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Franken
Frost und Schnee

Auto nicht richtig von Schnee und Eis befreien - das wird teuer

In den vergangenen Tagen kam noch einmal richtig Schnee vom Himmel. Das bedeutet, dass wir unsere Autos wieder von Schnee und Eis befreien müssen. Bei eisigen Temperaturen gerade in den frühen Morgenstunden gibt es kaum etwas, das weniger Spaß macht. Und tun Sie es nicht, kann das richtig teuer werden.
 

Die Temperaturen liegen deutlich unter dem Gefrierpunkte -  und damit kommt etwas auf uns alle zu, was kaum jemand gerne macht: Eiskratzen. Zumindest für diejenigen, die ihr Auto nicht in einer Garage geparkt haben. Ein verhasstes Winterritual für die meisten. Dennoch kommen wir nicht drumherum, auch mal im Halbdunkeln die Autoscheiben von Eis und Schnee befreien zu müssen.

Um das Eiskratzen ranken sich viele Mythen und Tipps, die keine sind. Zudem können "Fehler" beim Eiskratzen teuer werden. Wir zeigen Ihnen, was Sie bisher vermutlich immer falsch gemacht haben - aber natürlich auch, wie es richtig geht.

"Fehler" beim Eiskratzen können teuer werden - Bußgeld bis zu 80 Euro

Die Scheiben im Winter nicht von Schnee und Eis zu befreien ist kein Kavaliersdelikt: Laut StVO droht ein Bußgeld von 10 Euro, wenn Sie lediglich ein "Guckloch" in die Frontscheibe kratzen. Wenn Sie das Autodach nicht von Schnee befreien, werden sogar 25 Euro fällig. Und sollten Sie mit verschneiten - und damit nicht erkennbaren - Kennzeichen fahren, kostet das zudem fünf Euro Bußgeld. Doch es kann noch teurer werden.

Während Sie dem Eis mit Kratzer und Enteiserspray zu Leibe rücken, sollte übrigens auch der Motor aus bleiben. Denn auch Warmlaufenlassen des Motors kann teuer werden. Viele Autofahrer haben es sich im Winter angewöhnt, ihr Auto im Stand laufen zu lassen. Doch das ist verboten. Denn: Wenn Sie den Motor Ihres Wagens warm laufen lassen, kann das ein Bußgeld von 80 Euro nach sich ziehen. (Bis zum 27. April 2020 kostete die Ordnungswidrigkeit übrigens lediglich 10 Euro Bußgeld.) Unnötiger Lärm und vermeidbare Umweltbelastungen durch Abgase sind die Gründe.

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) untersagt es, den Motor unnötig laufen zu lassen. "Das ist der Fall, wenn Ihre Bequemlichkeit der Grund dafür ist – etwa während Sie die Scheiben freikratzen", heißt es auf der Seite von bußgeldkatalog.org. So verbrauche ein kalter Motor bei frostigen Temperaturen im Stand pro Stunde zwei bis drei Liter Sprit. Wer auch nur für fünf Minuten den Motor laufen lässt, verbrauche dabei 0,2 Liter und puste knapp 500 Gramm CO2 in die Umwelt, nennt der Tüv Thüringen ein Beispiel. Damit ließen sich ansonsten drei Kilometer fahren. 

Unsere Tipps: Häufige Fehler beim Eiskratzen

  • Falsche Kratz-Hilfsmittel: Häufig werden EC-Karten oder ähnliches empfohlen, diese sind im Regelfall aber nicht stabil genug, und am Ende ist eher die Karte beschädigt als die Eisschicht. Auch CD-Hüllen werden als Kratzer-Alternative angepriesen. Hier sollte man sehr vorsichtig sein, da die Hüllen häufig zu Kratzern in der Autoscheibe führen.
  • Heißes Wasser über die Scheibe gießen: Hier besteht aufgrund des hohen Temperatur-Unterschiedes das Risiko eines Reißens oder Springens der Scheibe, das gleiche gilt für beheizte Eiskratzer, wenn diese überhaupt warm werden.
  • Eiskratzen bei verschmutzter Scheibe: Auch hier besteht die Gefahr, das Glas zu zerkratzen, weil sich Schmutzpartikel, wie beispielsweise Sandkörner, auf der Scheibe befinden. Dem können Sie entgehen, indem Sie die Scheibe regelmäßig reinigen oder wenigstens vor dem Abstellen des Autos noch einmal den Scheibenwischer betätigen.
  • Selbstgemischte Scheibenwischer-Flüssigkeit: Die Flüssigkeit zum Beispiel mit Spülmittel oder Spiritus mischen, kann zu einer geringeren Reinigungsleistung und damit zur Verschmutzung der Scheibe führen. Auch kann das Gebräu die Dichtungen angreifen.
  • Das klassische Motor-Laufenlassen: Klingt logisch, ist aber aus Umweltschutz-Gründen verboten. Nach StVO droht hier sogar ein Bußgeld, wie oben beschrieben. 
  • Wärmflasche auf dem Armaturenbrett: Auch dieses Gerücht hält sich hartnäckig. Doch auf diese Art das Auto aufzuheizen, ist ein Mythos, denn die Hitze der Wärmflasche reicht höchstens aus, um ein kleines Guckloch in die Eisschicht zu schmelzen. Das ist, wie oben erwähnt, allerdings verboten.

Weitere Tipps: So geht es besser

  • Vorbeugen: Am einfachsten ist es natürlich, wenn erst gar keine Eisschicht entsteht. Wer keine Garage hat, kann die Scheibe mit einer Folie abdecken. Diese gibt es schon für wenig Geld beispielsweise bei Amazon*. Alternativ lassen sich aber auch Müllsäcke verwenden. Pappe eignet sich hierfür nicht, da sie aufweichen und an der Scheibe festfrieren kann. Legen Sie die Scheibenwischer auf die Folie, um ein Festfrieren der Wischblätter an der Scheibe zu verhindern.
  • Außenspiegel: Um ein Vereisen der Außenspiegel zu verhindern, kann man ganz einfach Socken darüber ziehen.
  • Die richtigen Kratzer: Achten Sie bei Eiskratzern auf die Stabilität des Materials und einen ergonomischen Griff, um genügend Druck aufbauen zu können. Tipp: Je länger der Griff, desto weniger Kraft muss man aufwenden. Bei starken Vereisungen kommt zuerst die gezackte Kante und danach die glatte zum Einsatz.
  • Lauwarmes Wasser: Für ungeduldige ist es möglich, lauwarmes Wasser über die Scheibe zu gießen. Es ist wichtig, höchstens lauwarmes Wasser zu verwenden, da die Scheibe sonst springen kann.
  • Chemie-Keule: Auch werden immer wieder Enteisungsmittel angepriesen, diese sind allerdings nur bedingt zu empfehlen. Laut Umweltbundesamt sind diese nämlich stark umweltschädigend. Außerdem helfen sie nur bei leichten Vereisungen.
  • Standheizung: Den Motor laufen zu lassen, ist zwar verboten, aber nachrüstbare Standheizungen sind eine gute Alternative. Hier muss entweder eine Steckdose in der Nähe sein oder man legt sich ein 12 Volt-Gerät für den Zigarettenanzünder zu. Standheizungen für den Zigarettenanzünder finden sie zum Beispiel bei Amazon zum fairen Preis*. Bei einigen Geräten kann ein automatischer Start-Timer eingestellt werden.

Unser Fazit: Vorbeugen ist immer noch am besten

Wer keine Lust hat, sich frühmorgens in der Dunkelheit beim Eiskratzen abzumühen, sollte dafür sorgen, dass erst gar keine Eisschicht auf dem Auto entsteht. Das Abdecken der Scheibe(n) ist hier der richtige Weg. Auch die nachrüstbare Standheizung für den Zigarettenanzünder ist eine gute Möglichkeit, sich das Leben ein bisschen leichter zu machen.

Wichtig: Nicht den Motor laufen lassen! Keine Chemie! Die Umwelt wird es Ihnen danken.

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