Fremdflirt: Fast jeder Zweite flirtet mit vergebenem Partner
Autor: Volker Gutgesell, Niclas Michel
, Freitag, 24. Januar 2020
Ein nettes Kompliment, ein Zuzwinkern oder ein süßes Lächeln: die Deutschen flirten gerne. Oft ist der Flirtpartner vergeben - doch das schreckt viele nicht ab, wie eine Innofact-Umfrage zeigt. Was Fremdflirten so beliebt macht.
Es kann viele Gründe haben: Langeweile, Einsamkeit oder auch der Reiz des Verbotenen. Fast jeder Zweite (45 Prozent) in Deutschland hat schon mal mit jemanden geflirtet oder sogar eine Affäre begonnen, obwohl derjenige wusste, dass der andere in festen Händen ist.
Fremdflirten statt treuer Liebe
Die Männer sind hier vor allem sehr abenteuerlich: 53 Prozent sagen, sie schrecken nicht von vergebenen Frauen zurück. Bei den liierten Frauen sind es auf der anderen Seite 38 Prozent, die sich gern mal auf einen Flirt einlassen. Fast die Hälfte aller Befragten denken, fremdflirten geht gar nicht. Ungefähr jeder Zehnte (11 Prozent) hatte zwar noch keine Affäre mit jemanden, der bereits vergeben war, kann aber dies in der Zukunft auch nicht ausschließen.
Aber wo passieren eigentlich die Fremdflirts? Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) im eigenen Freundeskreis, 21 Prozent am Arbeitsplatz. 16 Prozent lassen sich dazu in Bars oder Clubs dazu hinreißen.
Wann wird Flirten zum Problem?
Ein kurzer Blick, ein charmantes Kompliment oder ein humorvoller Austausch: Flirten gehört für viele Menschen zum Alltag und muss nicht automatisch ein Zeichen für Untreue sein. Entscheidend ist jedoch, welche Absicht dahintersteckt und ob dabei Grenzen überschritten werden. Problematisch wird es vor allem dann, wenn das Flirten heimlich geschieht, bewusst vor dem Partner oder der Partnerin verheimlicht wird oder emotionale Nähe entsteht, die eigentlich der Beziehung vorbehalten ist.
Paare sollten deshalb nicht erst im Streit klären, was für sie noch harmlos ist und wo Fremdflirten beginnt. Während manche bereits intensive Chats als Vertrauensbruch empfinden, sehen andere gelegentliche Komplimente gelassen. Wichtig ist, dass beide Seiten ihre Erwartungen offen ansprechen. Wer merkt, dass ihn das Verhalten des Partners verletzt, sollte nicht mit Vorwürfen reagieren, sondern erklären, welche Gefühle ausgelöst werden.
Fremdflirten kann auch ein Hinweis darauf sein, dass in der Beziehung etwas fehlt — etwa Aufmerksamkeit, Bestätigung oder Leichtigkeit. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Partnerschaft gefährdet ist. Es kann aber ein Anlass sein, wieder bewusster miteinander umzugehen und Nähe aktiv zu stärken.
Vom Fremdflirten zum Ende der Beziehung
Besonders wenn der eigene Partner häufig fehlt oder man sich in einer Fernbeziehung befindet, lassen sich Vergebene schnell zum Fremdflirten oder sogar zum Fremdgehen verleiten. Dabei vergessen viele, dass Fremdgehen in den allermeisten Fällen auch ein sofortiges und schmerzhaftes Beziehungsende bedeutet. Deshalb lieber ehrlich sein und die Beziehung beenden, wenn sie nicht mehr funktioniert. So kann man dem eigenen Partner den Schmerz des Betruges ersparen. Außerdem macht flirten als Single und ohne schlechtes Gewissen tausend mal mehr Spaß.
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