Ausgeblüht? So rettest du deine Amaryllis

4 Min

Die Amaryllis zählt im Winter zu den beliebtesten Zimmerpflanzen. Ist sie verblüht, musst du sie nicht wegwerfen. Du kannst die Pflanze retten, indem du sie richtig pflegst.

  • Wie kannst du eine Amaryllis retten?
  • Was musst du bei der Pflege beachten?
  • Welche Eigenschaften machen die Amaryllis so besonders?

Die Amaryllis steht meist zur Weihnachtszeit in voller Blüte. Du kannst sie mit der Zwiebel einsetzen oder als Schnittblumen zu opulenten Sträußen binden. Ihre großen Blüten leuchten in verschiedenen Rottönen, wobei mehrfarbige Sorten sehr edel wirken. Sterben die Blüten ab, verliert die Pflanze ihre Attraktivität und wird häufig weggeworfen. Mit der richtigen Pflege überlebt die Amaryllis mehrere Jahre. Welche Punkte musst du beachten, damit sie sich bis zur nächsten Saison kräftig entwickelt?

Wie rettest du eine Amaryllis?

In den hiesigen Supermärkten sind überwiegend die Zwiebeln des Rittersterns zu finden. Weil dieser umgangssprachlich als Amaryllis bezeichnet wird, ist im nachfolgenden Artikel der Einfachheit halber nur der Begriff "Amaryllis" zu lesen. Beide Arten sind völlig unterschiedlich, dennoch sehen sie ähnlich aus und gehören zur gleichen Familie (Amaryllisgewächse). Die "Echte Amaryllis" (Amaryllis belladonna oder nur Balladonnalilie) ist bei uns äußerst selten anzutreffen.

Sie blüht nicht im Winter, sondern eher im Spätsommer bis in den Herbst hinein. Dies ist ihrer natürlichen Umgebung geschuldet, denn diese befindet sich in den Bergregionen Südafrikas in der Nähe des Kaps. Dort beginnt sie nach der Regenperiode zu blühen. Der Ritterstern (Hippeastrum) hingegen blüht in den Monaten November bis Dezember und der Zeitraum kann je nach Sorte bis März andauern. Er stammt ursprünglich aus Südamerika. Die Gewächse überstehen die in den Ländern typischen Trockenzeiten nahezu unbeschadet. Erst zur Regenzeit entwickeln die Pflanzen ihre riesigen Blüten.

Die Amaryllis wertet als imposante Dekoration die heimischen Wohnzimmer auf. Etwa sechs bis acht Wochen nach dem Einsetzen einer frischen Zwiebel entfaltet sie ihre volle Blüte. Schon kurz nach den Feiertagen beginnen die Blüten zu welken. Dieser Zeitpunkt ist häufig bereits Mitte Januar. Anschließend landet das Gewächs im Müll. Doch die Pflanze ist mehrjährig und mit einem geringen Aufwand kannst du dich im nächsten Winter an einer eindrucksvollen Farbenpracht erfreuen. 

Lebensphasen der Amaryllis

Damit das Vorhaben gelingt, solltest du die drei Lebensphasen der Amaryllis beachten: Wachstumsphase: Alle verwelkten Blüten darfst du sofort entfernen. Schneide den Stängel erst ab, wenn er dürr ist. Braune Blätter solltest du lieber an der Pflanze lassen, weil sie diese noch als Nährstoffspeicher für die Zwiebel nutzt. Ab jetzt solltest du sie regelmäßig gießen, denn in den Monaten März bis August entwickelt die Amaryllis neue Triebe, aus denen sich später die Blüten entwickeln. Vermeide unbedingt Staunässe, denn die Zwiebeln und die Wurzeln können dadurch faulen. Deshalb ist es wichtig, sie schon frühzeitig optimal mit Nährstoffen zu versorgen.

Dünge die Zwiebel in einem Abstand von zwei bis drei Wochen. Am besten eignet sich Flüssigdünger. Ideal ist ein organischer Dünger oder ein selbst gemachter Sud aus Brennnesseln oder Kompost. Das Abschneiden frischer Blätter ist tabu, denn das kann die Pflanze schwächen und sie bildet keine Knospen. Im Frühsommer liebt die Amaryllis einen Platz im Halbschatten mit etwa 26 Grad. Direkte Sonne mag sie dagegen überhaupt nicht. Bleiben die Nächte frostfrei, kannst du sie sogar in den Garten oder auf den Balkon stellen. Schütze die Pflanze vor Schnecken. Sie gehört aufgrund der relativ harten Blätter nicht zur Leibspeise der Schädlinge, doch hungrige Tiere können durchaus eine Amaryllis anfressen. 

Ruhephase: Diese solltest du unbedingt einhalten. Im September und Oktober benötigt die Amaryllis weder Dünger noch solltest du sie gießen. Stelle sie jetzt an einen kühlen und dunklen Ort mit ungefähr 15 Grad. Für diesen Zeitraum eignet sich beispielsweise der Keller. Während der Ruhephase trocknen die Blätter ab, das ist normal und sollte dich nicht beunruhigen. Du kannst sie bedenkenlos entfernen, da die Amaryllis ihre ganze Kraft für die nächste Blütezeit benötigt

Blütephase

Ungefähr einen Monat (vier bis sechs Wochen) vor der Blütezeit endet die Ruhephase. Wenn im November die ersten Knospen zu sehen sind, solltest du die Amaryllis in einen größeren Topf mit humusreicher Erde umsetzen. Gibst du etwas Ton dazu, bleibt sie gleichmäßig feucht. Selbstverständlich eignet sich auch normale Blumenerde zum Einpflanzen. Achte darauf, dass sich die Zwiebel nur zur Hälfte in der Erde befindet.

Der Blumentopf sollte nur etwas größer als die Knolle sein. Während der Blütephase solltest du die Amaryllis ebenfalls regelmäßig düngen und gießen. Besonders gern mag sie lauwarmes Wasser. Ab jetzt solltest du sie genau beobachten, denn je besser sie sich entwickelt und Blüten bildet, desto mehr Feuchtigkeit benötigt sie. Vermeide das direkte Berieseln der Zwiebel und fülle das Wasser stattdessen in den Untersetzer. Gieße nicht zu viel, da der Stängel sonst zu lang wird und abknicken kann. Aber auch hier gilt: keine Staunässe!

Stelle das Gewächs an einen warmen und hellen Platz. Besonders gut verträgt die Amaryllis eine Temperatur von ungefähr 20 °C ohne direkte Sonne. In einem kühleren Raum mit beispielsweise 18 °C hält sich die Blüte länger. Grundsätzlich gilt: Je wärmer das Zimmer ist, desto kürzer ist die Blütezeit. Vermeide Zugluft, da plötzliche Temperaturunterschiede die bunte Blütenpracht beeinträchtigen können.

Welche Eigenschaften zeichnen die Amaryllis aus?

Der Zwiebeldurchmesser hat Einfluss auf das Aussehen der Blüten. Aus großen Knollen entstehen prächtigere Blüten als aus kleinen Zwiebeln. Während der Ruhephase kann die Amaryllis kleine Zwiebeln bilden. Entferne diese sogenannten Tochterzwiebeln vorsichtig und setze sie in kleine Töpfe. So kannst du mit mehreren Pflanzen deine Wohnung schmücken. Zudem sind sie ein schönes Geschenk für liebe Personen

Nicht nachhaltig und deshalb wenig empfehlenswert ist behandelte Ware mit einer eingewachsten Knolle. Diese Variante ist zwar praktisch, weil du sie ohne Erde und Blumentopf auf die Fensterbank stellen kannst. Der Wachsmantel bewahrt die Zwiebel vor dem Vertrocknen. Alle lebenswichtigen Mineralien hat sie in der Knolle gespeichert, deshalb musst du diese Amaryllis auch nicht gießen. Allerdings erhält sie auch keine zusätzlichen Nährstoffe von außen zugeführt. Deshalb stirbt sie häufig nach der Blühphase ab, weil sie völlig ausgezehrt ist. Aber auch diese Pflanzen kannst du eventuell retten. Bevor du sie in einen Topf mit Erde setzt, musst du die Zwiebel vorsichtig von der Wachsschicht befreien. Erholt sich die Staude nicht mehr, musst du sie in den Restmüll werfen. Die Wachsschicht ist keinesfalls nachhaltig, deshalb kommen diese Exemplare nicht auf den Kompost. Außerdem ist die Kultivierung sehr umweltfreundlich, weil du nicht jedes Jahr neue Zwiebeln kaufst.

Die Amaryllis zählt durch die enthaltenen Alkaloide, beispielsweise Lycorin, zu den toxischen Gewächsen. In der Zwiebel ist die höchste Konzentration an Giftstoffen zu finden. Trage zur Sicherheit Handschuhe, wenn du sie umtopfst. Achte darauf, dass die Amaryllis für Kleinkinder und Haustiere (Hunde, Katzen) unerreichbar ist, um ein Verzehren zu verhindern. Für Nagetiere besteht ebenfalls Lebensgefahr, wenn sie an der Pflanze knabbern. Zu den Symptomen einer Vergiftung zählen unter anderem Übelkeit, Durchfall, Schwindel oder Lähmungserscheinungen. Der Pflanzensaft kann bei direktem Kontakt Hautirritationen hervorrufen. Bei einem Notfall solltest du schnell reagieren. Kontaktiere sofort einen Arzt oder verständige den Giftnotruf

Vorschaubild: © CC0 / Pixabay / AnLiAl