Sich drehende Säulen vor Barbershops: Dahinter steckt eine blutige Geschichte

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Barber-Pole: Dahinter steckt eine blutige Geschichte
Die Barber-Pole vor Barbershops und Friseurläden gibt es in verschiedenen Ausführungen. Doch was bedeuten die bunten Streifen eigentlich?
Barber-Pole: Dahinter steckt eine blutige Geschichte
Andriy Medvediuk/Colourbox.de

Vor Barbershops sind häufig sich drehende Säulen zu sehen, in Rot, Weiß und Blau. Was die wenigsten wissen: Dahinter steckt eine blutige Geschichte.

In vielen Innenstädten schießen sie wie Pilze aus dem Boden: Barber-Shops. Man sieht sie gefühlt an jeder zweiten Ecke. Im Schaufenster oder vor den Läden fallen einem schnell bunte Säulen ins Auge.

Bei der sogenannten Barber-Pole handelt es sich um einen zylindrischen Stab, der sich dreht und mit spiralförmig gewundenen, farbigen Streifen (meist in den Farben Rot, Weiß und Blau) versehen ist. Durch die Drehbewegung entsteht eine optische Illusion: Die Streifen scheinen schier endlos nach oben oder unten zu wandern. Dass diese Stangen weit mehr als ein kultiges Werbemittel sind, zeigt ein Blick in die Geschichte, die ist nämlich überraschend blutig.

Drehende Säule vor Barber-Shop: Das steckt hinter den blau-weiß-roten Streifen

Die Geschichte hinter den Barbierstangen kann man als durchaus "blutig" bezeichnen. Die Pfosten waren nämlich schon im Mittelalter vor Barbierläden als Werbung für einen "Service" angebracht - nämlich den Aderlass.

Damals war Blutablassen eine gängige Praxis gegen Krankheiten. Barbiere, die gut mit scharfen Messern umgehen konnten, assistierten Mönchen, die den Aderlass durchführten. 

Ab dem Jahr 1163 hatte Papst Alexander III. den Geistlichen jedoch verboten, dieses Prozedere durchzuführen. Daraufhin hatten Barbiere diese Dienstleistung übernommen, da Ärzte für diese als nieder angesehene Arbeit keine Zeit aufwenden wollten. Um den Kunden zu signalisieren, dass in ihren Läden der Aderlass angeboten wird, haben die Barbiere daraufhin die zunächst rot-weißen Stangen vor ihren Geschäften angebracht. Die rote Farbe sollte hierbei für das Blut stehen und das Weiß für Bandagen, also Verbände. Der Pfosten soll angeblich die Stange symbolisieren, die Patienten während des Aderlasses als Stressentlastung festhalten sollten.

So kam die Barber-Pole in die aktuelle Zeit

Den blauen Streifen könnten wir übrigens den Amerikanern zu verdanken haben, welche die Barber-Pole Jahrhunderte später übernommen haben. Der Streifen könnte ein Symbol für die US-amerikanische Flagge sein. Eine andere Theorie ist, dass die blaue Farbe die Venen symbolisiert, bei denen der Aderlass erfolgte.

Heutzutage gilt die sich drehende Stange als Kultobjekt und sorgt sogar für eine der bekanntesten optischen Täuschungen. Bei der Barberpole-Illusion scheinen die Streifen von unten nach oben - oder umgekehrt - zu wandern. Wenn sich die Barbierstange dreht, heißt dies übrigens meistens, dass der Laden geöffnet hat - wenn sie stillsteht, hat der Barbier geschlossen.