Keine Strafe für Würzburger Oberbürgermeister Christian Schuchardt: Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto mit den Würzburger Kickers stand Oberbürgermeister Christina Schuchardt in der Kritik. Es wurde sogar eine anonyme Anzeige erstattet. Die Regierung von Unterfranken hat den Fall daraufhin überprüft und die Stadt Würzburg lediglich abgemahnt.

Ausgangspunkt des Ärgers war eine gemeinsame Feierstunde mit den Kickers am Montag, dem 6. Juli 2020, am Würzburger Rathaus. Dort durften sich sowohl die Herrenmannschaft als auch das Damenteam des FC Würzburger Kickers ins Goldene Buch der Stadt Würzburg eintragen. Während bei den Frauen der Aufstieg ins Unterhaus schon etwas länger feststand, wurden die Spieler, Trainer und Betreuer des Herrenteams zwei Tage nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga ins Rathaus eingeladen.

Kein Bußgeld nach Corona-Verstoß: OB Schuchardt zeigt sich einsichtig

Oberbürgermeister Christian Schuchardt hielt dabei eine Rede, in der er laut Vereinsangaben "tatkräftige Unterstützung" bei der Suche nach einer Stadionlösung zugesichert hat. Anschließend gab es ein gemeinsames Foto mit den rund 60 anwesenden Personen. Der Mindestabstand von 1,50 Meter wurde dabei nicht eingehalten - was zu der Anzeige geführt hatte.

Ein Sprecher der Regierung von Unterfranken bestätigte am Freitag (07.08.2020), dass die Polizei eine entsprechende Anzeige an die Regierung weitergeleitet habe. "Wir haben die Stadt dazu angehört und werden uns in den kommenden Tagen dazu äußern", sagte der Regierungssprecher gegenüber der dpa.

Demnach zeigte sich der OB durchaus einsichtig: Das Gruppenfoto "konterkariert leider die vielen Überlegungen die im Vorfeld in Sachen Corona-Schutz gemacht wurden", teilte er mit. 

Hygienekonzept "lückenhaft umgesetzt": Abmahnung an die Stadt Würzburg

Nun hat die Regierung von Unterfranken entschieden: Es wird kein Bußgeld für die Teilnehmer geben. In einem Schreiben an die Stadt kritisierten sie jedoch, dass das vorliegende Hygienekonzept "nur lückenhaft umgesetzt wurde". Für künftige städtische Veranstaltungen solle die Stadt die Einhaltung dieses Konzepts "nachdrücklicher sicherstellen". 

"Nur weil ein Bußgeldkatalog nicht greift, befindet man sich nicht automatisch im Recht", kommentierte Schuchardt die Abmahnung der Regierung in einer offiziellen Mitteilung der Stadt. Anstelle des Bußgeldes spendete er deswegen privat 500 Euro an die Bahnhofsmission in Würzburg.

"Corona macht keine Ferien [...] und hätte sich auch bei der Feier mit den Kickers durch unsere Unachtsamkeit weiter verbreiten können", gestand der Oberbürgermeister ein. "Wir müssen gemeinsam achtsam bleiben."

Der Fall erinnert an einen ähnlichen im oberfränkischen Bamberg: Dort hatte sich OB Andreas Starke bei der Eröffnung eines Schönheitssalons mit mehreren Personen ablichten lassen. Auch hier wurde der vorgegebene Mindestabstand augenscheinlich ignoriert