• Schockanrufe sind weiterhin stark verbreitet
  • Trickbetrug in Würzburg geht jedoch schief: Seniorin legt zwei Betrüger herein
  • Bauarbeiter beobachten Szene und schreiten ebenfalls ein
  • Polizei Unterfranken weist auf Präventionsmaßnahme "Leg auf!" hin

Mit einem Schockanruf hatten am Freitagmittag (22. Oktober 2021) Betrüger versucht, eine Seniorin um ihr Vermögen zu bringen. In diesem Fall sind die Täter jedoch an die Falsche geraten und erbeuteten lediglich Toilettenpapierrollen und leere Gurkengläser, wie das Polizeipräsidium Unterfranken mitteilt.

Seniorin führt Betrüger hinters Licht: Sie übergibt Toilettenpapier und Gurkengläser

Die Anrufer verlangten von der Seniorin Geld, da ihre Tochter angeblich einen schweren Verkehrsunfall verursacht haben soll. Knackpunkt an der Geschichte war nur, dass die Angerufene keine Tochter hat. Sie ließ sich auf das falsche Spiel ein und vereinbarte die Übergabe von Geld und Schmuck vor ihrer Haustür an einen Abholer.

Noch während der ersten Telefonate benachrichtigte sie eine Bekannte, welche die Polizei über das weitere Vorgehen der Täter informierte.

Als die Täter immer stärker auf eine sofortige Geldübergabe drängten, packte die Seniorin kurzerhand Toilettenpapierrollen und leere Gurkengläser in eine Tasche und übergab sie dem Abholer. 

Bauarbeiter beobachten Übergabe und nehmen Verfolgung der Betrüger auf

Zwei Bauarbeiter, die vor dem Haus mit Arbeiten beschäftigt waren, beobachteten die Übergabe, wurden stutzig und informierten die Polizei. Sie nahmen aus sicherer Entfernung die Verfolgung von mittlerweile zwei Tatverdächtigen auf.

"Das hervorragende Zusammenspiel zwischen der Seniorin, den Bauarbeitern und der Polizei führte schließlich zur vorläufigen Festnahme von zwei Männern im Alter von 22 und 15 Jahren", teilt das Polizeipräsidium Unterfranken mit.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft führte die Kripo Würzburg die Tatverdächtigen dem Ermittlungsrichter vor. Dieser folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft Würzburg und erließ jeweils einen Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Betruges. Im Anschluss kamen die Beschuldigten in unterschiedliche Justizvollzugsanstalten. 

Weiterhin viele Fälle: Polizei Unterfranken weist auf Präventionskampagne "Leg auf!" hin

Auch wenn in diesem Fall alles gut gegangen ist, rät die unterfränkische Polizei ihrer Kampagne "Leg auf“ zu folgen und einfach den Telefonhörer aufzulegen, wenn kriminelle Callcenter anrufen.

Die wichtigsten Botschaften sind:

  • Legen Sie auf. Wählen Sie selbst die Notrufnummer 110 und fragen bei der Polizei nach einem entsprechenden Einsatz beziehungsweise ob tatsächlich Verwandte in Not sind.
  • Die Polizei weist Sie niemals an, Geld oder Schmuck zu Hause zur Abholung bereit zu legen oder an Abholer zu übergeben.
  • Übergeben Sie keine Geldbeträge an Fremde. Auch die Polizei holt bei Ihnen an der Haustüre keine Wertsachen ab, um sie in Verwahrung zu nehmen.
  • Die Täter können mittels Call ID-Spoofing jede von ihnen gewünschte Rufnummer auf dem Telefondisplay anzeigen lassen - bei der echten Polizei erscheint niemals die 110 (auch nicht mit Vorwahl).
  • Sprechen Sie mit ihren Freunden, Nachbarn und Verwandten über das Phänomen.