllis ebenfalls regelmäßig düngen und gießen. Besonders gern mag sie lauwarmes Wasser. Ab jetzt solltest du sie genau beobachten, denn je besser sie sich entwickelt und Blüten bildet, desto mehr Feuchtigkeit benötigt sie. Vermeide das direkte Berieseln der Zwiebel und fülle das Wasser stattdessen in den Untersetzer. Gieße nicht zu viel, da der Stängel sonst zu lang wird und abknicken kann. Aber auch hier gilt: keine Staunässe!
Stelle das Gewächs an einen warmen und hellen Platz. Besonders gut verträgt die Amaryllis eine Temperatur von ungefähr 20 °C ohne direkte Sonne. In einem kühleren Raum mit beispielsweise 18 °C hält sich die Blüte länger. Grundsätzlich gilt: Je wärmer das Zimmer ist, desto kürzer ist die Blütezeit. Vermeide Zugluft, da plötzliche Temperaturunterschiede die bunte Blütenpracht beeinträchtigen können.
Welche Eigenschaften zeichnen die Amaryllis aus?
Der Zwiebeldurchmesser hat Einfluss auf das Aussehen der Blüten. Aus großen Knollen entstehen prächtigere Blüten als aus kleinen Zwiebeln. Während der Ruhephase kann die Amaryllis kleine Zwiebeln bilden. Entferne diese sogenannten Tochterzwiebeln vorsichtig und setze sie in kleine Töpfe. So kannst du mit mehreren Pflanzen deine Wohnung schmücken. Zudem sind sie ein schönes Geschenk für liebe Personen.
Nicht nachhaltig und deshalb wenig empfehlenswert ist behandelte Ware mit einer eingewachsten Knolle. Diese Variante ist zwar praktisch, weil du sie ohne Erde und Blumentopf auf die Fensterbank stellen kannst. Der Wachsmantel bewahrt die Zwiebel vor dem Vertrocknen. Alle lebenswichtigen Mineralien hat sie in der Knolle gespeichert, deshalb musst du diese Amaryllis auch nicht gießen. Allerdings erhält sie auch keine zusätzlichen Nährstoffe von außen zugeführt. Deshalb stirbt sie häufig nach der Blühphase ab, weil sie völlig ausgezehrt ist. Aber auch diese Pflanzen kannst du eventuell retten. Bevor du sie in einen Topf mit Erde setzt, musst du die Zwiebel vorsichtig von der Wachsschicht befreien. Erholt sich die Staude nicht mehr, musst du sie in den Restmüll werfen. Die Wachsschicht ist keinesfalls nachhaltig, deshalb kommen diese Exemplare nicht auf den Kompost. Außerdem ist die Kultivierung sehr umweltfreundlich, weil du nicht jedes Jahr neue Zwiebeln kaufst.
Die Amaryllis zählt durch die enthaltenen Alkaloide, beispielsweise Lycorin, zu den toxischen Gewächsen. In der Zwiebel ist die höchste Konzentration an Giftstoffen zu finden. Trage zur Sicherheit Handschuhe, wenn du sie umtopfst. Achte darauf, dass die Amaryllis für Kleinkinder und Haustiere (Hunde, Katzen) unerreichbar ist, um ein Verzehren zu verhindern. Für Nagetiere besteht ebenfalls Lebensgefahr, wenn sie an der Pflanze knabbern. Zu den Symptomen einer Vergiftung zählen unter anderem Übelkeit, Durchfall, Schwindel oder Lähmungserscheinungen. Der Pflanzensaft kann bei direktem Kontakt Hautirritationen hervorrufen. Bei einem Notfall solltest du schnell reagieren. Kontaktiere sofort einen Arzt oder verständige den Giftnotruf.
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