Stellen Sie sich vor: Sie stehen im Supermarkt an der Kasse, Ihr Einkaufswagen ist voll und Sie wollen bezahlen. Sie machen hektisch Ihr Portemonnaie auf und Ratsch! Der Reißverschluss reißt versehentlich Ihren Geldschein ein? Was nun? Dürfen Sie dann einfach noch mit ihm bezahlen? 

"Auch ein eingerissener Geldschein ist als Zahlungsmittel gültig", informiert Mathias Polz, Leiter des Unternehmensbereiches Kommunikation und Pressesprecher der Sparkasse Bamberg. "Ob ein Händler oder Verkäufer ihn allerdings annehmen möchte, kann er selbst entscheiden", sagt Polz. "Falls das nicht der Fall ist, können Sie auch einfach zu Ihrer Hausbank gehen und den Schein gebührenfrei umtauschen. Sparkassen und Banken sind zwar nicht verpflichtet einen Schein zu ersetzen, tauschen ihn aber im Normalfall problemlos um. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, reicht den beschädigten Geldschein bei der Deutschen Bundesbank ein", meint der Pressesprecher. Zu Beachten ist: bei der Deutschen Bundesbank müssen Sie in der Regel einen Antrag auf Erstattung stellen. 

Ein eingerissener Geldschein ist nach wie vor als Zahlungsmittel gültig 

Wenn Ihr Hund Ihren Geldschein in zwei Teile gerissen hat, können Sie den beschädigten Geldschein auch bei Ihrer Hausbank vorlegen. "Dort wird dann geprüft, ob der Gegenwert auf das Konto gutgeschrieben werden kann", teilt Mathias Polz mit. Eine Bedingung muss der Kunde aber erfüllen: Es muss noch mehr als die Hälfte des Scheins vorhanden sein. "Ist das nicht der Fall, müssen Sie sich an die Deutsche Bundesbank wenden und dort nachweisen, dass die andere Hälfte des Scheins vernichtet ist", erläutert Polz. 

Wenn Ihr Kind sich auf Ihren Gelscheinen künstlerisch ausgetobt hat oder jemand Ihren Schein als Notizzettel verwendet hat, ist das normalerweise auch kein Problem beim Bezahlen. Im Notfall können Sie ihn auch wieder bei Ihrer Bank umtauschen. "Dies gilt allerdings nicht für mutwillig Geld oder Geld, das in Verbindung mit kriminellen Handlungen steht und deshalb beschädigt oder verfärbt ist. Die Deutsche Bundesbank verlangt bei der Einreichung von Banknoten, die mit chemischen oder anderen gefährlichen Substanzen behandelt worden sind, eine schriftliche Aufstellung der verwendeten Substanzen", erklärt der Pressesprecher der Sparkasse Bamberg. "Wirklich gar nicht mehr mit dem Geldschein bezahlen, können Sie, wenn er bereits von Stellen der Bundesbank entwertet wurde", meint Polz. 

Selbst wenn das Geld verbrannt ist und die Lage aussichtslos erscheint, sollten sich Kunden nicht scheuen, so etwas bei der Bundesbank abzugeben oder einzuschicken. Die Kunden sollten jedoch alles so lassen, wie es war. Selbst kleinste Teile beziehungsweise Reste wie zum Beispiel Asche sollten so verpackt werden, dass weitere Beschädigungen vermieden werden. Die Experten im Analysezentrum haben Methoden, um herauszufinden, wie viel Geld verbrannt oder anderweitig beschädigt ist. 

Hier erfahren Sie, ob Geschäfte während der Corona-Krise Ihr Bargeld ablehnen dürfen.