Es war ein aufsehenerregender Fall: Im Februar 2019 wurde ein 21-jähriger Polizeischüler in einer Würzburger Kaserne versehentlich von einem Kollegen erschossen. Die Familie des Verstorbenen einigte sich nun mit dem Schützen auf einen Vergleich.
Vier Jahre nach dem tödlichen Schuss auf einen Polizeischüler in Würzburg muss der Schütze 15 000 Euro an die Eltern des Getöteten zahlen. Dies sei das Ergebnis eines Vergleichs, den die Familie mit dem inzwischen 23-Jährigen in einem Zivilprozess geschlossen habe, bestätigte ein Sprecher des Landgerichts Würzburg am Freitag (10. März 2023). Die 15 000 Euro umfassen das Hinterbliebenengeld und die Beerdigungskosten. Mehrere Medien hatten zuvor über die Verhandlung am Donnerstag.
Im Februar 2019 war ein 21-jähriger Polizeischüler in einer Würzburger Kaserne beim Spiel mit der Waffe versehentlich von einem Kollegen erschossen worden. Dem damals 19-jährigen Mitschüler war nach eigenen Angaben nicht bewusst gewesen, dass sich eine Kugel im Lauf der Waffe befand. Er wurde zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt.
Interne Untersuchungen nach tödlicher Schuss in Würzburger Kaserne
Die bayerische Bereitschaftspolizei, die für die Polizeiausbildung zuständig ist, hatte nach dem Vorfall interne Untersuchungen angestellt. Nach eigenen Angaben entdeckte sie aber keine strukturellen Problemfelder in der Waffen- und Schießausbildung. Dennoch wurden zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, um sicherzustellen, dass Pistolen richtig entladen werden.
Es ist natürlich ein riesiger Schmerz, den die Eltern des Getöteten erfahren haben. Aber machen das 15.000 Euro wieder gut? Es hätte auch einfach mit den Beerdigungskosten erledigt sein können. Warum man da einen jungen Mann, der nun zeitlebens damit zurechtkommen muss, einen anderen Menschen aufgrund einer Dummheit getötet zu haben, noch mit mehreren tausend Euro noch weiter belasten muss? (Falls hier nun ein Schlaumeier nach einer Runde Google kommt: Ich gehe von durchschnittlichen 6000 Euro Bestattungskosten aus.)
Es ist natürlich ein riesiger Schmerz, den die Eltern des Getöteten erfahren haben. Aber machen das 15.000 Euro wieder gut? Es hätte auch einfach mit den Beerdigungskosten erledigt sein können. Warum man da einen jungen Mann, der nun zeitlebens damit zurechtkommen muss, einen anderen Menschen aufgrund einer Dummheit getötet zu haben, noch mit mehreren tausend Euro noch weiter belasten muss? (Falls hier nun ein Schlaumeier nach einer Runde Google kommt: Ich gehe von durchschnittlichen 6000 Euro Bestattungskosten aus.)