• Die Studie des FIT rund um Mitfahrzentralen
  • Alternativmöglichkeiten

Wer eine Mitfahrgelegenheit sucht, kann diese oft sehr preiswert und einfach über eine Mitfahrzentrale buchen. Was früher vor allem für Studenten und Studentinnen eine praktische Möglichkeit war, wird heute von vielen, ganz verschiedenen Menschen genutzt. Wie nutzerfreundlich die Apps und Websites der Zentralen sind, lag im Fokus einer Studie des Fraunhofer-Instituts.

Die Nutzerfreundlichkeit der Mitfahrzentralen-Apps: Das sagen Studien

Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) machte es sich in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg zur Aufgabe, die Benutzerfreundlichkeit der Apps und Webseiten verschiedener Mitfahrzentralen zu testen. Im Fokus der Untersuchung lagen acht verschiedene Mitfahrzentralen, die mithilfe eines 130-Punkte-Systems bewertet wurden. Die 130 Punkte ergaben sich aus 65 Anforderungspunkten, die nach Effektivität und Effizienz begutachtet wurden. War etwas möglich, doch kompliziert, hab es einen Punkt; waren die Anforderungen leicht zu erfüllen, gab es zwei Punkte. Die getesteten Mitfahrzentralen waren BesserMitfahren, BlaBlaCar, goFlux, Greendrive, MiFaZ, Mitfahrportal, ride2go und TwoGo.

Der Marktführer BlaBlaCar überzeugte dabei sowohl beim Test der Website, als auch beim Test der App mit 51 von den 130 möglichen Punkten. Den zweiten Platz belegt mit 41 Punkten die Website und mit 37 Punkten die App von BesserMitfahren, dicht gefolgt von der ride2go Website mit 37 Punkten und deren App, die 36 Punkte erzielte.

Die Ergebnisse der Studie zeigten: Es gibt großen Optimierungsbedarf. Grundlagen dieser Aussage sind Daten, die sich auf die Fahrtsicherheit, soziale Aspekte und Bewertungsmöglichkeiten beziehen. Auf den meisten Websites fehlen Informationen zur Gültigkeit der TÜV-Plakette des Autos sowie andere Angaben, die die generelle Sicherheit der Nutzer*innen der Mitfahrzentrale garantieren. Andere Mitfahrende sind in den meisten Fällen bis zum Fahrtantritt anonym; bei längeren Fahrten kann dies zu Konflikten oder Unannehmlichkeiten führen. Bewertungen zu der Fahrt selbst oder zu den Fahrer*innen sind nicht immer möglich. Nutzer*innen, die die Apps und Websites nutzten, kritisierten auch oft, dass ihnen viele Details zur Reise selbst fehlen. Es mangelt also grundsätzlich an Informationen, die die Sicherheit und das Wohlfühlen der Mitfahrenden garantieren.

Hast du vor einer Fahrt Zweifel oder Fragen, da dir grundlegende Informationen zu deiner Reise fehlen, solltest  du nicht zögern, zu deiner eigenen Absicherung einfach bei der Zentrale anzurufen.

Alternative Möglichkeiten, um eine Mitfahrgelegenheit zu finden

Wer mit den Apps oder Websites der großen Mitfahrzentralen nicht zurechtkommt, kann auch andere Optionen nutzen. Pendelst du regelmäßig, könnte es für dich auch eine Möglichkeit sein, das Pendlerportal zu nutzen. Darüber kannst du kostenfrei Menschen für die tägliche Fahrt zur Arbeit finden und gleichzeitig die Belastung der Umwelt etwas reduzieren.

Eine weitere Möglichkeit kann es sein, selbst über eine Social-Media-Plattform eine Mitfahrmöglichkeit anzubieten oder zu suchen. Meist hast du dann auch direkt ein Bild zu der Person, mit der du reisen wirst. Auch ein Chat oder ein Telefonat im Voraus können hilfreich sein, um sicherzugehen, dass das Reisen mit der Person angenehm wird. Sei dabei aber auch immer vorsichtig und informiere dich vorher über deine Mitfahrer*innen, sodass du auf kein Fake-Profil reinfällst.