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Würzburg
Antirassismus

Rote Karte dem Rassismus: Drittligisten setzen Zeichen gegen Hass

Der DFB und die 3. Liga reagieren auf die Gewalttat von Hanau und rassistische Beleidigungen gegen den Fußballer Kwadwo. Mit Sondershirts und Trauerminuten wollen sie zeigen, wie groß der Zusammenhalt im Fußball ist.
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Leroy Kwadwo (M) von den Würzburger Kickers während des Spiels Preußen Münster  - Würzburger Kickers. Mit einer bemerkenswerten Aktion und lautstarken «Nazis raus»-Rufen haben Fans des Bundesliga-Gründungsmitglieds Preußen Münster auf einen Rassismusvorfall reagiert. Foto: Carsten Pöhler/dpa
Leroy Kwadwo (M) von den Würzburger Kickers während des Spiels Preußen Münster - Würzburger Kickers. Mit einer bemerkenswerten Aktion und lautstarken «Nazis raus»-Rufen haben Fans des Bundesliga-Gründungsmitglieds Preußen Münster auf einen Rassismusvorfall reagiert. Foto: Carsten Pöhler/dpa

Nach den rassistischen Beleidigungen gegen den Würzburger Leroy Kwadwo und der Gewalttat von Hanau zeigt die 3. Fußball-Liga Hass und Rassismus die Rote Karte. Mit Sondershirts, Trauerflor und Gedenkminute wollen der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Vereine der dritthöchsten deutschen Spielklasse am 25. Spieltag ein Zeichen setzen. "Wir stehen zusammen gegen jeden, der unsere Werte angreift", sagte DFB-Präsident Fritz Keller in einer Mitteilung am Freitag.

Der DFB und die 3. Liga reagieren damit auf den rassistisch motivierten Terroranschlag in Hanau am Mittwochabend und auf den Vorfall beim Spiel von Preußen Münster gegen die Würzburger Kickers, als Kwadwo von einem Zuschauer rassistisch beleidigt worden war. "Ich begrüße es sehr, dass die Vereine der 3. Liga und so viele Fans ihre Stimme für die Menschlichkeit und Leroy Kwadwo erheben", sagte der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau.

"Ich habe unglaublich viele aufmunternde Worte und Nachrichten diese Woche erhalten. Eure Reaktion im Stadion und auch danach hat mich sehr berührt und ist ein ganz starkes Zeichen", sagte der 23-jährige Kwadwo. Wegen einer Gelbsperre kann er im Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig am Samstag (14.00 Uhr) zwar nicht eingesetzt werden, er wird allerdings im Stadion sein. "Die Aktion zeigt uns allen eindrucksvoll, welche Kraft unser Fußball hat und wie groß der Zusammenhalt der gesamten Fußball-Familie ist."

Fast alle Drittligisten, die Schiedsrichter und die Einlaufkinder würden in einheitlichen T-Shirts auflaufen, kündigte der DFB an. Im unmittelbaren Anschluss soll bei allen zehn Spielen eine Gedenkminute für die Opfer von Hanau und deren Angehörige durchgeführt werden. Zudem sollen alle Akteure auf dem Platz Trauerflor tragen.