Würzburg: Überfall auf Juwelier - Angeklagte schweigt zu Prozessbeginn
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Würzburg, Mittwoch, 14. Januar 2026
Kriminelle sollen zwei Mitarbeiterinnen eines Juweliers überfallen haben, um an Ware im Wert von mehreren Hunderttausend Euro zu kommen. Knapp ein Jahr später startet nun der Prozess.
Mehr als zehn Monate nach einem Überfall auf einen Juwelier in Würzburg hat die Angeklagte zu Beginn des Prozesses zu den Anschuldigungen geschwiegen. Ihr Anwalt erklärte vor dem Landgericht Würzburg, seine Klientin habe keine Kenntnis von dem Tatplan gehabt.
Am 3. März 2025 soll ein mutmaßlicher Komplize der 53-Jährigen das Geschäft ausgeraubt und dabei Beute im Wert von rund einer Million Euro gemacht haben. Die Frau ist wegen Beihilfe zur schweren räuberischen Erpressung, zum erpresserischen Menschenraub und zur gefährlichen Körperverletzung angeklagt. Für den Prozess sind insgesamt vier Verhandlungstage bis zum 6. Februar vorgesehen.
Juwelier in Würzburg überfallen - mutmaßliche Komplizen noch auf der Flucht
Die Staatsanwaltschaft beschuldigt die Angeklagte, am Vorabend der Tat mit einem der beiden anderen Verdächtigen, die bisher noch nicht gefasst werden konnten, nach Würzburg gereist zu sein. Am Abend des folgenden Tages soll das Trio eine Mitarbeiterin des Juweliers auf ihrem Heimweg verfolgt haben. Die Angeklagte soll irgendwann alleine zu ihrem Hotel zurückgekehrt sein, um "Vorbereitungen für eine spätere Beutesicherung zu treffen", so die Anklage.
Die mit einem Messer und einer Schusswaffe bewaffneten Männer sollen die Angestellte schließlich angegriffen haben, um ihr den Schlüssel zu dem Geschäft in der Innenstadt abzunehmen.
Da das Opfer keinen Ladenschlüssel hatte, sollen die Verdächtigen die Frau unter Drohungen dazu gebracht haben, zu einer Kollegin zu gehen – doch auch diese hatte keinen Schlüssel. Schließlich sollen die eingeschüchterten Frauen einen Kollegen dazu gebracht haben, ihnen den Schlüssel auszuhändigen – "unter Vorspiegelung falscher Tatsachen", wie es in der Anklage heißt.
Beute bis heute verschwunden
Einer der Männer ging danach laut Staatsanwaltschaft mit den Geschädigten zum Juwelier zurück und ließ sich Schmuck und Uhren aushändigen. Dabei soll der mutmaßliche Täter die Frauen stets mit der Schusswaffe bedroht haben.
Danach soll der Mann mit seiner Beute zu seinen beiden mutmaßlichen Komplizen in das Würzburger Hotel gegangen sein. Am nächsten Morgen flüchteten die Beschuldigten schließlich.