• Woher stammt die "Falsche Witwe"?
  • Wie giftig ist diese Spinnenart?

Die sogenannte "Falsche Witwe" heißt offiziell Edle Kugelspinne (Steadota nobilis) und kommt ursprünglich von der Insel Madeira und den Kanarischen Inseln. Die etwa 8 bis 14 Millimeter große Spinne sieht der extrem giftigen Schwarzen Witwe ähnlich. Daher auch ihr besonderer Spitzname. Inzwischen hat sich die Falsche Witwe stark ausgebreitet und findet sich mittlerweile auch in Teilen West- und Mitteleuropas sowie in Südamerika und Kalifornien. Auch in Deutschland und Großbritannien sorgt die Spinne für Aufsehen. Doch wie konnte sich die Falsche Witwe so schnell und so weit verbreiten? Zunächst vermuteten Forscher*innen, dass die Tiere durch Bananenkisten in das Land kommen, doch inzwischen gibt es mehrere Indizien, die eher für Kakteen sprechen. Diese werden größtenteils an Gartencenter geliefert, welche ideale klimatische Bedingungen für die Spinnentiere bereithalten. So können sich die Populationen schnell ausbreiten und etablieren.

Die "Falsche Witwe": Wie giftig ist diese Spinnenart?

Die Antwort darauf, ob die Falsche Witwe giftig ist, kann nicht direkt mit ja oder nein beantwortet werden. Denn der Biss an sich ist nicht sonderlich giftig. Er gleicht von der Giftmenge her eher einem Wespenstich. Natürlich ist der Biss der Spinne schmerzhaft, aber auf keinen Fall tödlich. Damit kann also die Edle Kugelspinne nicht annähernd mit dem Gift der Schwarzen Witwe verglichen werden. Nach dem Biss einer Schwarzen Witwe soll es sehr schnell zu starken Schmerzen, Gelenkstarre, Schweißausbrüchen kommen, schließlich folgt Atemnot. Doch laut statistischen Angaben aus den USA kommt es bei nur etwa 4% der Gebissenen tatsächlich zum Tod.

Doch auch der Biss der Falschen Witwe kann einen gefährlichen Verlauf nehmen. An den Beißwerkzeugen der Spinne befinden sich unzählige Bakterien, die über den Biss übertragen werden. Diese können dafür sorgen, dass sich die Wunde schnell entzündet und starke Infektionen hervorruft. Oftmals müssen die Opfer mit Antibiotika behandelt werden und auch ein Krankenhausaufenthalt lässt sich bei einem schweren Verlauf nicht verhindern. Teilweise mussten auch betroffene Gliedmaßen amputiert werden, um einen Tod des Menschen zu verhindern. Einige der Bakterien der Falschen Witwe sind sogar antibiotikaresistent, was eine Behandlung erheblich erschwert.

Nach einem Spinnenbiss ist daher unbedingt notwendig, sofort einen Arzt aufzusuchen und den Biss untersuchen zu lassen. Inzwischen breiten sich immer mehr exotische Spinnenarten aus, sodass Vorsicht in diesem Fall ein guter Ratgeber ist.