Mehrere hundert waren es am Ende nicht. Etwa 80 hatte die Polizei gezählt. 80 Würzburger, die ihren Ärger ausdrückten: mit Transparenten, mit eigenen Liedern, mit Trompeten. Mitten auf dem Mittleren Ring standen sie, störten, blockierten, sorgten für Hupen und Fäusten bei den Autofahrern. Denn der Ring ist so etwas wie die Lebensader der Stadt. Er verbindet die beiden Autobahnen A3 und A7, wer von Nord nach Süd durch die Stadt will, hat kaum eine andere Chance.

4000 Lkw täglich

Und das wussten die Demonstranten. Deshalb meldeten sie hier ihre Kundgebung an, ließen von vier auf zwei Spuren verengen. Bremsten den Verkehr und die Lkw. Um diese geht es der Bürgerinitiative "Brummis weg vom Stadtring". Einer der Initiatoren der Initiative ist Michael Imhof, ein Arzt aus dem Würzburger Stadtteil Langfeld. Er steht auf einer kleinen Bühne, spricht zu den Demonstranten.
Über Lärm, Abgase, Feinstaub und Dieselruß. Darüber, dass die Politik die Gesundheit der Menschen aufs Spiel setzt. Michael Imhof sagt: "Es ist die Teilnahmslosigkeit der Behörden." 50 000 Autor und 4000 Lastwagen täglich, zählt er auf: "Die zerstören etwas in den Herzen der Menschen."

Sperrung für mehr als 3,5 Tonnen

Dann verliest er Forderungen: Sperrung des Rings für alle Lkw, die mehr als 3,5 Tonnen wiegen. Die großen sollen nur noch zum Laden in die Stadt kommen. Und er fordert eine Umweltzone für Würzburg, so wie sie andere Städte längst haben. Imhof sagt, die meisten Lastwagen hätten hier gar nichts verloren und nutzten den Ring als Abkürzung von einer Autobahn auf die andere. Wer durch die Stadt fährt spare die Maut für knapp 15 Kilometer.
Dabei dürfen Lkw seit 2006 die Stadt gar nicht mehr durchfahren. Die Polizei kontrolliere das, teilt die Polizeiinspektion Würzburg mit: Fünf bis sechs Prozent des Lastwagen vers