Nach "Aura" im Jahr 2024 und "Das crazy" 2025 wurde wieder einmal ein neues Jugendwort gewählt. Der Gewinner heißt "Ragebait" - doch was steckt dahinter?
Es geht darum, Empörung auszulösen und Aufmerksamkeit zu generieren - vor allem online, aber manchmal auch offline. Der Begriff "Ragebait" ist zum Jugendwort des Jahres 2026 gewählt worden. Er landete bei der Abstimmung im Internet auf dem ersten Platz, wie der Verlag Pons Langenscheidt mitteilte - vor "Peak" und "Crashout". In der Endrunde standen nur diese drei Begriffe. Laut den Angaben hatten sich rund eine Million Jugendliche an dem Voting beteiligt.
Sieger "Ragebait" kam auf 36,5 Prozent der Stimmen. "Peak" bedeutet das Beste vom Besten - also eine 10 von 10 - und landete mit 33,8 Prozent auf Platz 2. Beispiel: "Das Konzert war echt Peak." Einen "Crashout" erlebt, wer vollkommen die Fassung verliert. Der Begriff, der sowohl ernsthaft als auch ironisch verwendet werden kann, erreichte 29,7 Prozent. Beispiel: "Wenn mein Akku ausgeht, gehe ich Crashout."
"Ragebait" ist das Jugendwort des Jahres 2026
Aber was genau bedeutet "Ragebait"? Wer "Clickbait" kennt, kann sich auch "Ragebait" gut erklären. Gemeint sind Inhalte in sozialen Medien, die absichtlich provozieren sollen. Etwa mit provokanten Thesen, Falschinformationen oder wilden Meinungen wird versucht, Wut auszulösen. Dies wird bekanntlich vom Algorithmus belohnt und bringt Kommentare, Likes und Reichweite. Direkt übersetzt bedeutet der Begriff "Wut-Köder".
Sprachforscher Jannis Androutsopoulos von der Universität Hamburg betont, dass der Begriff in der Jugendsprache über seinen Ursprung im Social-Media-Bereich hinausgehe. Wenn beispielsweise jemand im Alltag seine Eltern nervt, um sie auf die Palme zu bringen. "Solche Wörter können eigentlich erst für sich beanspruchen, Jugendwörter zu sein, wenn sie ihre ursprünglichen Themenfelder verlassen."
Das Ergebnis kam für manche wenig überraschend. Bereits am Freitag war ein Video mit Nachrichtensprecherin Susanne Daubner auf den Social-Media-Kanälen der "Tagesschau" aufgetaucht, das von vielen Fans gefeiert wurde. Darin machte die 65-Jährige zunächst den Eindruck, wieder das Jugendwort erklären zu wollen, bevor sie plötzlich stoppte und einräumte, sich im Datum geirrt zu haben. "Sorry Leute, ich komme morgen nochmal, aber vielleicht wisst ihr es ja jetzt schon".
Junge Menschen dürfen über Sieger entscheiden
"Ragebait queen", lautete es daraufhin in einem Kommentar. Und: "Ragebait, der kein rage auslöst". Daubner gilt indes seit mehreren Jahren als "Kult-Ansagerin" für das Jugendwort. Als sie mal vorhatte, das Jugendwort nicht mehr auf Social Media zu erklären, protestierten Fans. Der Rückzugsplan wurde gestrichen.
Alljährlich entscheiden junge Menschen von 11 bis 20 Jahren darüber, welche Sprachfloskel sie besonders angesagt finden. Ab Ende Mai können sie Begriffe einreichen, aus denen die Jury eine Top Ten auswählt. "Beleidigend oder diskriminierend? Game over. Nur echte Jugendsprache schafft's ins nächste Level", heißt es beim Verlag. Es folgt eine weitere Abstimmung über die Top drei, die Ende August bekanntgegeben wird. Danach kommt die Wahl des Siegers.